Freitag, 23. Februar 2018

GZSZ

Die schlechten Zeiten zuerst:

- Ein die Woche angegangenes Trailertraining erwies sich als Katastrophe. Ich wollte unbedingt testen, ob alle drei auf den Hänger passen. Ja, das schon - aber wie. Ali und Jamahl haben sich redlich bemüht und sich sogar abgelegt, aber Laila 😰! Durch ihr Rumgezappel hat sie die beiden anderen ständig aufgescheucht und hin- und hergeschubst. Der Hänger hat gewackelt und gescheppert, alle haben gebrüllt wie am Spieß und Ali und Jamahl haben sofort die Scheißerei gekriegt. Furchtbar. Ich entschloss mich, nur kurz um die Ecke zu fahren und beim Nachbartor zu halten. Bis dahin hatte es Jamahl geschafft, ein Bein zwischen die Planken zu verkeilen. Mit Müh und Not konnte ich den Haxen zurücktauchen. Alle haben blutende Wunden davongetragen. So geht das nicht! Entweder müssen die Spalten beim Anhänger irgendwie abgedeckt werden oder - der Hänger kommt weg und der Truck her! Es wird wohl letzeres werden.

- Ich habe begonnen - wie in einem Lehrbuch für Pferdetraining empfohlen - Jamahl und Laila daran zu gewöhnen, etwas hinter sich her zu ziehen. Jamahl war recht brav. Ein wenig verunsichert und tänzelnd, im großen und ganzen problemlos.



Aber Laila - wer sonst? Zuerst ist sie keinen Meter gegangen, dann hat sie sich losgerissen und ist im Affentempo über's Grundstück. Runde um Runde, den Reifen hinter sich herschleifend. Zeitweise verhedderte sie sich, was sie in noch mehr Panik versetzte, irgendwann verlor sie den Reifen und schlug sich den Metallbügel um die Beine. Das sie sich nichts gebrochen hatte grenzte an ein Wunder. Ich bin zwischendurch ins Haus mich zu erfrischen - sie ist ca. zwei Stunden Amok gelaufen. Als sie absolut am Ende war konnte ich ihr nahe kommen, ohne dass sie sich davon machte. Einen O-Ring am Halfter hat sie zerstört, so dass nur noch Fetzen herunter hingen, das lederne Brustgeschirr war ausgerissen. Brutale Gewalt. Ich befreite sie von den Resten und führte sie zurück auf die Koppel. Es wartet viel Arbeit auf uns.

Doch nun zu den guten Zeiten

- Ich konnte mich vier Wochen lang einer Hilfskraft bedienen, was das Training wesentlich erleichterte.

- Monatsanfang brachte ich alle drei auf Koppel 1, wo sich auch die Emus befinden. Laila hat viel zu tun, ihnen hinterher zu jagen. Sie lässt seitdem sowohl Jamahl als auch Ali in Frieden, kein Raufen und niederrangeln mehr. Sie darf ohne Fußfesseln laufen und Ali muss nicht tagsüber auf eine andere Koppel ausweichen, um ihre Ruhe zu haben.


- Meine absolute Klimax, Glücksgefühle und Stolz ohne Ende: ich habe es geschafft, alle drei in einer Reihe zu führen. Ohne das Laila buckelt, rauft oder mich irgendwo hin schleift! Genau so soll es sein.




Zur Zeit habe ich eine Pferdeliebhaberin engagiert. Sie wird mir ein paar Mal pro Woche helfen. Sie braucht nicht viel zu tun, nur anwesend sein, um im Fall eines Unfalles helfend einzugreifen. Mir das Gefühl der Sicherheit zu geben - da traue ich mir auch mehr zu.

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