Mittwoch, 22. November 2017

Glücklich!




Diese drei Bilder lassen mein Herz höher schlagen!

Ali ist die erste, die auf mich zukommt, sobald die Kamele mich entdeckt haben. Wie war sie von mir angewidert bevor ich sie auf Erholung nach Orroroo geschickt hatte. Mit dem Arsch hätte sie mich nicht angeschaut, irgendwo möglichst weit weg wäre sie gestanden, während die beiden anderen zu mir gelaufen wären. Ich darf sie jetzt auch wieder anleinen und am Hals streicheln. Kleine Unsicherheiten kommen manchmal hoch, aber sie verzeiht schnell. Auch wenn ich sie sich ablegen lasse und ihr das nicht behagt, dann meckert sie zwar, scheißt sich aber nicht an.

Ich glaube noch immer, dass diese Abwehrhaltung begann, als ihr der Höcker weh tat. Laila ist tage-, nein wochenlang auf ihr herum geritten, Ali war in ihrer devoten Art machtlos. Sie ließ es einfach mit sich machen und wurde dabei verletzt. Durch das dicke Fell nicht sichtbar, entdeckte ich die handflächengroßen Krusten erst beim bürsten. Natürlich schmerzte das zusätzlich. Deshalb durfte ich nicht mehr in ihre Nähe und sie isolierte sich von den anderen. Laila konzentrierte sich auf Jamahl, den sie ständig dazu bringen wollte, sich abzulegen, damit sie sich befriedigen kann. Der wollte aber nicht, brüllte nur dumm rum und hatte an den Beinen Bisswunden und Schrunden.

Seit Ali zurück ist und sich offenbar völlig erholt hat, ist sie auch wieder Mitglied im Verband und ... wird wieder heißgeliebt. Diesmal soll es aber nicht wieder zu so einem Debakel kommen. Die einzige Methode dem vorzubeugen: Laila kriegt tagsüber die Fußfesseln angelegt.

Freitag, 3. November 2017

Zwei Schritte vor, einer zurück!

Gestern morgen traute ich meinen Augen nicht: Ali lief zwar mit Halfter, aber ohne Schleppleine umher. Super, wie soll ich sie jetzt einfangen? Ich nahm eine Leine und ging langsam auf sie zu. Sie wich mir zwar aus, aber nicht so energisch wie früher. Gemütlich trieb ich sie in Richtung Futtertrog und als sie dort ankam, war es ein leichtes, die Leine am Halsband festzumachen. Wie habe ich mich gefreut. Den Maulkorb angelegt und sie ohne irgendeine Protestaktion bürsten dürfen. Kein ausweichen, kein brüllen, kein treten. Sie hat es regelrecht genossen. Auch kurz ablegen war kein Problem. Ich nahm ihr dann auch das Halfter ab und ließ sie ohne 'Einfang-Hilfsmittel' laufen. Laila brauchte Fußfesseln da sie nichts besseres zu tun wusste, als Ali wieder niederzukämpfen und anschließend zu besteigen.

Heute Morgen dann der Rückfall. Zwar gelang es mir, sie beim Futtertrog am Halsband zu greifen, aber freudig erregt schaut anders aus. Wieder Maulkorb als Spuck-Prophylaxe und der Versuch, sie zu bürsten. Protest! Austreten! Sich anscheißen! Toll. Ich klemmte sie zwischen Zaun und Tor ein, so dass sie mich nicht verletzen konnte. Von allen Seiten bürstete ich sie, bis sie sich beruhigt hatte. Noch ein paar Minuten einfach neben ihr stehen, dann ließ ich sie gehen. Sie war schon schlimmer drauf, aber ich hätte mir so gewünscht, dass das Eis gebrochen wäre.

Mittwoch, 1. November 2017

Back to normal

Es wird Zeit, dass wieder Normalität einsetzt. Die Op ist vorbei, ich leide noch unter Nachwirkungen, aber die Arbeit mit den Tieren wird mich ablenken.

Zwei Wochen hatte ich Hilfe von einem Deutschen Backpacker, den ich über FB kennengelernt hatte. Am 12. 10. holte ich ihn vom Bahnhof ab und am 26. 10. führte ich ihn zurück. Er half mir mit der Versorgung der anderen Tiere und im Garten, mit den Kamelen hatte er nicht viel zu tun. Nur die Tränke auffüllen war während meiner zweitägigen Abwesenheit erforderlich und ein wenig Körperpflege unter meiner Kontrolle.




Am Tag vor seiner Abreise habe ich die Kamele auf eine andere Koppel geführt. Jamahl lief wie ein Lämmchen, Laila musste unbedingt ein paar Bocksprünge hinlegen.




Gestern - 31. 10. - habe ich Ali aus Orroroo geholt. Sie war schon auf der Farm und mit Halfter und Leine versehen. Leider ist ihr nose peg - wie der von Jamahl - abgebrochen. Don bot an, einen neuen rein zu machen, ich lehnte ab. Dreimal das Theater ist genug. Wenn die Dinger so anfällig sind, das nose line anlegen jedesmal ein Kampf bedeutet und die Kamele mit der zusätzlichen Leine noch schwerer zu führen sind (Feintuning zwischen genug aber nicht zu fest zu ziehen), dann verzichte ich lieber und benutze in Zukunft eine Zugkette um die Nase.

Ali ignorierte mich zwar (ein kurzer Schnuffler an meiner Hand war alles) machte aber keinerlei Schwierigkeiten als ich Don's Halfter gegen meines austauschte. Sie ging brav hinter mir her zum Anhänger, kein spucken, kein Protestgebrüll!

Zu Hause angekommen, wurde sie von der blubbernden Laila innig begrüßt. Ununterbrochen flehmten Laila und Jamahl, nachdem sie eine ausführliche Geruchsprobe von Alis Hinterteil genommen hatten. Als die Anfangseuphorie vorbei war, begann Ali ein klagendes Muhen, so, als ob sie ihre anderen Gefährten suchen würde. Aber auch das legte sich bald und alle drei grasten friedlich vor sich hin.




Heute morgen Testlauf. Ich war schon so gespannt. Wie lange würde es wohl dauern, bis ich Ali eingefangen hätte? Ich rechnete mit 20 Minuten, war allerdings schon nach 6:15 min erfolgreich! Ich band Ali an einen Zaunpfosten, legte ihr ohne Probleme den Maulkorb um (just in case!) und sie erlaubte mir, sie am Halsband festzumachen und zu bürsten! Ach wie schön war das. Welch ein Unterschied zu der Zeit vor ihrem Farmaufenthalt. Hoffentlich war das keine Eintagsfliege.