Dienstag, 24. April 2018

Letzte Aktionen

So konnte ich das Verkehrsschild doch nicht stehen lassen. Beim Abendspaziergang mit dem Hund ging ich rein zufällig 😇 am Ort des Disasters vorbei und richtete es so gut es ging wieder gerade.

Vorher:
Nachher:


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Man glaubt es kaum, aber der earthmover ist gestern gekommen! Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Recht fleißig den ganzen Tag die Erde vor sich hin geschoben, acht Stunden später sah es so aus:





Heute wurde weiter gewerkt, morgen ist Feiertag und Donnerstag wird der Schotter geliefert. Bin sehr zufrieden, meine Büsche und Bäume haben die schweren Maschinen überlebt. Sogar die frisch gesetzten old-men-saltbushes am Rand zum Nachbarzaun wurden geschont. Brave Jungs!
                                                           
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Letzte Handlung vor der Reise: Kamele auf Koppel Nummer 4 bringen. Von dort können die Tiere mit Hilfe eines Wasserschlauches vom Tank bei der Scheune getränkt werden, kein unnötiges Schleppen der Kanister.

Schwierigkeiten as usual... Ali mag sich kein Halfter anlegen lassen, ging dann aber brav mit.


Derweil warten die beiden anderen unter konstantem Protestgebrüll.


Als nächstes Laila, die natürlich hupft und zerrt wie ein Geißbock. Das einzeln führen wird nicht gut geheißen, zudem geht ein starker Wind und sind große laute blinkende Baumaschinen in Aktion.


Zum Schluss Jamahl, der Angst hatte zurückzubleiben. Er wollte sofort lospreschen, deshalb zwang ich ihn sich erst abzulegen. Er hat mir zu gehorchen und sich auf mich zu konzentrieren!



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Ach ja: die alte Frau hat Geburtstag und drei (3) Paar Patschen aus Kamelhaar geschenkt bekommen.




Montag, 23. April 2018

Letzter Trainingstag...

vor der großen Reise.

Und er war ein großer Erfolg! Letztes Jahr um diese Zeit war ich total verzweifelt: Ali ließ mich nicht in ihre Nähe, so dass ich für sie eine andere Unterbringung suchte. Jamahl war neu für mich und kopfscheu. Laila wusste nichts besseres zu tun, als ständig zu raufen. Jeder noch so kurze Spaziergang endete in ein Disaster.

Das schaute am Sonntag ganz anders aus. Zunächst machten wir uns in der gewohnten Formation (Auto, Anhäger und die Kamele einzeln hinten angebunden) auf den 11 km Rundweg. Nach knapp der Hälfte der Strecke hielten wir an und ich platzierte die Kamele hintereinander. Laila zuerst, dann Jamahl, Ali als Schlusslicht.






Wir marschierten und eine Hilfskraft führte das Auto zurück. Über ein Walkie-Talkie blieb ich mit ihr in Kontakt, falls etwas passieren sollte.

Natürlich passierte etwas! Zunächst kam uns ein Auto entgegen. Es fuhr langsam, ich sah es von weitem kommen und hatte Zeit, Laila an einen Posten zu binden. Ich wollte warten, bis der Wagen vorbeigefahren war ... aber er hielt an! Ein weiter entfernter Nachbar hatte uns gesehen gehabt und hat absichtlich unseren Weg gekreuzt, weil er seiner kleinen Enkelin die Kamele zeigen wollte 😕 Nicht wirklich der richtige Zeitpunkt.

Auf der etwas mehr befahrenen Landstraße kam uns ein PKW mit ordentlichem Tempo entgegen. Keine Zeit, einen rettenden Zaunpfahl zu erreichen, streckte ich den Arm weit aus und versuchte den Fahrer durch entsprechende Handzeichen zum langsam fahren zu veranlassen. Pustekuchen, volles Rohr an uns vorbei! Glücklicherweise zeigten sich die Tiere nicht beeindruckt.

