Mittwoch, 27. März 2019

Arena fertig!

Endlich! Kaum zu glauben, aber der neue earthmover war superflott. Drei Wochen nach Kontaktaufnahme lieferte er letzten Donnerstag die erste Fuhre Schotter, um die unebenen Stellen vor der Scheune und Arena auszugleichen und am Freitag sowie Montag 200 Tonnen Sand für den Innenraum. Kostet ein kleines Vermögen, muss ich halt an anderer Stelle einsparen. Keine Luxusausführung in der angrenzenden lean-to-shed [= workshop/ Ferienwohnung/ information center ... weiß noch nicht wie ich es benennen soll].

In erster Linie soll die Arena als Schlechtwetter-Stall dienen. Es empfiehlt sich nicht wirklich, die Kamele das erste Mal in eine neue Umgebung zu führen wenn es stürmt und regnet. Sie waren zwar schon zweimal in dem Gebäude, aber hinten am Hänger angebunden. Heute also neues Training: wie kriege ich drei Kamele in einen Neubau?

Eine Möglichkeit wäre sie mit Brustgeschirr zu versehen, hintereinander anzubinden und sie als Karawane in die Halle zu geleiten. Dieses Unterfangen traue ich mir noch nicht zu. Mein Brustkorb schmerzt noch ordentlich, v.a. wenn ich heftig ziehen muss. Das bliebe nicht aus, da die Tiere unbedingt in die Pflanzen steigen wollen. Auf der Koppel ist nix mehr, nur Steine und Staub, aber drumherum gedeihen die blue bushes und die jungen Akazien. Ein Hindernislauf, den 1.600 kg Kamele locker gegen mich gewinnen würden.

Also einzeln führen. Jedes Tier ca. 50 m geführt, an einen Pfosten gebunden, das nächste geholt. Wieder 50 m (viel mehr Abstand geht nicht, weil sie sonst ausrasten, wenn sie sich nicht mehr sehen) und wieder 50 m. Das nahm einige Zeit in Anspruch, aber schließlich standen sie nur noch 20 m vom Eingang der Arena entfernt. Als erste die gemächliche Ali hineingebracht und angebunden, dann Jamahl und schließlich Laila. Die Mädchen kannten den sandigen Untergrund von ihrem kleinen Stall, der beim Haus ist. Für sie war das Hineingehen kein Problem. Jamahl war total unsicher und wollte zunächst nicht weiter. Schließlich machte er einen großen Hupfer, als wenn er vom 3 m Brett ins Wasser springen müsste.



Allen habe ich die Leine abgenommen und sie konnten sich eine Zeit lang frei bewegen. Keiner hat Durchfall gekriegt, alle waren entspannt und haben wiedergekäut. Der Winter kann kommen.

Der Weg zurück erfolgte erneut in Etappen. Ruhig, stressfrei, komplikationslos.

Der Innenausbau der o.a. Scheune verläuft nach wie vor nur schleppend. Der Elektriker hat einen Haufen Kabel verlegt, jetzt muss der Installateur die Wasserleitungen anbringen, dann kommt der Schreiner wieder und vollendet sein Werk, d.h. die Wände und Decken werden eingezogen. Schließlich muss die Küche geplant werden, der Fliesenleger kommen, das Badezimmer eingerichtet, Möbel ausgesucht und bestellt werden, ... hoffe wirklich, dass ich bis Oktober fertig werde 😓!!!

Montag, 25. März 2019

Nachgedachtes

Ich grübel, ob es an mir/meinem Alter/meiner Unerfahrenheit/meinem nicht angemessenem Training liegen kann, dass dieser Unfall passiert ist. Aber ich denke mal, ich sollte mir keine Gedanken machen. Shit happens, auch bei den Profis. Hier zwei Auszüge aus dem Buch "Walk across Australia" von David Mason. Der war 1998 mit drei Kamelen unterwegs, startete am 23.03.1998 in Cape Byron an der Ostküste und erreichte acht Monate später, am 14.11.1998 den westlichsten Punkt von Australien, Steep Point.

Seite 82: ..."At the creek, just before moving up to the Araluen homestead, the camels baulked. Kabul started dancing, or maybe more accurately bouncing, lifting his fore legs and then his hind, trying to buck off the saddle or his fear. Chloe and Kashgar soon followed and I found myself holding a line with three prancing camels. Something had unsettled them but it was not obvious to me. A few minutes later I even had trouble unsaddling them. Perhaps it was the pigs kept in the pen not far from the house." ...

