Samstag, 27. Juli 2019

Feierlaune

Oh Wunder, sie waren brav.

Sogar mein infantiler Versuch, das Sieb mit zusätzlichem Draht vor erneuter Sabotage zu schützen, war erfolgreich. Oder sie haben es zumindest NOCH nicht geschafft, es zu zerstören.


Aber eigentlich wollte ich etwas anderes festhalten: heute ist ein spezieller Jahrestag! Laila ist seit fünf Jahren bei mir. Wo ist die Zeit geblieben? Jemand sagte einmal zu mir, als ich vor mich hin gejammert habe was alles nicht klappt: "Schau auf das, was du schon erreicht hast. Nicht ständig auf das, was noch zu machen ist." Ein weiser Spruch und in Bezug auf die Entwicklung und das Training der Kamele mehr als zutreffend.

Ein kleiner Schritt für ein Kamel, aber ein großer für eine alte Frau 😀.


Juli 2014 💗



Mittwoch, 24. Juli 2019

Blödsinn

Bin mal gespannt, was sie jetzt wieder für einen Blödsinn angestellt haben!

Gestern fegte wieder ein Sturm übers Land und - obwohl ich die Hosen gestrichen voll hatte - fing ich die Biester gestern ein und führte sie in die Arena. Nun ja, so einfach war es nicht. Während sie morgens brav an den Zaun kommen, sich an einen Pfosten binden lassen, um ihr Frühstück zu schnabulieren, sind sie es nicht gewohnt und auch nicht gewillt selbiges am Abend zu machen. Laila war dennoch neugierig und entschloss sich kurz zu checken, ob ich was Essbares angebracht hätte. Hatte ich nicht, aber ich nutzte die Gelegenheit, sie fest zu binden. Ali und Jamahl sahen sich das Geschehen von Weitem an und rochen Lunte. Wenn der Prophet nicht zum Berg.... man kennt ja den Spruch. Ich also mit Leinen bewaffnet in die Höhle der Löwen, und versuchte der Kamele habhaft zu werden. Freudig erregt sprang Jamahl mir entgegen davon! Plan B wurde eingesetzt: Laila halftern und von der Koppel führen. Ooops! Dachte Jamahl, so geht das nicht. Hastig lief er zum Tor und brüllte eine Runde. Ja, Pech gehabt - nun bist du gefangen. Ali war jetzt auch neugierig und gesellte sich neben dem Jungen, halftern war ein Kinderspiel.

Eigentlich hätte ich verzweifelt sein müssen ob der Tatsache, dass sich die Viecher ohne irgend einen Schmäh nicht fangen lassen. Aber: Als ich neulich Besuch hatte und dem Gast anbot, seine vier Kamele über Nacht auf eine der vier Koppeln oder in der Arena zu lassen lehnte er dankbar ab: er würde ihrer in der Früh nicht habhaft werden 👀. Lieber band er sie an seinen LKW, wo sie stehen blieben, bis es am nächsten Tag weiterging. Also auch erfahrene Kameltreiber können Probleme haben.

Apropos Blödsinn: Vorgestern am späten Nachmittag wollte ich Ali von ihrer Koppel holen und sie zu ihren Artgenossen zurückführen. Folgendes Bild bot sich mir:


Rund um den einzigen Eukalyptusbaum, der bereits auf dem Grundstück stand als ich es erwarb, habe ich einen kleinen Zaun angebracht. Der soll verhindern, dass die Kamele die Rinde abkauen und damit den Exitus des Baumes herbeiführen. Fragt mich nicht wie, aber Ali stand in der Umzäunung😲. Wer reinkommt, komm auch wieder raus dachte ich mir. Ich wartete eine zeitlang, ging immer wieder in ihre Nähe und lockte sie. Sie lief hin und her, brüllte, hob ab und zu ein Beinchen, konnte aber das Hindernis nicht über winden. Als es schon ziemlich düster war, gab ich nach. Ich band ihr das Halfter um, trampelte den Zaun so gut es ging nieder und führte sie heraus.

Du meine Güte, Kamele! Meister im Blödsinn machen.

Montag, 15. Juli 2019

Tiefwinter?

Nennt man so das Gegenteil von Hochsommer?

Es ist jedenfalls grauslich. Letzten Mittwoch war die Kaltfront angesagt. Gerade noch rechtzeitig konnte ich die "verwegenen Drei" in die Arena bringen, dann setzte der Regen ein. Sie waren - wie immer - nicht glücklich, aber ich konnte ruhig schlafen. Donnerstag 10 mm, Freitag 4 mm und Samstag 8 mm Regen - die Tanks sind alle voll. Auch der 77 000 l fire-fighting-tank füllt sich langsam.

