Montag, 18. März 2019

Was mich nicht umbringt, macht mich härter!

Oder: Unkraut vergeht nicht

Es ist also passiert!

Am Donnerstag konnte ich ein Training erfolgreich beenden. Zum ersten Mal fuhr ich mit ihnen zu einem 40 km entfernten Platz, entließ sie aus dem LKW, ging eine kleine Runde spazieren und lud sie wieder auf. Bis zu diesem Zeitpunkt fand das Verladen nur zu Hause statt, es herrschten also erschwerte Bedingungen, die problemlos gemeistert wurden.

Eigentlich war es ein Probelauf für eine Veranstaltung am 24.03. Eine kleine Gärtnerei veranstaltet ein Benefiz-Event zu Gunsten "beyond  blue" eine Organisation, die sich für depressive Menschen einsetzt. Ich wollte teilnehmen und die Kamele mitnehmen, aber mein Helfer verlässt mich bereits am Freitag. So machte ich nur den dry run - kaufte sogar Pfosten und eine Plastikkette als Absperrung.




Voller Selbstvertrauen startete ich das Sonntagstraining. Auch an diesem Tag erschwerte Bedingungen: Die Kamele am Hänger festmachen, mit ihnen ein Stück fahren und sie in fremder Umgebung satteln - und zwar an der Stelle, an der letztens der Sandsturm tobte und die Tiere ausgerastet waren.

Laila zu satteln war nicht einfach. Trotz zusammengebundener Vorderbeine erhob sie sich mehrfach und schmiss mir ihren Sattel um die Ohren. Einmal traf mich das Gestell und ich trug einen ordentlichen blauen Fleck am Unterarm davon.

Schließlich war alles so weit hergerichtet. Die Kamele befanden sich in einer Reihe und wir starteten, derweil mein Helfer mit dem Auto zurück fuhr.  Es sollten 15 km werden und anfangs verlief der Spaziergang locker und entspannt. Nach 3 km erreichten wir die erste Kreuzung an der ein Haus stand. Völlig unerwartet aus dem Nichts heraus erschreckten sich die Kamele. Offensichtlich nahmen sie etwas wahr, was sich meiner Sicht entzog. Laila machte einen Satz in meine Richtung ... der eiserne Sattelrahmen traf mich voll am Schädel und warf mich zu Boden. Die Tiere rannten über mich und machten sich aus dem Staub.

Mühsam erhob ich mich, Blut rann über die Bluse, mein linkes Bein tat höllisch weh. Ich belastete vorsichtig -  ok., nichts gebrochen. Beim Versuch Luft zu holen schmerzte der obere Teil des Brustkorbs. Aber keine Atemnot, kein Schwindel, ich war die ganze Zeit bei Bewusstsein. Die Viecher waren um die Ecke und außer Sichtweite. Langsam humpelte ich des Weges bis schließlich ein Auto kam, welches ich kurzerhand anhielt. Ein liebes altes Ehepaar erklärte sich sofort bereit, mich entlang der Straße zu fahren, bis ich die Tiere wieder sehen konnte. Um sie nicht zu verscheuchen, stieg ich vorher aus, humpelte hinterher und schrie, sie sollen stehen bleiben. Immer wieder drehten sie sich zu mir um, liefen aber weiter Richtung Heimat. Endlich erreichte ich sie, da das Führseil am Boden schleifte und eines der Kamel immer mal wieder auf es stieg und Laila mit einem Ruck zum Stehen brachte. Der Sattel hing schief, ein Seesack war zerrissen und hing in Fetzen herunter, den Wasserbehälter hatte ich weit vorher auf der Straße liegen sehen.

Ich war ja so schlau, mein Handy und das neue Tracking Gerät mitzunehmen. Nur leider hatte ich es in Lailas Satteltasche gesteckt und die war auf und davon! So konnte ich erst meinen Helfer informieren, nachdem ich die Kamele eingefangen hatte.

Als wir die Tiere an den Anhänger gebunden hatten, kontaktierte ich eine in der Nachbarschaft lebende Krankenschwester. Die war so nett und kam gleich vorbei, reinigte die Kopfwunde und entschied, dass sie genäht gehört. Den restlichen Sonntag in der Notaufnahme verbracht, vier Stiche erhalten und eine Tetanusinjektion (bei der ich kollabierte).

Der ganze Körper schmerzt. Der Rücken ist zerkratzt, zwei faustgroße Blutergüsse zieren meinen Hintern und rechtes Hüftgelenk, mein linker Fuß kann mit dem eines Elefanten mithalten, so dick ist er. Am schlimmsten ist die Brustkorbprellung. Husten oder Lachen sind fast unmöglich, aber wie gesagt, nix gebrochen.


Wird schon wieder ☺

Kommentare:

  1. Oh nein!! Gute Besserung und toi toi toi für alle weiteren Unterfangen! Ihre Kraft und ihr Durchhaltevermögen ist bewunderswert :)

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  2. Vielen Dank für die Aufmunterung. Ob das, was ich aufführe, bewundernswert oder nicht eher bescheuert ist...? ... ich habe so meine Zweifel! Oft denke ich, ich sollte mich gefälligst meinem Alter entsprechend benehmen und besser Bingo mit der Seniorengruppe spielen ... wenn nicht der unstillbare Drang wäre, mit den Kamelen trekken zu gehen. LG

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  3. jössas! meine güte! schön ist aber anders, das wissen sie schon, gell?

    kann ich also nur aus der entfernung die daumen halten, dass schnell alles wieder halbwegs in ordnung kommt. in unserem alter hat man von solchen lädierungen ja bekanntlich länger was als die jungen. die heilen allerdings rasch, aber wenn sie nicht aufpassen haben sie im alter dann doch wieder was davon - ich kann da gerade arien singen, was heisst: opern! nutzt aber halt auch nix mehr.

    alles gute!

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  4. Danke meine Liebe, Daumen drücken hilft offensichtlich :)

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