Seite 97/98: ..."I felt more than heard Kashgar take off first, closely followed by Chloe. I turned to look over my left shoulder. I was greeted to a sight not unlike the etching by Dürer, the four horsemen of the apocalypse, only these were camels and there were only three. My mind registered colour. Red, the colour of the interior of the flared nostrils and mouths. White, the colour of eyes, teeth and spittle. Camel terror.
I normally had time to sidestep Kabul when he took off, but he pushed me into the path of Chloe. She knocked me down. I saw Chloe's pad come to my head and I thought of the Ethiopian soldier I had seen, his head crushed by the wheel of a truck, his brains squeezed from his skull and splurted over the dusty road like rotten fruit, his face hanging like a mask over the emptiness. For a moment I thought his fate would be mine.
But Chloe missed my head and in tandem the three galloped 200 meteres down the road. I lay on the dusty track and thought my dream must be over. I was sure I had broken my femur. I could not move my left leg. I imagined the blood spilling into the tissues of my thigh, slowly killing me and my adventure. After a systemic check I tried moving my leg again, and peeling down my trousers I found nothing other than a couple of scratches and some marks on my thighs beginning to manifest themselves into semi-permanent tattoos.
I hauled myself to my feet, tucked in my shirt and checked the cause of the problem. A car. I had not heard it. Nor had Kashgar until it closed right up. What breeze there was came from the west, into our faces. The driver had moved right up close behind us in an effort to get some good video footage." ...

Und auch er, obwohl er schon mehr als ein Viertel der 4000 km Strecke zurück gelegt hatte, muss sich am Riemen reißen und selbst-motivieren.

Seite 99: ......"Both my thighs wanted to seize up during the afternoon and walking was almost impossible. But this was a test, I reminded myself, was it not? Faced with a setback, pain and fear that it might happen again, take precautions that they will not. I told myself I could not afford to be distracted. I had to stop daydreaming. My body hurt so much there were tears in my eyes, but my heart would never let me stop."... 💗

Samstag, 23. März 2019

Erstes Training

Morgen soll es regnen, also habe ich das wöchentliche Training vorgezogen.

Es geht mir zusehends besser, mein Elefantenfuß sieht aus, als wenn er kurz vorm abfallen ist - schmerzt nur, wenn ich ihn anfasse, nicht bei Belastung. Die Thoraxprellung macht mir noch zu schaffen, allerdings auch hier deutliche Verbesserung. Meine Hilfe hat sich gestern auf den Weg ins nächste Abenteuer gemacht, d.h. ich muss (und kann) die 20 l Wasserkanister wieder selber schleppen.

Natürlich wollte ich nicht übertreiben, deshalb die Kamele lediglich am Hänger angebunden und 14 km spazieren gefahren.



In erster Linie damit sie Bewegung haben, aber auch, um an die Unfallstelle zurück zukehren. Ich wollte feststellen, was sie aus der Fassung gebracht hatte und ich glaube, es war eine große Palme vor dem besagten Haus. Sie stand dicht am Straßenrand, hatte Wedel bis zum Boden reichend und raschelte im Wind. Es kann aber auch der Geruch gewesen sein. Hinter dem Haus befindet sich eine piggery - vielleicht irritierte das die Kamele? Jedenfalls tanzten Ali und Laila aufgeregt hin und her als ich für ein paar Minuten stehen blieb. Erst als wir um die Ecke bogen beruhigten sie sich wieder - Jamahl zeigte sich unbeeindruckt.


Montag, 18. März 2019

Was mich nicht umbringt, macht mich härter!

Oder: Unkraut vergeht nicht

Es ist also passiert!

Am Donnerstag konnte ich ein Training erfolgreich beenden. Zum ersten Mal fuhr ich mit ihnen zu einem 40 km entfernten Platz, entließ sie aus dem LKW, ging eine kleine Runde spazieren und lud sie wieder auf. Bis zu diesem Zeitpunkt fand das Verladen nur zu Hause statt, es herrschten also erschwerte Bedingungen, die problemlos gemeistert wurden.

Eigentlich war es ein Probelauf für eine Veranstaltung am 24.03. Eine kleine Gärtnerei veranstaltet ein Benefiz-Event zu Gunsten "beyond  blue" eine Organisation, die sich für depressive Menschen einsetzt. Ich wollte teilnehmen und die Kamele mitnehmen, aber mein Helfer verlässt mich bereits am Freitag. So machte ich nur den dry run - kaufte sogar Pfosten und eine Plastikkette als Absperrung.




