Sonntag, 17. Dezember 2017

Immer wieder sonntags...

Nun, heute hatte ich keine Lust. Habe mir vorgenommen nur dann mit den Tieren zu arbeiten, wenn es mir Spaß macht. Schlecht motiviert und unlustig - da kommt nichts Gutes bei raus.

Aber am vergangenen Sonntag wieder die 11 km Runde gemacht und dabei ein denkwürdiges Phänomen beobachtet:

Ich tucker so im Schritt-Tempo vor mich hin, als das Auto plötzlich schneller wird. Ich nehme den Fuss vom Gas, aber die Geschwindigkeit verringert sich nicht! Wie geht das? Wir fahren doch nicht bergab? Dann die Erleuchtung: Jamahl schiebt! Den schweren Landcruiser samt Anhänger!

Eigentlich sollte er schön langsam gehen -  mir geht er immer viel zu flott. Ich möchte, dass er sich meinem Tempo anpasst und ich habe nun mal viel kürzere Beine. Wenn ich Gas gebe, damit er sich nicht mehr an den Hänger lehnen kann, fängt er an zu traben. Das wiederum wäre zwar gut für einen erhöhten Kalorienverbrauch (SIE SIND ZU FETT!) dient aber nicht dem Trainingsziel, nämlich im gemütlich Schritt zu GEHEN. Also schiebt er. Mehr als die Hälfte der Strecke habe ich nicht einmal Gas gegeben. Wie ein Caterpillar in gleichförmiger Geschwindigkeit hat er uns nach Hause geschoben.

Jetzt grübele ich die ganze Zeit, ob ich doch den bequemeren Trekking-Stil, nämlich mit einem Gypsy-Wagen wählen soll? Schaut zwar nicht so cool aus, wie eine Karawane, es sprechen allerdings einige Punkte dafür:

1. Die enorme Plackerei mit den schweren Sätteln und Wasserbehältnissen fällt weg. Es wäre alles im Wagen untergebracht und die Kamele brauchen nur angespannt zu werden.

2. Zeltauf- und abbau fallen weg. Ein gemütliches Bett im Wagen - Vorhang zu und ich habe meine heilige Ruhe. Könnte sogar einen von Solarzellen betriebenen Kühlschrank mitnehmen 😛

3. Die Reise wird sicherer für mich. Meine größte Angst ist nach wie vor, dass die Viecher mich irgendwann in einer Panikattacke von hinten überrennen. Und die Angst ist nicht unbegründet.

4. Es besteht keine wirkliche Erfordernis als Karawane loszuziehen. Ich werde - nach dem jetzigen Stand der Dinge - wahrscheinlich nie querfeldein marschieren. Wüsten- oder Kontinentdurchquerungen sind nicht mein Ziel. Eher abgelegene Straßen, wie Birdsville Trak, Oodnadatta Trek oder Canning Stock Route oder unbefestigte Wege auf irgendeiner der riesigen Stations benutzen und da kommt man mit einem Wagen genauso gut voran.

5. Ich werde mir wahrscheinlich einen LKW kaufen, da könnte ich den Wagen hinten anhängen. Derweil war mein Plan, die Kamele auf ihrem Anhänger zu befördern, da müsste ich den Wagen separiert transportieren (zweimal fahren, eine Firma beauftragen oder den Wagen bei einer Station zurücklassen). Mit LKW könnten die Kamele komfortabler reisen und ich könnte mehr Ausrüstung mitnehmen als mit dem Landcruiser.

Da ich nicht weiß, wie das alles so klappen könnte dachte ich, mir einen Wagen auszuleihen. K. und Partnerin, die vorher in Beltana waren, leben jetzt in Victoria und arbeiten auf einer Kamel-Milchfarm. Also eine Nachricht versandt und nach drei Tagen endlich die Antwort erhalten:

"Hi, yes we still have our wagon. We would consider leasing it or even selling it. I am on my way to the airport as I will be in the UAE for two weeks. We can discuss it more when I am back...."

Das ist das gute Stück. Glaube nicht, dass ich den kaufen will. Aber mal für ein paar Monate ausleihen, üben und dann so was von einem Profi bauen lassen. Geländegängig, leichtführig mit schöner Inneneinrichtung 😇



Sonntag, 3. Dezember 2017

Erfolgreicher Sonntag

Heute zum ersten Mal nach der Unterbrechung durch meine Erkrankung eine Runde mit dem Anhänger unternommen. Jamahl wollte sich nicht das Halfter anlegen lassen, ich konnte ihn dann letztlich doch 'überreden'. Ali wollte beim Halfter anlegen spucken, wurde aber gleich mit Maulkorb versehen, so dass sie sich nur noch selber anspucken konnte. Nachdem ich alle drei an den Hänger festgebunden hatte, befreite ich Ali von dem Maulkorb und legte ihn Laila an. Nur für den Fall, dass ihr einfallen könnte, unterwegs zu raufen. Auf den ersten Metern - noch auf dem Grundstück - sah sich Laila veranlasst, einen Affentanz aufzuführen. Sie hüpfte in die Höhe, zog zurück, schlackerte mit dem Schädel. Plötzlich wurde mir klar was mit ihr los war: sie war verunsichert von der kleinen Scheune, die ich auf der 1.Koppel für die Emus aufgestellt hatte. Von der Koppel, auf der sie sich die letzten vier Wochen aufgehalten hatten, konnten sie die Hütte nicht sehen. Aber jetzt, beim vorbei fahren! Sehr verdächtig! Als wir auf der Straße waren beruhigte sie sich wieder.

Die 11 km Rundfahrt verlief unauffällig, nur einmal wurden wir von einem PKW überholt. Kurz vor der Ankunft fing es an zu regnen -  das Wetter war heute schlechter als vorhergesagt.

Zur Belohnung durften sie anschließend auf eine andere Koppel. Dort ist in den letzten drei Monaten doch etwas Grünzeug gewachsen, auf das sie sich gleich stürzten.