Dienstag, 29. Januar 2019

Full monty

Australia Day fiel diesmal auf einen Samstag. Da die armen Bürohengste um einen freien Tag bangten, erklärten sie kurzerhand den darauf folgenden Montag als Feiertag. Das wiederum für meine Horde hieß: die Straßen sind nicht so belebt, wir können arbeiten.

Diesmal mit voller Montur. Laila verhielt sich großartig, bekam Reitsattel aufgelegt und zwei mit 20l Wasser gefüllte Säcke angehängt. Jamahl beglückte ich mit Packsattel, den Seitengestellen und acht Wasserkanistern, von denen vier gefüllt waren. Sattel wiegt 25 - 30 kg, die Gestelle 10 - 15 kg (x 2) und die vier vollen Kanister 80 kg: macht mindestens 125 kg, können auch 150 kg sein, ich muss eine Möglichkeit finden, alles zu wiegen.

Der arme Bursche stöhnte leise vor sich hin, als ich ihn mit immer mehr Zeug belastete. 



Ich war schnell k.o., brauchte DREI volle Stunden, bis die Mannschaft abfahrbereit war. Wie soll das werden, wenn ich trekken gehe? Mit Frühstück, Zelt und Campingsachen einpacken, Kamele einfangen und beladen brauche ich mindestens fünf Stunden bis zu Abmarsch. Ich kann dann gleich wieder auspacken, weil es im Winter nur ca 8 Stunden hell ist. Da werde ich nicht weit kommen.




Nach 3/4 der Strecke bemerkte ich, dass der Sattel von Jamahl in Schieflage geraten war. Irgendwann hatte Laila ein paar Bocksprünge gemacht und ihr Sattel hatte seinen auf  Rutschpartie gebracht. Langsam fuhr ich an den Straßenrand, leinte den Burschen los, befahl ihm sich niederzulegen und befreite ihn von der Last. Er war so brav und geduldig - es war das erste Mal in den fast zwei Jahren, seit er in meinem Besitz ist, dass ich ihn richtig gern hatte. Bis dahin war er mir immer suspekt. Er ist mir einfach zu groß, hat irre lange Haxen die sich unkoordiniert bewegen, dauernd ist er in meinem "inner space", kann kein Abstand halten und wenn ihm danach ist, schnappt er auch gerne. Gestern verhielt er sich mustergültig. 

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