Voller Selbstvertrauen startete ich das Sonntagstraining. Auch an diesem Tag erschwerte Bedingungen: Die Kamele am Hänger festmachen, mit ihnen ein Stück fahren und sie in fremder Umgebung satteln - und zwar an der Stelle, an der letztens der Sandsturm tobte und die Tiere ausgerastet waren.

Laila zu satteln war nicht einfach. Trotz zusammengebundener Vorderbeine erhob sie sich mehrfach und schmiss mir ihren Sattel um die Ohren. Einmal traf mich das Gestell und ich trug einen ordentlichen blauen Fleck am Unterarm davon.

Schließlich war alles so weit hergerichtet. Die Kamele befanden sich in einer Reihe und wir starteten, derweil mein Helfer mit dem Auto zurück fuhr.  Es sollten 15 km werden und anfangs verlief der Spaziergang locker und entspannt. Nach 3 km erreichten wir die erste Kreuzung an der ein Haus stand. Völlig unerwartet aus dem Nichts heraus erschreckten sich die Kamele. Offensichtlich nahmen sie etwas wahr, was sich meiner Sicht entzog. Laila machte einen Satz in meine Richtung ... der eiserne Sattelrahmen traf mich voll am Schädel und warf mich zu Boden. Die Tiere rannten über mich und machten sich aus dem Staub.

Mühsam erhob ich mich, Blut rann über die Bluse, mein linkes Bein tat höllisch weh. Ich belastete vorsichtig -  ok., nichts gebrochen. Beim Versuch Luft zu holen schmerzte der obere Teil des Brustkorbs. Aber keine Atemnot, kein Schwindel, ich war die ganze Zeit bei Bewusstsein. Die Viecher waren um die Ecke und außer Sichtweite. Langsam humpelte ich des Weges bis schließlich ein Auto kam, welches ich kurzerhand anhielt. Ein liebes altes Ehepaar erklärte sich sofort bereit, mich entlang der Straße zu fahren, bis ich die Tiere wieder sehen konnte. Um sie nicht zu verscheuchen, stieg ich vorher aus, humpelte hinterher und schrie, sie sollen stehen bleiben. Immer wieder drehten sie sich zu mir um, liefen aber weiter Richtung Heimat. Endlich erreichte ich sie, da das Führseil am Boden schleifte und eines der Kamel immer mal wieder auf es stieg und Laila mit einem Ruck zum Stehen brachte. Der Sattel hing schief, ein Seesack war zerrissen und hing in Fetzen herunter, den Wasserbehälter hatte ich weit vorher auf der Straße liegen sehen.

Ich war ja so schlau, mein Handy und das neue Tracking Gerät mitzunehmen. Nur leider hatte ich es in Lailas Satteltasche gesteckt und die war auf und davon! So konnte ich erst meinen Helfer informieren, nachdem ich die Kamele eingefangen hatte.

Als wir die Tiere an den Anhänger gebunden hatten, kontaktierte ich eine in der Nachbarschaft lebende Krankenschwester. Die war so nett und kam gleich vorbei, reinigte die Kopfwunde und entschied, dass sie genäht gehört. Den restlichen Sonntag in der Notaufnahme verbracht, vier Stiche erhalten und eine Tetanusinjektion (bei der ich kollabierte).

Der ganze Körper schmerzt. Der Rücken ist zerkratzt, zwei faustgroße Blutergüsse zieren meinen Hintern und rechtes Hüftgelenk, mein linker Fuß kann mit dem eines Elefanten mithalten, so dick ist er. Am schlimmsten ist die Brustkorbprellung. Husten oder Lachen sind fast unmöglich, aber wie gesagt, nix gebrochen.


Wird schon wieder ☺

Montag, 11. März 2019

Der Tag danach

Mäh, hat sie gemacht. Mäh, mäh. Übersetzt: bitte nicht. Aber ich kann dem Jammern nicht nachgeben. Wie wenn man vom Pferd fällt und man gleich wieder aufsteigen soll. Also muss der Sattel aufgelegt werden - er wird schon nicht beißen. Es hat etwas gedauert, aber letztlich war ich erfolgreich und der Sattel befand sich auf Lailas Rücken.

Insgesamt war sie ruhig und aufmerksam. Wir fuhren den Berg hinauf, liefen anschließend ein paar Kilometer bis ich sie wieder an den Anhänger band und heimwärts fuhr. Der Sattel war noch oben als wir zu Hause ankamen!


