Montag, 25. Februar 2019

Fortschritt

Bin sehr zufrieden mit Ali's Auge.

Am Samstag, den 23.02. [31 Tage nach dem Unfall (?)] versiegte der Tränenfluss. Bis zu diesem Zeitpunkt war ihr Fell am Kinn triefnass, jetzt ist es staubtrocken und nur noch eine sehr dezente Tränenspur sichtbar.


Seit heute, Tag 33, öffnet sie die Lider ca. ein Zentimeter weit. Der Hornhautdefekt ist von einem dichten Geflecht an Blutgefäßen überzogen - schaut beängstigend aus, ist aber ein sehr gutes Zeichen. Die Reparaturen laufen auf Hochtouren - schlimmer wäre es, wenn sich nichts täte. Dann bestünde die Gefahr einer Hornhautruptur, das Auge 'läuft aus' und ist verloren.

Samstag, 23. Februar 2019

Mir ist nicht zu helfen!

Einer meiner Vorsätze für's neue Jahr war, heuer nur noch vernunftgesteuerte Entscheidungen zu fällen. Keine Gefühlsduselei. Erst denken, dann handeln. Keine Entscheidungen aus dem Bauch heraus. Mich nur noch und ausschließlich mit meinen Kamelen zu beschäftigen. 

Nun, acht Wochen habe ich ausgehalten, aber als ich das Bild bei einer Tierschutzgruppe gesehen habe, habe ich alle guten Intentionen fallen lassen. 💕💕💕




Dienstag, 19. Februar 2019

Kaputt

Material: Jetzt werde ich wohl doch noch in richtige Satteltaschen investieren müssen 😒. Sowohl einer der Seesäcke


als auch der umfunktionierten rear wheel rubbish bags



ist beim letzten Training gerissen. Das wird wieder ins Geld gehen, aber Qualität kostet halt.

Jamahl hatte in den letzten Tagen ein 'Wimmerl' - wie man auf gut österreichisch sagt - auf seiner linken Oberlippe entwickelt. Heute morgen ist es aufgegangen und Laila musste erstmal schauen, was das Merkwürdiges ist.



Alis Auge ist scheint unverändert. Ich kann es nicht beurteilen, da sie das Auge geschlossen hält. Nach wie vor wässriger Tränenfluss.



Ihre vormals handflächengroße haarlose Stelle in der Mitte der linken Höckerhälfte wächst langsam zu.



Die Haut fühlt sich nach wie vor unelastisch an, es kratzt und knirscht, wenn die Bürste darüber fährt. Ich werde Ali weiterhin tagsüber auf die Nachbarkoppel führen und abends, wenn alle drei wieder vereint sind, Laila die Fußfesseln anlegen. Jedesmal, wenn ich denke, das Laila sich ruhig verhält und sie mit Ali ohne hobbels zusammen bringe, werde ich enttäuscht. Laila kann es einfach nicht lassen und muss Ali 'begatten' und somit den Höcker verletzen.




Montag, 18. Februar 2019

Auf der Stelle treten

Samstag (16.02.) die Bande mal wieder gefordert [nachdem ich mich am Mittwoch mit einem 11 km Rundmarsch + 10 kg Gewichte im Rucksack malträtiert hatte 😓]. Einmal Berg rauf und runter mit der Absicht, an Nachbars Grundstück anzuhalten und zu Fuß heim zu gehen. Frische Autospuren am Tor wiesen auf die Anwesenheit des Farmers hin, ich wollte ihm nicht in die Quere kommen, so unterließ ich meine Absicht. Dafür führte ich sie wieder in die Arena, in der sie sich wesentlich entspannter bewegten, als beim ersten Mal.

Sonntag setzte ich Satteltraining an. Ich bereitete am Vorabend alles vor, damit es diesmal flotter von der Hand geht. Nun ja. Nicht wirklich erfolgreich:


  • 08.55 Uhr Frühstück in Form von einigen Möhren und einer Handvoll Kraftfutter vorbereitet. Zur Koppel gehen, die Kamele am Zaun festmachen, das Futter reichen, Lailas Fußfesseln entfernen. Die Halfter und Führseile holen, und jedem Tier das richtige zuordnen. Halfter anlegen, Kamele ablegen und bürsten. 
  • 09.35 Uhr Das Auto mit dem Hänger und den Sätteln aus der Scheune holen - wieder zurück zum Haus gehen, den Autoschlüssel holen, das Auto holen, vorfahren. Den Ride-on-mower mit Hänger und 8 Wasserkanistern aus der anderen Scheune holen.

  • 10.00 Uhr Kamele vor die Koppel führen, sie an einen Pfosten binden, Laila ablegen, Vorderbeine zusammenbinden, Decke und Sattel auflegen, Gurte schließen, Taschen anhängen (das erste Mal vier Taschen à 20 kg), Beine wieder losmachen.