Dann hieß es, den highway zu überqueren. Wie sollte es anders sein, kaum erreichten wir die Kreuzung, tauchte ein SUV mit großem Wohnmobilanhänger auf. Die Kamele wollten nicht ruhig stehen bleiben, so führte ich sie in einem Bogen am Seitenstreifen zurück - nicht berücksichtigend, dass ein Vorfahrtsschild am Rand stand. Laila und Jamahl gingen rechts, Ali links herum! Das kann nicht gut gehen. Wie soll ich sie jetzt, wo sie eh nervös sind, rückwärts führen? Ali löste das Problem mit brutaler Gewalt, ging einfach weiter, bog den Pfosten um und kam irgendwie frei, nicht ohne ihr Halfter zu zerstören.

Weiter ging's. Kurz vor Erreichung der rettenden Einfahrt, hörte ich ein lautes Motorengeräusch von hinten. Muss das sein? Der größt-mögliche Trekker - die gesamte Straßenbreite einnehmend mindestens zwei Stockwerke hoch, mit ausladender Pflugschar - walzte langsam heran. Hastig Laila an einen Zaunpfahl festbinden und beten, dass die Viecher nicht ausflippen und sich losreißen. Nun, losgerissen haben sie sich nicht, es aber lautstark versucht. Gebrüllt wie die Löwen und vereint gezerrt. Dabei ist die Kette, die ich sicherheitshalber um Lailas Halfter befestigt hatte (um in Ermangelung eines nose pegs ein gewisses Maß an Kontrolle zu gewährleisten) soweit abgeglitten, dass sie den knorpeligen Anteil der Nase abschnürte. Das tat offensichtlich ordentlich weh, so dass sie noch mehr brüllte. Und je mehr sie brüllte und das Maul dabei aufriss, umso mehr schnürte sie sich selber ab. Furchtbar. Mittlerweile war der Traktor vorbei, Jamahl und Ali hatten sich beruhigt, aber Laila brüllte weiter. Ich versuchte vergeblich auf sie einzureden, damit sie ihr Maul schließt und die Spannung der Kette nachlässt und ich die Kette wieder richtig platzieren kann, aber sie war in Panik. Irgendwann war es mir möglich, das Führseil von der Kette zu lösen, die Spannung ließ nach und Laila beruhigt sich.

Die letzten Meter verliefen ohne Zwischenfall - keiner versuchte auch nur ansatzweise sich zu den verführerischen Büschen herabzubeugen und einen Happen aufzunehmen. Nur schnell, schnell zurück auf die Koppel.

Trotz der Zwischenfälle auf dem 5 km Marsch war ich sehr glücklich! Ich bin nun zuversichtlich, dass ich noch in dieser Saison eine Outbacktour schaffen kann.

Samstag, 21. April 2018

Vorbereitungen...

...für die Erdarbeiten in zwei Tagen. Die vorhandene Vegetation wird weggeschoben, der Boden ausgekoffert und nivelliert.

Die Kamele lieben salt- und bluebushes und so wurde im Laufe der Woche so viel wie möglich "geerntet" und verfüttert, bevor die großen Bagger kommen.




Der Anhänger des ride-on-mowers voll leckeren Grünzeugs. Nichts geht verloren, jedes über den Zaun fallende Ästchen wird aufgehoben und nachgereicht.




Gourmands ☺




Laila zeigt ihre Beißerchen.

Ali kriegt extra (sie wird nach wie vor gemobbt). Da schmeckt's gleich noch 'mal so gut!





Hallo! Wo bleibt der Nachschub?

Mittwoch, 18. April 2018

Generalprobe

Nächste Woche um diese Zeit sitze ich bereits im Flugzeug☺

Für den Fall, dass Laila wieder "gamsig" wird und Ali besteigen will, trainierten wir das Halftern und Führen von Ali. Sie sollte zu ihrer Sicherheit tagsüber auf eine andere Koppel gebracht werden. Damit der Hilfskraft nichts passiert, sollte ein Nachbar (ehemaliger Metzger und somit den Umgang mit großen Tieren gewohnt) bei dieser Aktion anwesend sein. Ein paar Mal übten wir alle drei zusammen, heute hielt ich mich zurück. Generalprobe sozusagen.