Drei Tage beließ ich sie in der Arena. Natürlich haben sie es geschafft, Unsinn anzustellen. Ein Fenster der shed wurde wohl ausgiebig inspiziert und dabei der Rahmen etwas eingedrückt. Ein Wunder, dass das Glas heil blieb. Die Öffnung, wo beim Wassertank das Regenwasser einströmt, wurde ebenfalls einer destruktiven Untersuchung unterzogen: das halbe Sieb (Schutz vor Verunreinigungen) ist weggefressen. Es zu ersetzen bedeutet wieder viel Arbeit, zu vermeiden, dass das nochmal passiert ein schier unmögliches Unterfangen.

Am Sonntag Morgen brachte ich sie auf Koppel Nr. 3, viel frisches Grün erwartete sie.



Jetzt regnet es zwar nicht mehr, aber es ist nach wie vor stürmisch und eiskalt. So zwischen Gefrierpunkt in der Nacht und max. 10°C Tageshöchsttemperatur. Der im Sommer betonharte Boden hat sich in Matsche verwandelt, die Füße der Kamele sind ständig nass.

Hatte gehofft, dass das schlechte Wetter Laila davon abhalten wird, Ali zu bespringen. War wohl nichts. Also ab heute wieder Ali tagsüber auf eine andere Koppel führen und nachts Laila mit hobbles versorgen. Alles wie gehabt, außer, dass ich nicht mit ihnen arbeite.

Mittwoch, 10. Juli 2019

Und wieder heißt es:

Warten, warten, warten!

Wie mich das nervt! Der Schreiner tut einfach nix weiter. Erst soll der Fliesenleger fertig sein, dann will er Türstöcke, Türen und die Decken- / Bodenleisten anbringen. Seit Wochen liege ich ihm in den Ohren, mit mir einen Plan/Kostenvoranschlag für die Küche zu machen - aber auch das will er erst angehen, wenn alles andere fertig ist.


Dann eben nicht. Vorgestern war ein Vertreter einer anderen Firma da und will mir bis zum Wochenende einen KV schicken. Außerdem habe ich den Elektriker angetrieben - jetzt funktionieren zumindest einige Steckdosen (sehr zur Freude des Fliesenlegers, der am Montag 08.07. angefangen hat, das Bad zu kacheln ☺).

Vergangenes Wochenende erwarb ich zwei Betten, Nachtkästchen und einen Kühlschrank. Natürlich ist das Zeug nicht lagernd - Lieferzeit 2 - 3 Wochen. Dann bin ich gezwungen alles selber mit dem LKW abzuholen, bis zu mir wird nicht geliefert 😢.

Ein zweiter KV steht auch noch aus: eine Taubenschar von mittlerweile elf Mitgliedern hat beschlossen, meine schöne neue Arena als Daueraufenthalt in Beschlag zu nehmen. Sogar Eier habe ich im Sand gefunden. So geht das nicht. Sie scheißen mir alles voll - sollen sich eine andere Unterkunft besorgen. Zumindest oberhalb der Fenster lasse ich (wahrscheinlich ... hängt vom Preis ab) spitze Zacken anbringen, damit sie sich nicht niederlassen können. Außerdem besorge ich mir ein Luftgewehr (meine Tikka .243 ist dafür ungeeignet). Der Typ von der pest control meinte, Abschuss sei die einzige Möglichkeit, Tauben endgültig loszuwerden.

Training geht momentan nicht, jetzt entlastet Jamahl sein rechtes Vorderbein 🙍.
Die Kamele sind ständig am raufen, der Boden ist durch das Grünzeug glitschig, somit rutschen sie öfters aus und zerren sich einen Muskel.




Donnerstag, 4. Juli 2019

Jamahl indisponiert

In der letzten Woche hat Jamahl gelahmt. Also nicht wirklich gelahmt, aber wenn er irgendwo stand, hat er sein linkes Vorderbein entlastet.

Ich habe die Sohle auf Fremdkörper untersucht, konnte nichts finden.


Ein bisschen uneben und rau, aber kein Grund zum hatschen. In der Bewegung konnte ich keine Einschränkung feststellen.


Sicherheitshalber habe ich jegliches Training ausfallen lassen - Ruhigstellung als Therapie.

Gestern morgen staunte ich nicht schlecht, als ich Jamahl mit Ali raufend vorfand. Das hat es bis jetzt noch nicht gegeben. Ok, Jamahl hat schon öfters Ali vom Futter verjagt, aber Ali hat noch nie Kontra gegeben. Denke, dass die Hormone einkicken, es ist schließlich mitten im Winter.

Jamahl ist jedenfalls wieder voll fit.