  • 10.40 Uhr Jamahl ablegen, Vorderbeine fixieren, Decke und Sattel auflegen, mit den Gurten raufen (hatte eine Woche zuvor beim Sattler längere machen lassen 😌), Gestell anhängen, an den 20 kg Wasserbehälter verzweifeln - sie müssen schließlich ungefähr 1,2 m hochgehievt werden.

  • 11.15 Uhr Alle drei gegen ihren Willen am Anhänger einzeln anbinden - sie würden halt viel lieber von meinen Pflanzen fressen.
  • 12.00 Uhr Yeah! Ich verlasse das Grundstück !!!
  • 13.00 Uhr Ziemlich genau die halbe Wegstrecke hinter mich gebracht, da glaubt Laila einen Hexentanz aufführen zu müssen. Irgendwas gefiel ihr nicht, als wir den Highway überquerten, obwohl weit und breit kein Auto zu sehen war. Der Affenzirkus bewirkte, dass Jamahls Sattel verrutschte. Also anhalten, dem Knaben deutlich machen, dass es besser wäre sich nieder zu legen, die Gewichte entfernen und ihn ohne weiter laufen lassen. Zuvor versuchte ich den Sattel zurecht zu rücken, aber weder nach oben drücken, noch auf der anderen Seite nach unten ziehen waren eine Option - er bewegte sich keinen Millimeter.

  • 14.30 Uhr Rückkehr zum Grundstück. Die Kamele vom Hänger losbinden, niederhooshen, Beine fixieren, Satteltaschen und Sättel entfernen, Beine losmachen, auf die Koppel führen, Halfter abmachen.
  • 15.20 Uhr In der Küche aufgeschlagen und noch nicht einmal das ganze Equipment ordentlich verstaut. Insgesamt also keinerlei Verbesserung von meinem letzten Training 😟. Wo soll das noch hinführen?




Montag, 11. Februar 2019

'Picture perfect'

... war die gestrige Runde. Das Wetter war angenehm frisch, der Wind der vergangenen Tage hatte sich gelegt, die brennende Sonne kam erst ein paar Stunden später hinter den Wolken vor.

Um 10.08 Uhr verließ ich mit den dreien im Schlepptau das Grundstück, fuhr eine 10 km große Schleife, stellte den Wagen ab und marschierte mit ihnen die restlichen 6 km heim. Wie im Bilderbuch sind sie gelaufen, haben nicht gebuckelt oder mich auf die andere Straßenseite gezogen. Einmal wurden wir von zwei langsam fahrenden Autos mit Anhänger überholt. Ich hörte sie lange bevor sie uns erreichten, so konnte ich gemütlich vom Weg ins Gebüsch ausweichen. Zwischendurch ließ ich die Kamele von Büschen und Bäumen fressen, was dankbar angenommen wurde.

Wieder hatte ich ewig für alles gebraucht - obwohl sie nur ein Brustgeschirr umgelegt bekamen und  keine Sättel: erst um 15.40 Uhr stand ich endlich in der Küche und konnte mit den Vorbereitungen für mein Mittagessen anfangen.


Mittwoch, 6. Februar 2019

Nachdenken

Sonntag kein Training durchgeführt. Um 09.00 Uhr hatte es bereits 34°C und das Thermometer kletterte im Laufe des Tage auf 42°C - einfach zu heiß ... für mich ... den Kamelen wäre es wurscht. Stattdessen ein wenig sinniert was mir noch fehlt, um erfolgreich trekken zu gehen.

  • Natürlich brauche ich mehr Praxis im satteln und beladen und die Kamele gescheit in einer Linie führen. Ebenso sie ohne viel Theater im Truck verladen: dreimal in die Hände klatschen und husch-husch die Waldfee rennen alle drei freudig erregt auf den Truck 😁 ...  man wird ja noch träumen dürfen.
  • Ich bräuchte Muskelaufbautraining. Diese Sattel- und Wasserkanister-Schlepperei bringt mich regelmäßig an meine Leistungsgrenze. Überlege, ob ich in ein Sportstudio investieren sollte. Andererseits besitze ich Hanteln und ein Reck für pull-ups (ich schaffe genau 1 🙈  ) und sit-ups sowie push-ups kann man auch ohne Geld ausgeben daheim im Badezimmer machen. Muss noch viel nachdenken, v.a. weil mein Motto bisher lautete: no sports und ich bin bis jetzt sehr gut damit gefahren.
  • Schießen, ich muss schießen üben. Habe schon wieder alles über den Umgang mit dem Gewehr vergessen. Vielleicht fahre ich demnächst auf eine range - kostet $ 50/Tag. Oder ich finde jemanden, auf dessen Grundstück ich schießen dürfte. Bei mir geht es nicht, bin zu Nahe am Ortskern.
  • Brauche noch einige Teile wie satellite messenger, Solarpanelen, Kompressor fürs Auto, evtl. Satelliten-Telephon. Muss eine Liste erstellen, was alles fehlt und sie dann abarbeiten. Wie haben das die afghanischen Kameltreiber vor 150 Jahren nur gemacht?
  • Navigation, sehr wichtig. Internetrecherche lieferte einen dreitägigen Kurs. Ist zwar in Adelaide, aber das kann ich bewerkstelligen. Und nur $ 75 ... freu mich schon drauf.

