Mittwoch, 5. Juni 2019

Anreise

27.05.2019 | Es war stockduster als um 05.30 Uhr der Trainer bei mir auftauchte. Er hatte sich mittlerweile an den Linksverkehr gewöhnt und fuhr mit meinem Auto von und zur Unterkunft.
Die Kamele befanden sich auf Grund des regnerischen Wetters in der Arena. Sie waren nicht begeistert und standen ungeduldig am Tor, die ihnen angebotene Luzerne hatten sie nicht angerührt. Der Trainer übernahm Laila und Jamahl, ich schnappte mir Ali. Natürlich tanzte sie herum und zog mich überall hin. Ich hielt sie nur am neck rope, die kurze Führleine, die an der Kette befestigt wird, befand sich bei Laila. Das nutzte Ali aus, um mich alt aussehen zu lassen. Irgendwie schaffte ich es dann doch noch bis zum LKW, der sich neben der Koppel befand.
Langsam wurde es heller, wir konnten die Taschenlampen ausmachen. Das Verladen in der Dämmerung verlief recht flott und um 06.35 Uhr verließen wir das Grundstück.
Erster Stop in Terowie um zu tanken, zweiter in Hawker um zu essen. Leider war die Bäckerei geschlossen und für einen Besuch im Pub war es um 11.00 Uhr noch zu früh. Also weiter, bis Lyndhurst. Auch hier die Enttäuschung, dass das roadhouse zu war, aber das hotel (= Pub, = Restaurant) offerierte eine Kleinigkeit: Fleischburger für den Trainer, Käsetoast für mich.
Die 80 km von Lyndhurst nach Marree lagen mir schon den ganzen Tag im Magen, da ein großer Teil der Strecke unbefestigt ist. Das bedeutet wackeln, ruckeln, hüpfen für die Kamele. Man kann auch nicht langsam fahren, da man dann die Bodenwellen voll abkriegt. Wie auch immer - es klappte alles recht gut und gegen 16.00 Uhr erreichten wir die camel yards in Marree. Der Trainer checkte einige Möglichkeiten und entschied sich für etwas entfernter gelegene Pferche, die einen stabilen Zaun aufwiesen. Wir nutzten eine Erdanschüttung für die Rampe, so konnten die Kamele fast ebenerdig den Truck verlassen.
Daheim hatte ich den 250 l  Tank, der sich unterhalb des LKW befindet, mit unserem Regenwasser angefüllt. Ich bot ihnen etwas davon an, aber nach einer kurzen Geschmacksprobe wandten sie sich ab. Später wusste ich auch warum. Ich putzte mir die Zähne mit dem Wasser und musste feststellen, dass es nach Sprit schmeckte! Obwohl 'water only' auf dem Tank steht, war er irgendwann mal mit Benzin oder Diesel befüllt worden. Ärgerlich, d.h. wir müssen Trinkwasser für die Kamele besorgen!
Nachdem die Tiere versorgt waren, kümmerten wir uns um die Unterkunft für den Trainer. Ich hatte ihm eine cabin auf dem Campingplatz besorgt, da das Hotel ausgebucht war. Es ist Hochsaison und Busladungen von Touristen belegen jeden freien Fleck. Lake Eyre füllt sich mit Wasser, ein Ereignis, welches alle 50 Jahre zu beobachten ist - kein Wunder, dass der kleine Ort überlaufen ist.
Die angebotene Unterkunft war in Ordnung, sehr einfach, aber der Trainer stellte keine großen Ansprüche. Anschließend füllten wir unsere Mägen im Restaurant.
Meine erste Nacht verbrachte ich im LKW. In der Führerkabine ist Platz für eine Matratze und ich hatte es mir mit meinem Bettzeug dort gemütlich gemacht.

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