Die Aktion ging in die Hose. Laila und Jamahl ließen sich problemlos handeln, Ali spielte mal wieder Blümchen Rühr-mich-nicht-an. Das Halfter ließ sie sich zwar an- aber nicht mehr ablegen und die Assistenz wurde sogar bespuckt!

Das kann ja heiter werden 😓


Dienstag, 17. April 2018

Motivation

Buck Brannaman, ein amerikanischer Pferdetrainer, hat in einem Interview folgende Aussage getroffen:

You’ll have some horses in trouble that have been that way for a long time. It’s too bad, but most of it is due to the human being and what they’ve exposed the horse to. At the end of a session working with them, you feel like you really got something accomplished; you feel real good about things.
And you go out first thing in the morning, and the way he responds to you, you feel like you didn’t do a damn thing the day before, like you’re starting over from nothing, and it didn’t carry over. And you think, “Why did I even do it yesterday?”
But under those circumstances, if you’re not willing to go back every day and start over, you shouldn’t have started to begin with, because you might have to start over a lot of days in a row before it carries over from one day to the next, or one month to the next or one year to the next.
But one day it will, if you’re willing to start over enough times from zero. One day it’ll surprise you, and it’ll start off maybe farther ahead than you left it the day before. And that’s quite a thing for both of you. But you have to be willing to wait that out. Having had a lot of experience at doing this, I could start over 500 days in a row, and it doesn’t bother me a bit. I’m going to be the same guy at the beginning of the day each day as what I was the day before.
Not everybody has that in them. I often tell people, it doesn’t make any difference to me where I start my day, it makes a difference to me where I finish my day. Did I leave things a little better off than how I started? It doesn’t have to be perfect, but if it’s just a little better off than how I started, I got along just fine.

Eine motivierende Aussage!

Samstag, 14. April 2018

Erster Sturm...

...in dieser Herbstsaison.

Vor drei Tagen noch über die Hitze gestöhnt, könnte man jetzt den Holzofen anschmeißen! Ein Sturmtief, dass endlich auch etwas (4 mm) Regen gebracht hat. Die Wassertanks sind fast leer, es wird höchste Zeit für den Niederschlag. Den Kamelen schmeckt's auch wenn es stürmt 😊. An Training irgendwelcher Art ist natürlich überhaupt nicht zu denken. Wetterberuhigung in 3-4 Tagen.


Das Rabenaas Laila weiß genau, dass der Elektrozaun während der Fütterung ausgeschaltet ist! Volle Pulle hängt sie sich über den Draht, um das bisschen Grün auf der anderen Seite zu ergattern 🙈




Ach ja, eben auf FB entdeckt:


Da gab es wohl ein Doppeldecker-Flugzeug während des 1. Weltkrieges, das "Sopwith Camel" hieß.

Mittwoch, 11. April 2018

Altherren Probleme

Jamahl wollte kein Frühstückchen! Erst nach Handfütterung und mit langen Zähnen verdrückte der Bub seine Möhren-Äpfel-Ration. Auch stand er breitbeinig da und erweckte den Eindruck, er könne nicht pinkeln!

Der Versuch, seine 'private parts' näher in Augenschein zu nehmen, scheiterte kläglich. Da kann sogar das gutmütigste Kamel unangenehm werden. Also ab, in den Zwangsstand, einquetschen zwischen Zaun und Tor. Neue Technik des zu Untersuchenden: sich hinlegen. Wenn man nur in die Nähe des Penises kommt, sofort das Bein anwinkeln und sich fallen lassen.

Nach einigen Anläufen gab ich auf. Er wird eine Sedierung brauchen, wenn die Harnröhre auf Durchgängigkeit untersucht werden muss.

Es ist seit Wochen knochentrocken und seit ein paar Tagen wieder hochsommerlich warm. Täglich über 35°C - die Kamele trinken jede Menge. Allerdings schmeißt Ali grundsätzlich und immer den Wassertrog durch die Gegend, wenn sie ihren Flüssigkeitsbedarf befriedigt hat. Mir ist das zu blöd, so gibt es nur einmal am Abend einige Kanister frischen Wassers. Pech, wenn der Rest im Boden versickert weil Ali Trog-Weitwerfen spielt, aber offensichtlich mit unerwünschten Nebenwirkungen für Jamahl. Also ab sofort mindestens zweimal am Tag tränken, damit der Bub seine Nieren durchspülen kann.