Sonntag, 3. Februar 2019

Zu früh gefreut

Während ich am Freitag Morgen noch der Meinung war, dass Alis Auge unverändert sei, zeigte sie abends signifikante Symptome einer Verschlechterung. Wie am ersten Tag senkte und schüttelte sie den Kopf, als wenn sie etwas loswerden wollte. Ich schloss sie in mein Nachtgebet ein und hoffte auf Verbesserung. Aber nein, morgens das selbe Theater. Auch waren ihre Augenlider regelrecht verklebt: die Augensalbe und der bulldust hatten eine Pastete gebildet und verpappten die Lider.

War jetzt ein Fremdkörper eingedrungen? Heute wollte ich Nägel mit Köpfen machen und sie sedieren, um nachzuschauen. Voraussetzung ist eine Fastenperiode, aber wie sollte ich das bewerkstelligen? Eleganteste Lösung wäre, sie vorübergehend im Stall unterzubringen. Leider keine Option: bei der Erstuntersuchung hatte ich sie dorthin geführt und ihre Kumpel sind völlig ausgeflippt. Sobald Ali außer Sichtweite war, fingen sie an zu brüllen wie am Spieß und rannten hin und her. Das zerrte an meinen Nerven und ich hatte Angst, sie würden über den Zaun steigen, um zu ihrer Freundin zu gelangen. Alle drei in die Arena führen und dort ohne Wasser und Futter belassen?

Ich entschied mich für eine andere Variante. Nachdem ich ihr noch ein Schmerzmittel verabreicht hatte, führte ich sie auf die Nachbarkoppel - in Sichtweite von Laila und Jamahl. Dort band ich sie kurz an und versah sie zusätzlich mit einem Maulkorb. So verbrachte sie die nächsten acht Stunden. Sie war sehr brav - ich konnte zu keinem Moment Befreiungsversuche beobachten.

Abends war es so weit. Ich fixierte den Kopf am Zaun und wollte ihr das Sedierungsmittel in die Vene verabreichen. Aber sie roch Lunte. Sobald ich versuchte die Jugularvene zu stauen, brüllte sie los und warf den Schädel herum, was ihr trotz all der Seile gut gelang. Irgendwann haute ich die Nadel in den Hals und spritzte das Medikament (0,5 ml Ketamin 100mg/ml + 0,5 ml Xylazin 100mg/ml). Natürlich gelangte bei der Zappelei nicht alles in den Blutstrom, so dauerte es eine Zeit, bis die Wirkung einsetzte. Sie war nur mäßig kooperationsbereit, aber endlich war ich in der Lage, hinter das dritte Lid zu schauen: kein Fremdkörper, nirgendwo. Die Größe des Hornhautdefekts war unverändert. Die gute Meldung ist, dass Reparaturvorgänge eingesetzt haben. Von ventral sprießen kleine Gefäße in den Defekt, die Selbstheilung ist im vollen Gange.


Warum sie gestern erneut Schmerzen hatte? Keine Ahnung, vielleicht hat sie sich nochmal irgendwo angeschlagen, so ungeschickt wie sie ist. Und der Dreck, der in den Salbenresten kleben bleibt, trägt auch nicht zur Verbesserung bei.

Hängende Unterlippe: Nebenwirkung der Sedierung

Mir kam noch eine Idee: schnell rannte ich zur Nachbarin und lieh mir ein fly veil von ihren Pferden aus. So konnte ich die Augensalbe verabreichen und brauchte keine Angst haben, dass gleich alles wieder verschmutzt.


Ui, haben die anderen geschaut, als Ali zurückkehrte. Sie wurde von vorne bis hinten beschnuppert, beide blubberten und schubsten sie, trieben sie vor sich her und versuchten, ihr in den Hintern zu beißen.

Am nächsten Morgen konnte ich den Fliegenschutz von der Koppel auflesen - habe nichts anderes erwartet. Solange kein Eiter sichtbar ist, werde ich keine Salbe mehr geben. 

Ali zufrieden im Strohbett




Freitag, 1. Februar 2019

Update Alis Auge

Keine sichtbare Verbesserung zu erkennen, Verschlechterung aber auch nicht. Meistens hält sie die Lider fest verschlossen; der Ausfluss ist wässriger Natur (kein Eiter). Sie ist nach wie vor im Kampfmodus wenn ich sie behandeln will. Heute fiel mir noch eine Schwellung unter dem Auge auf, keine Ahnung, ob ein Zusammenhang mit der Hornhautverletzung besteht. Allgemeinbefinden nach wie vor ungestört.