Montag, 23. April 2018

Letzter Trainingstag...

vor der großen Reise.

Und er war ein großer Erfolg! Letztes Jahr um diese Zeit war ich total verzweifelt: Ali ließ mich nicht in ihre Nähe, so dass ich für sie eine andere Unterbringung suchte. Jamahl war neu für mich und kopfscheu. Laila wusste nichts besseres zu tun, als ständig zu raufen. Jeder noch so kurze Spaziergang endete in ein Disaster.

Das schaute am Sonntag ganz anders aus. Zunächst machten wir uns in der gewohnten Formation (Auto, Anhäger und die Kamele einzeln hinten angebunden) auf den 11 km Rundweg. Nach knapp der Hälfte der Strecke hielten wir an und ich platzierte die Kamele hintereinander. Laila zuerst, dann Jamahl, Ali als Schlusslicht.






Wir marschierten und eine Hilfskraft führte das Auto zurück. Über ein Walkie-Talkie blieb ich mit ihr in Kontakt, falls etwas passieren sollte.

Natürlich passierte etwas! Zunächst kam uns ein Auto entgegen. Es fuhr langsam, ich sah es von weitem kommen und hatte Zeit, Laila an einen Posten zu binden. Ich wollte warten, bis der Wagen vorbeigefahren war ... aber er hielt an! Ein weiter entfernter Nachbar hatte uns gesehen gehabt und hat absichtlich unseren Weg gekreuzt, weil er seiner kleinen Enkelin die Kamele zeigen wollte 😕 Nicht wirklich der richtige Zeitpunkt.

Auf der etwas mehr befahrenen Landstraße kam uns ein PKW mit ordentlichem Tempo entgegen. Keine Zeit, einen rettenden Zaunpfahl zu erreichen, streckte ich den Arm weit aus und versuchte den Fahrer durch entsprechende Handzeichen zum langsam fahren zu veranlassen. Pustekuchen, volles Rohr an uns vorbei! Glücklicherweise zeigten sich die Tiere nicht beeindruckt.

Dann hieß es, den highway zu überqueren. Wie sollte es anders sein, kaum erreichten wir die Kreuzung, tauchte ein SUV mit großem Wohnmobilanhänger auf. Die Kamele wollten nicht ruhig stehen bleiben, so führte ich sie in einem Bogen am Seitenstreifen zurück - nicht berücksichtigend, dass ein Vorfahrtsschild am Rand stand. Laila und Jamahl gingen rechts, Ali links herum! Das kann nicht gut gehen. Wie soll ich sie jetzt, wo sie eh nervös sind, rückwärts führen? Ali löste das Problem mit brutaler Gewalt, ging einfach weiter, bog den Pfosten um und kam irgendwie frei, nicht ohne ihr Halfter zu zerstören.

Weiter ging's. Kurz vor Erreichung der rettenden Einfahrt, hörte ich ein lautes Motorengeräusch von hinten. Muss das sein? Der größt-mögliche Trekker - die gesamte Straßenbreite einnehmend mindestens zwei Stockwerke hoch, mit ausladender Pflugschar - walzte langsam heran. Hastig Laila an einen Zaunpfahl festbinden und beten, dass die Viecher nicht ausflippen und sich losreißen. Nun, losgerissen haben sie sich nicht, es aber lautstark versucht. Gebrüllt wie die Löwen und vereint gezerrt. Dabei ist die Kette, die ich sicherheitshalber um Lailas Halfter befestigt hatte (um in Ermangelung eines nose pegs ein gewisses Maß an Kontrolle zu gewährleisten) soweit abgeglitten, dass sie den knorpeligen Anteil der Nase abschnürte. Das tat offensichtlich ordentlich weh, so dass sie noch mehr brüllte. Und je mehr sie brüllte und das Maul dabei aufriss, umso mehr schnürte sie sich selber ab. Furchtbar. Mittlerweile war der Traktor vorbei, Jamahl und Ali hatten sich beruhigt, aber Laila brüllte weiter. Ich versuchte vergeblich auf sie einzureden, damit sie ihr Maul schließt und die Spannung der Kette nachlässt und ich die Kette wieder richtig platzieren kann, aber sie war in Panik. Irgendwann war es mir möglich, das Führseil von der Kette zu lösen, die Spannung ließ nach und Laila beruhigt sich.

Die letzten Meter verliefen ohne Zwischenfall - keiner versuchte auch nur ansatzweise sich zu den verführerischen Büschen herabzubeugen und einen Happen aufzunehmen. Nur schnell, schnell zurück auf die Koppel.

Trotz der Zwischenfälle auf dem 5 km Marsch war ich sehr glücklich! Ich bin nun zuversichtlich, dass ich noch in dieser Saison eine Outbacktour schaffen kann.

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