Abends Entwarnung: nach langer Beobachtung hat er einen kräftigen Strahl Urin abgelassen. Puh!

Dienstag, 10. April 2018

Letztes Training

Die große Reise nähert sich, es stehen noch einige organisatorische Tätigkeiten an. Deshalb zum letzten Mal wagon Training angegangen. Gestern schon eine holprige Runde gefahren, heute war's fast perfekt. Jamahl zeigt keine Lahmheitssymptome mehr und hat sich beruhigt: kein weicher Kot. Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist, oder wie man beim Tiertraining sagt, immer "end on a positive note".


Zusätzlich eine Einheit 'Fuß aufheben' eingelegt. Wichtig um die Sohlen auf Verletzungen, Fremdkörper o.ä. zu untersuchen. Dabei von Ali in den Hintern gezwickt worden 😅


Sonntag, 8. April 2018

Keine Besserung

Habe gar nicht erst versucht irgendein Training zu starten. Stattdessen die Medikation geändert, da das Metacam nicht gewirkt hatte und Kamele recht empfindlich auf wiederholte Gaben reagieren. Jetzt versuche ich Phytotherapie: Weidenrindenextrakt gegen Entzündungen und Schmerzen, Weihrauchkapseln zur Stärkung der Abwehrkräfte. Verpackt in viel Toastbrot geht alles.



Samstag, 7. April 2018

Kein Training

Das Wetter ist wunderschön. Nicht zu kalt, nicht zu warm, Sonnenschein, eine leichte Brise, kaum Fliegen. Samstag morgen und Zeit für eine Runde.

Abgesehen davon, dass die alte Frau x-mal rennen musste, weil sie dies und jenes vergessen hatte mitzunehmen, zog sich der Vormittag auf Grund Jamahl's Ungehorsam unendlich in die Länge. Er wollte einfach nicht liegen bleiben. Sobald ich ihm den Rücken kehrte, sprang er wieder auf und tänzelte nervös hin und her. Sein Kot wurde zunehmend weicher, er war sehr gestresst und ich konnte mir keinen Reim drauf machen.

Endlich war das Gespann hergerichtet, Laila (die sich zwischendurch mangels ordentlicher Knotentechnik der alten Frau losgerissen hatte und sich an meinen kleinen Büschen labte) in Position gebracht und Jamahl angebunden. Da war es offensichtlich: der Bursche hatte Schmerzen. Er entlastete seine rechte Hintergliedmaße -  nicht viel, aber doch deutlich. Die Sohle war in Ordnung, aber beim Abtasten der Knochen zuckte er  - dort wo er sich vor einiger Zeit beim kurzen Transport das Bein im Trailer verkeilt hatte. Die Wunden sind oberflächlich gut verheilt, aber vielleicht sind Sehnen oder Knochenhaut in Mitleidenschaft gezogen?


Jetzt hatte er richtig Durchfall - also kein Training heute. Stattdessen mehrer Scheiben Toastbrot getränkt mit Metacam.

Mittwoch, 4. April 2018

😧

Alte Frau ist beim Führerschein durchgefallen.

Sonntag, 1. April 2018

Tag 3

Heute ein sehr erfolgreiches Training absolviert.

Anfangs zierte sich Jamahl: zunächst wollte er sich nicht das Halfter anlegen lassen, dann flippte er aus, als ich ihm den shearers belt (ein wolliger Gürtel, der als Zughalsband dient) umbinden wollte. Es bedurfte mehrere Anläufe bis er endlich startklar war.

Ich setzte mich auf den Wagen und eine Hilfskraft fuhr mit dem ute. Zwei Runden um die Koppel ohne Zwischenfälle, kein hüpfen über die seitlichen Leinen, kein verwickeln oder bocken. Bei der zweiten Runde hängten wir Ali hinten dran, auch dass funktionierte problemlos.