Mittwoch, 28. Februar 2018

Mein Dickerchen

Ach, bin ich glücklich: jetzt darf ich sie nicht nur bürsten ohne bespuckt zu werden, nein, jetzt darf ihr auch das Brustgeschirr anlegen. Es fehlt nicht mehr viel und wir sind wieder da, wo wir vor über einem Jahr aufgehört haben.


Nach wie vor kann ich die Frage nach der Trächtigkeit nicht beantworten. Nur fett oder Baby im Bauch?


Laila


Jamahl


Ali

Nicht wirklich gut zu beurteilen. Wenn sie nicht die Beine spreizen würde - ihre bevorzugte Art zu stehen - wäre der dicke Bauch besser auszumachen.

Apropos Trächtigkeit. Als der Veranstalter des Kurses in Kalifornien eine Tierärztin ankündigte, die über Geburt und Aufzucht referieren würde, stand mein Entschluss fest, doch (trotz leichter Unstimmigkeiten im Schriftverkehr) teilzunehmen. Habe inzwischen einen Flug online gebucht: Abflug am 25. April, am 27. April Übernahme eines Campervans. Im Anschluss an das Event werde ich Kalifornien unsicher machen. Rückkehr ist am 25. Mai!

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Habe soeben einen Aufruf auf der cameleer FB-Seite getätigt ob es jemanden gäbe, der mitkommt! Mal sehen, vielleicht findet sich ein/e Mutige/r. Auf jeden Fall habe ich innerhalb kürzester Zeit schon Einladungen zu anderen Kamelbesitzern in USA erhalten. Ich liebe die Amis! 💘

Montag, 26. Februar 2018

Fesch!

Staubtrocken ist es die längste Zeit. Während im Winter die Fußsohlen aufgeweicht und runzelig sind, sind nun die Klauen spröde und rissig. Aber dem kann abgeholfen werden - mit Huföl für Pferde.

Vorher:


Nachher:


Lustig zu beobachten, dass die girls stillhalten und Jamahl herum zappelt. 

Zeigt her eure Füße,...  fesche Ali 😊



Freitag, 23. Februar 2018

GZSZ

Die schlechten Zeiten zuerst:

- Ein die Woche angegangenes Trailertraining erwies sich als Katastrophe. Ich wollte unbedingt testen, ob alle drei auf den Hänger passen. Ja, das schon - aber wie. Ali und Jamahl haben sich redlich bemüht und sich sogar abgelegt, aber Laila 😰! Durch ihr Rumgezappel hat sie die beiden anderen ständig aufgescheucht und hin- und hergeschubst. Der Hänger hat gewackelt und gescheppert, alle haben gebrüllt wie am Spieß und Ali und Jamahl haben sofort die Scheißerei gekriegt. Furchtbar. Ich entschloss mich, nur kurz um die Ecke zu fahren und beim Nachbartor zu halten. Bis dahin hatte es Jamahl geschafft, ein Bein zwischen die Planken zu verkeilen. Mit Müh und Not konnte ich den Haxen zurücktauchen. Alle haben blutende Wunden davongetragen. So geht das nicht! Entweder müssen die Spalten beim Anhänger irgendwie abgedeckt werden oder - der Hänger kommt weg und der Truck her! Es wird wohl letzeres werden.

- Ich habe begonnen - wie in einem Lehrbuch für Pferdetraining empfohlen - Jamahl und Laila daran zu gewöhnen, etwas hinter sich her zu ziehen. Jamahl war recht brav. Ein wenig verunsichert und tänzelnd, im großen und ganzen problemlos.



Aber Laila - wer sonst? Zuerst ist sie keinen Meter gegangen, dann hat sie sich losgerissen und ist im Affentempo über's Grundstück. Runde um Runde, den Reifen hinter sich herschleifend. Zeitweise verhedderte sie sich, was sie in noch mehr Panik versetzte, irgendwann verlor sie den Reifen und schlug sich den Metallbügel um die Beine. Das sie sich nichts gebrochen hatte grenzte an ein Wunder. Ich bin zwischendurch ins Haus mich zu erfrischen - sie ist ca. zwei Stunden Amok gelaufen. Als sie absolut am Ende war konnte ich ihr nahe kommen, ohne dass sie sich davon machte. Einen O-Ring am Halfter hat sie zerstört, so dass nur noch Fetzen herunter hingen, das lederne Brustgeschirr war ausgerissen. Brutale Gewalt. Ich befreite sie von den Resten und führte sie zurück auf die Koppel. Es wartet viel Arbeit auf uns.

Doch nun zu den guten Zeiten

- Ich konnte mich vier Wochen lang einer Hilfskraft bedienen, was das Training wesentlich erleichterte.

- Monatsanfang brachte ich alle drei auf Koppel 1, wo sich auch die Emus befinden. Laila hat viel zu tun, ihnen hinterher zu jagen. Sie lässt seitdem sowohl Jamahl als auch Ali in Frieden, kein Raufen und niederrangeln mehr. Sie darf ohne Fußfesseln laufen und Ali muss nicht tagsüber auf eine andere Koppel ausweichen, um ihre Ruhe zu haben.