Sonntag, 10. März 2019

Das war knapp!

Voller Enthusiasmus habe ich das heutige Training gestartet. Schließlich hatte ein Lauf unter der Woche so toll geklappt: Verladen beinahe vorbildlich (Jamahl brauchte nur 7 min, Laila ging ohne Zug und Zwang wie selbstverständlich die Rampe hoch und Ali deutete lediglich an, dass sie Sägebock sein könnte, wenn sie wollte), die kurze Fahrt in den Nachbarort war problemlos, das Entladen in einer Seitenstraße ebenfalls. Alle drei hintereinander gebunden und 13 km heim gelaufen. Eine Strecke, die sie noch nie gesehen, geschweige denn gegangen wären. Wir wurden von Autos überholt bzw. es kamen uns Fahrzeuge entgegen ... alles super ...einziger Zwischenfall war das Erscheinen von einem Alien. Dieser war ca. 1,50 groß, braun und wuschelig, ich interpretierte ihn als Alpaka. Der rannte einfach so über ein Feld in unsere Richtung, blieb am Zaun stehen und guckte interessiert. Laila war indigniert, ihre Augen wurden groß wie Wagenräder und sie sprintete ein Stück voraus. Als dieser Alien sich anschickte uns zu begleiten, wiederholten sich die Sprints (mit mir am Ende der Leine), bis die Weide zu Ende war. Aber sonst alles gut.

Heute Spaziergang mit Sättel. Als wir uns auf dem Weg machten (die Kamele hinten am Hänger angebunden), setzte leichter Regen ein, es war schwül aber der Wetterbericht verhieß ein Ende der Schauer in kurzer Zeit. Ich erreichte mein Ziel und plötzlich kamen Sturmböen auf. Von den angrenzenden Feldern wurde die Erde aufgewirbelt, es folgte ein Sandsturm nach dem anderen. Was tun? Heimfahren? Den bequemen Weg wählen? Nein, im Outback kann ich auch nicht auf  Schönwetter warten, also weitermachen. Die Kamele wurden immer nervöser und streckten die Hälse Richtung Sturm. Irgendwann hatte ich sie in der Reihe und wollte marschieren, machte 10 Meter als sich Laila entschloss, besser zurück zum Auto zu gehen. Das wiederholte sich einige Male, bis es ihr zu dumm wurde und sie ihren Missmut mit einigen kräftigen Bocksprüngen kund tat. Die angehängten Taschen flogen in die Luft und knallten zurück, eine Tasche hielt der Aktion nicht stand, zerriss in der Mitte und klatschte auf den Boden.

Zurück zum Anfang. die Seile wieder losmachen, Ali an einen Zaunpfosten binden, Laila seitlich ans Auto, Jamahl hinten an den Hänger. Laila gab noch immer keine Ruhe. Sie sprang wieder in die Höhe, dabei hakte sich ein Karabiner vom Sattel in ihr Führseil, Laila preschte rückwärts und je mehr sie zog, desto weiter rutschte der Sattel nach vorne. Schließlich hing der Sattel unter ihrem Hals und zog so an dem Seil, dass es ihr den Hals abschnürte. Sie tobte, wurde zusehends blau, die Zunge hing ihr aus dem Maul, schließlich kollabierte sie, sie wurde ohnmächtig und sackte zusammen. Nur mit Mühe konnte ich das straff gespannte Seil vom Wagen losmachen, ein Messer hatte ich mal wieder nicht dabei 😥. Als der Zug nachließ, war sie sofort wieder bei sich. Sie blieb am Boden liegen, so dass ich in Ruhe die Riemen lösen und sie von dem Sattel befreien konnte.

Die Heimfahrt verlief ereignislos. Morgen werde ich einen neuen Versuch starten.

Dienstag, 5. März 2019

Erstens kommt es anders ...

und zweitens als man denkt.

Eigentlich habe ich meinen ersten Trek schon hinter mir. Virtuell zumindest. Täglich habe ich den Ablauf vor Augen, vom Abholen des Amerikaners vom Flughafen bis zum Lagerfeuer am Lake Torrens. Versuche mir Komplikationen vorzustellen und wie ich sie bewältigen kann, sehe mich bibbernd und schlaflos im Zelt liegen, die den Kamelen umgehängten Glocken lauschend.

