Sonntag, 10. März 2019

Das war knapp!

Voller Enthusiasmus habe ich das heutige Training gestartet. Schließlich hatte ein Lauf unter der Woche so toll geklappt: Verladen beinahe vorbildlich (Jamahl brauchte nur 7 min, Laila ging ohne Zug und Zwang wie selbstverständlich die Rampe hoch und Ali deutete lediglich an, dass sie Sägebock sein könnte, wenn sie wollte), die kurze Fahrt in den Nachbarort war problemlos, das Entladen in einer Seitenstraße ebenfalls. Alle drei hintereinander gebunden und 13 km heim gelaufen. Eine Strecke, die sie noch nie gesehen, geschweige denn gegangen wären. Wir wurden von Autos überholt bzw. es kamen uns Fahrzeuge entgegen ... alles super ...einziger Zwischenfall war das Erscheinen von einem Alien. Dieser war ca. 1,50 groß, braun und wuschelig, ich interpretierte ihn als Alpaka. Der rannte einfach so über ein Feld in unsere Richtung, blieb am Zaun stehen und guckte interessiert. Laila war indigniert, ihre Augen wurden groß wie Wagenräder und sie sprintete ein Stück voraus. Als dieser Alien sich anschickte uns zu begleiten, wiederholten sich die Sprints (mit mir am Ende der Leine), bis die Weide zu Ende war. Aber sonst alles gut.

Heute Spaziergang mit Sättel. Als wir uns auf dem Weg machten (die Kamele hinten am Hänger angebunden), setzte leichter Regen ein, es war schwül aber der Wetterbericht verhieß ein Ende der Schauer in kurzer Zeit. Ich erreichte mein Ziel und plötzlich kamen Sturmböen auf. Von den angrenzenden Feldern wurde die Erde aufgewirbelt, es folgte ein Sandsturm nach dem anderen. Was tun? Heimfahren? Den bequemen Weg wählen? Nein, im Outback kann ich auch nicht auf  Schönwetter warten, also weitermachen. Die Kamele wurden immer nervöser und streckten die Hälse Richtung Sturm. Irgendwann hatte ich sie in der Reihe und wollte marschieren, machte 10 Meter als sich Laila entschloss, besser zurück zum Auto zu gehen. Das wiederholte sich einige Male, bis es ihr zu dumm wurde und sie ihren Missmut mit einigen kräftigen Bocksprüngen kund tat. Die angehängten Taschen flogen in die Luft und knallten zurück, eine Tasche hielt der Aktion nicht stand, zerriss in der Mitte und klatschte auf den Boden.

Zurück zum Anfang. die Seile wieder losmachen, Ali an einen Zaunpfosten binden, Laila seitlich ans Auto, Jamahl hinten an den Hänger. Laila gab noch immer keine Ruhe. Sie sprang wieder in die Höhe, dabei hakte sich ein Karabiner vom Sattel in ihr Führseil, Laila preschte rückwärts und je mehr sie zog, desto weiter rutschte der Sattel nach vorne. Schließlich hing der Sattel unter ihrem Hals und zog so an dem Seil, dass es ihr den Hals abschnürte. Sie tobte, wurde zusehends blau, die Zunge hing ihr aus dem Maul, schließlich kollabierte sie, sie wurde ohnmächtig und sackte zusammen. Nur mit Mühe konnte ich das straff gespannte Seil vom Wagen losmachen, ein Messer hatte ich mal wieder nicht dabei 😥. Als der Zug nachließ, war sie sofort wieder bei sich. Sie blieb am Boden liegen, so dass ich in Ruhe die Riemen lösen und sie von dem Sattel befreien konnte.

Die Heimfahrt verlief ereignislos. Morgen werde ich einen neuen Versuch starten.

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