- Meine absolute Klimax, Glücksgefühle und Stolz ohne Ende: ich habe es geschafft, alle drei in einer Reihe zu führen. Ohne das Laila buckelt, rauft oder mich irgendwo hin schleift! Genau so soll es sein.




Zur Zeit habe ich eine Pferdeliebhaberin engagiert. Sie wird mir ein paar Mal pro Woche helfen. Sie braucht nicht viel zu tun, nur anwesend sein, um im Fall eines Unfalles helfend einzugreifen. Mir das Gefühl der Sicherheit zu geben - da traue ich mir auch mehr zu.

Dienstag, 20. Februar 2018

Zahnwechsel bei Jamahl



Der Bursche ist jetzt ein Jahr bei mir. Am 16.02.2017 hatte ich ihn abgeholt und da war er im ersten Zahnwechsel. Pünktlich sind die nächsten Zähne fällig. Milch-Incisivus II rechts ist schon weg, links noch vorhanden - aber der neue lugt schon hervor.

Sonntag, 4. Februar 2018

Zahnwechsel...

bei Ali! Ist sie doch schon etwas älter als vermutet? Jedenfalls beobachtete ich seit einigen Wochen, dass hinter den Incisivi I ein zweites Paar hervorlugte. Nun hat sie einen Milchzahn verloren.



Samstag, 3. Februar 2018

Durch's reden komm'n die Leut z'sammen!

Als der fencer Anfang letzten Jahres mit seinem Auftrag fertig war, brachte er mir den längst versprochenen Wassertank. Er hatte ihn in seiner Scheune herumstehen und dachte, er wäre gut bei mir aufgehoben.

Der Kanister wurde angeblich früher von cameleers verwendet. Die Innenfläche war gebogen, so dass er sich gut dem Tierkörper anpasste. Zwei große Ringe ermöglichten die Befestigung am Sattel oder Geschirr.




Nur, was sollte ich damit? Das Ding war mordsschwer, auch ohne 20 l Wasser. Natürlich bedankte ich mich höflich, stellte es aber gleich online zum Verkauf. Wider erwarten interessierten sich ein paar Leute und mir wurden sogar $ 150,- dafür geboten!

Eine Person, ein cameleer aus den Flinders, war besonders scharf auf den Behälter. Ich versprach, ihn bei meiner nächsten Reise ins Outback mitzunehmen. Leider schaffte ich es im letzten Jahr nicht dorthin - der junge Mann fragte aber immer wieder nach, ob ich den Tank noch hätte.

Kürzlich traf eine Nachricht ein, er befinde sich auf dem Weg nach Adelaide seine Gattin vom Flughafen abzuholen und könnte bei mir vorbeikommen, den Wasserkanister abzuholen. War mir nur Recht und so lernte ich R. kennen. Wir plauderten noch bei einer Tasse Kaffee bevor er sich wieder auf den Weg machte.

Ich war dankbar, dass er sich geduldig meine Probleme mit Laila - ihr kaum zu bändigendes Dominanzverhalten - anhörte und ... den gordischen Knoten durchschnitt: wenn Laila ständig rauft, wenn sie hinter einem anderen Kamel herlaufen soll, dann soll ich sie doch als Leitkamel nehmen! Nur weil sie die jüngste ist heißt ja nicht, dass sie nicht vorne an der Spitze laufen kann. Sein Leitkamel ist ebenfalls weiblich und das kleinste Tier, was er besitzt. Mir fiel es wie Schuppen von den Augen! Na klar, die Probleme fingen erst an, als ich dem Ratschlag von P. folgte und Ali als Leitkamel bestimmte! Von da an ging es bergab. Jamahl war auch nicht in der Lage Lailas Führungsanspruch infrage zu stellen.

Jetzt habe ich die Erkenntnis in die Tat umgesetzt - eine kleine Runde spazieren gehen mit Laila vorne ... ohne raufen ... Sieg!


Stressfreier Spaziergang!

Was mir auch gefiel war seine Schilderung, wie er sich auf den Treks bewegte: nämlich so, dass seine Tiere unterwegs fressen konnten. Hier ein Happen, dort ein Happen. Nicht stur geradeaus! Sich Zeit nehmen, keine Hektik.

Etwas was ich auch nicht wusste und von R. anschaulich geschildert wurde: der original Afghan saddle verfügt über keine Gurte. Der Sattel wird aufgelegt und so beladen, dass die Gewichte genau austariert, die Lasten balanciert sind. Das macht Sinn, weil im Falle eines Umfallens die Kamele sofort frei sind. Wären noch Gurte um den Brust-Bauchbereich gebunden und die Tiere würden hinfallen, würde die Ladung verrutschen und die Gurte unter Spannung setzen - die Tiere könnten nicht mehr aufstehen, die Gurte müssten unter gefahrvollen Bedingungen gekappt werden.

Ich schenkte R. den Kanister unter der Bedingung, dass ich ihn und seine Kamele besuchen darf und er mir noch ein bisschen was beibringt.

Win-win-situation auf beiden Seiten!