Und nun? Sicherheitshalber schickte ich eine Buchungsanfrage an die station, die mir letztes Jahr bedingungslos die Zusage gab. Das war vor zehn Tagen und bis heute keine Antwort. Also anrufen, ob die Nachricht eingegangen ist. Ja, ist sie ... aber ... leider können wir den Wünschen nicht entsprechen. Die Situation ist von 'bad to worse' gegangen. Nein, auch wenn ich Futter mitbringen kann ich nicht kommen. Wasser ist ebenfalls im Mangel. Bla bla bla.

Musste mich sehr zusammenreißen, um nicht los zu plärren. Ich weiß, schließt sich eine Tür, geht die nächst auf. Trotzdem bin ich enttäuscht. Jetzt heißt es eine neue Destination suchen und fragen.

Sonntag, 3. März 2019

Erschwerte Bedingungen

Warum es sich leicht machen, wenn es auch kompliziert geht?

Also den LKW nicht an den Zaun gefahren, sondern mitten auf dem Grundstück abgestellt. Einziges Zugeständnis: den ride-on-lawn mower an eine Seite der Rampe als Begrenzung geparkt.

Wie zu erwarten, tanzte Jamahl konsequent und unermüdlich einmal rechts, einmal links an der Rampe vorbei. Immer und immer wieder musste ich die bereits auf Zug gebrachten Seile lockern, vom LKW herabsteigen, den Burschen im Bogen an die Rampe führen und versuchen ihn  hochzuziehen, -zupeitschen, -zustupsen ihn durch gutes Zureden oder alternativ Anbrüllen dazu zu bewegen DIESE VERDAMMTE RAMPE HOCH.ZU.GEHEN! Es war wie verhext, aber die alte Frau gibt nicht auf. Bei mittlerweile über 30°C lief der Schweiß in Strömen und irgendwann - nach gefühlt dreiundzwölfzig Stunden - war er denn oben.

Laila konnte schon nicht mehr zuschauen. Sie wollte es dem Jungen anscheinend zeigen und ging mit Schwung im ersten Anlauf hinauf. Sachte, Baby! Sachte! Sie war zu beflissen und ... rutschte aus, schürfte sich dabei an dem Übergang in den LKW beide Vorderbeine blutig 🙈.

Ali spielte Rammbock. Sie stand schon mit beiden Vorderbeinen auf dem Absatz, als sie die Hinterbeine spreizte und passiven Widerstand leistete. Glücklicherweise hat sie doch Respekt vor Zwangsmaßnahmen und mein Helfer wedelte ein wenig mit dem Stock: schwups war sie oben.

Ich fuhr die gewohnte Runde, schließlich war heute Prämiere: das erste Mal fahren und sie dann ausladen und 8 km Heim marschieren. Es klappte hervorragend. Sie waren auch erstaunlich flott unterwegs, haben kaum an den Bäumen genascht und trotz stürmischem Wind (der mich beinahe abhielt, überhaupt los zugehen!) nicht gebockt oder sonst wie Theater gemacht. Zweimal schreckten sie kurz zurück, einmal, als eine Taube aufflog und einmal, als ein Hase aus dem Gebüsch hochging.

Ich wiederum habe einen Satz gemacht, als die Kamele beim knabbern am Straßenrand eine giftige fette brown snake 👀 störten und die dann genau vor meinen Füßen den Weg überqueren musste.

Freitag, 1. März 2019

Rekord

Zur Zeit erfreue ich an der Mithilfe eines jungen Reisenden.



Ich nutze die Gunst der Stunde und packe soviel Trainingseinheiten wie möglich in den Vormittag. Einzige Bremse stellt die Hitze dar, aber ab nächster Woche wird es angenehmer und ich werde voll durchstarten.

Heute Verladetraining und es lief super. Jamahl brauchte 11, Laila 2 und Ali 3 Minuten bis sie auf dem Truck standen! Neue Bestzeit. Anschließend noch in den nächsten Ort gefahren geschlichen, um sie an die Wackelei zu gewöhnen: völlig problemlos. Yeah!

Update Ali: seit drei Tagen öffnet sie ihre Lider ohne zu blinzeln, kein Exsudat mehr und die Narben fangen bereits an zu verblassen. Kann auf eine restitutio ad integrum hoffen. Zweimal yeah!

Was mich auch wundert und sehr freut, dass Ali trotz der Schmerzen die sie anfangs hatte und meinen Behandlungen unter Zwangsmaßnahmen zu keinem Zeitpunkt ihr Vertrauen verloren hat. Kein Ausweichen beim anbinden, kein spucken beim halftern oder kicken beim bürsten. Dreimal yeah!