Montag, 9. Oktober 2017

Unwahrscheinlich...

...die Energie und Ausdauer die Laila beim Raufen an den Tag legt.

Heute morgen wollte Jamahl gar nicht mit dem Brüllen aufhören. Ich ging schließlich zur Koppel und überlegte, wie ich wohl eingreifen soll:



Laila hatte Jamahl's rechte Hinterbein ausgehebelt. Der tänzelte auf drei Beinen, schrie sich die Seele aus dem Leib und versuchte erfolglos, den Haxen freizubekommen. Laila dachte nicht im Traum daran, nachzugeben. Im Gegenteil hob sie ständig den Kopf, um das Bein bloß nicht entgleiten zu lassen. Ich wusste, ich kann nicht ohne Gefährdung eingreifen. So lockte ich sie nur mit einem Akazienast, ihr Lieblingsfutter. Als Laila dem gewahr wurde, lockerte sie ihre Anspannung und Jamahl konnte endlich entkommen. Puh, mal wieder gut gegangen. Kein Schaden entstanden.

Zur Strafe muss sie heute wieder ihre Fussfesseln tragen. Der arme Kerl braucht Erholung.

Kleine Runde

Nach der erneuten Hiobsbotschaft bezüglich meines DCIS ist mir wieder die Lust am trainieren vergangen. Aber heute (Sonntag) war das Wetter einfach zu schön. Auch hat Laila in den vergangenen Tagen wieder vermehrt gerauft - die Beine vom Jamahl schauen furchtbar aus: voller Schrunden und blutiger Wunden.



Also auf, eine 11 km Runde hinter dem Anhänger, müde machen das Mistvieh 😂

Sie liefen recht brav, Jamahl ohne ein einziges Mal zurückziehen! Bei der Heimkunft vor dem Grundstück stehen geblieben, Laila losgemacht und an den Langen angebunden. Die Absicht war, beide zusammen gemütlich zur Koppel zu führen. Sicherheitshalber habe ich Laila den Beißkorb umgebunden - allerdings ohne viel Eindruck zu schinden. Sie war aufgeregt und schubste den Langen, der wiederum wollte unbedingt in die Büsche zum fressen. Das war eine Drängelei und Unruhe, und ich wieder mittendrin. Plan B: Zuerst Laila auf die Koppel (lief wie im Bilderbuch brav hinter mir her), dann Jamahl. Was war der nervös! Tänzelte am Zaun, ich konnte gar nicht an den Pfosten reichen, an den er zwischenzeitlich gebunden war. Naja, irgendwie klappte es doch und wir erreichten die Koppel.

Montag, 2. Oktober 2017

Nosepeg, die 2te

Brav, wie ich nun mal bin, habe ich heute wieder eine Trainingseinheit eingeschoben.

Beiden das Halfter angelegt - inklusive nose line - und sie einzeln eine Runde um eine Koppel geführt führen wollen. Zuerst Jamahl. Der hat sich angestellt, als wäre er das erste Mal in seinem Leben am Halfter geführt worden. Ich habe es gerade mal so bis zur nächsten Koppel geschafft, als das Theater losging. 180° Wendung und zurück, das war seine Devise. Ohne Laila geht er keinen Schritt. Mit Mühe habe ich die Führleine um einen Pfosten schlingen und ihn somit fixieren können. Ein vorsichtiger Zug an der nose line, ein kraftvoller Zug am Halfterseil, 3 m in die richtige Richtung, schnell wieder das Seil um den nächsten Pfosten geworfen, weil Monsieur schon wieder einen 180° Wendung durchgeführt hat! Zirkusreif, wir zwei. Dann machte es plop. Was war das? Ich hatte die nose line in der Hand, Jamahl schaute mich belämmert an. Hat er die dünne Schnur durchgerissen? Nein, er hatte überhaupt keinen peg mehr im Nasenflügel! Dann bemerkte ich, dass die Spitze des pegs an der Leine hing: abgebrochen, zum zweiten Mal. Wie soll ich mich jetzt durchsetzen? Der geht doch keinen Schritt mehr ohne Zwangsmaßnahme.



Ich band ihn an den Zaunpfosten und holte eine kurze Kette, dich ich an einer Seite des Halfters befestigte, über die Nase und unter das Kinn führte. Am losen Ende fixierte ich das Führseil. Wenn er jetzt zurückdrängt, zieht sich die Kette über seiner Nase zusammen und verursacht ein unangenehmes einquetschendes Gefühl. Zweimal hat er richtig hart gezogen, schnell gemerkt, dass die Kette einschnürt und weh tut, dann ist er die ganze Runde um die Koppel wie ein Hündchen gefolgt. Geht doch!

Als nächstes Laila. Bei ihr musste ich wie immer kämpfen, die nose line anzubringen. Als das geschafft war, ging sie ohne Widerstand mit. Richtig schön. Endlich ein Erfolgserlebnis. Hätte ich gerne öfters.

Ich hätte es lassen können, habe mich aber doch entschlossen den Teil des pegs, der sich noch in der Nase befindet zu entfernen. Habe eine chirurgische gebogene Klemme geholt und - nachdem ich Jamahls Kopf mit zwei Seilen ganz kurz am Zaunpfahl angebunden hatte - versucht die Scheibe zu erwischen. Rutschte dauernd ab, so bin ich mit dem Zeigefinger (unter wütendem Protest des Patienten) in das Nasenloch und konnte das Teil erwischen und entfernen.

Jamahl ohne nose peg

Back to work

In der vergangenen Woche hatte ich ernsthafte Anstrengungen unternommen, die Reise nach Texas zu organisieren. Ich war in zwei Reisebüros, hier der KV des günstigeren:

Hin- und Rückflug nach Dallas   $ 1.539,-
****Sterne Hotel 2 Nächte         $    664,-
Shuttlebus Flughafen - Hotel      $      27,-
Reiseversicherung                       $    442,-

Hatte mir dann überlegt, den Flug selber zu buchen und ein AirBnB anstelle Hotel auszusuchen. Die Bedingungen für die Reiseversicherung habe ich mir durchgelesen und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich das nicht brauche. Was ich gerne gehabt hätte, wäre ein Angebot für ein Wohnmobil! Das spielt's aber nicht! Die vermieten nur ab Houston. Es gibt allerdings diverse lokale Vermieter, da würde mir der Kurs-Veranstalter helfen was gescheites zu finden.

Aber! Ich finde keinen mir passenden Haussitter. Die, die ich kontaktiert hatte, wollen nicht. Und ich wiederum will kein Pärchen im Haus. Am liebsten hätte ich niemanden im Haus. Langer Rede kurzer Sinn: ich werde heuer nicht fahren. Nach der ganzen Aufregung im vergangenen Monat gehe ich es gemütlich an. Irgendwann werde ich schon jemanden finden. Man kann halt nichts erzwingen und der Kurs findet zweimal jährlich statt - cu next year!

Ab heute werde ich mich wieder mehr mit den Kamelen beschäftigen. Der Anfang ist gemacht: Beide haben ihr Geschirr umgelegt bekommen und die Tragtaschen angehängt. Jamahl hat sich angeschissen und protestierend auf die Seite geschmissen, aber letztlich ist alles ruhig verlaufen.




Abends wollte ich ebenso locker die Geschirre wieder abnehmen. Da Jamahl mittlerweile so groß geworden ist, bin ich nicht in der Lage die seitlichen Verschlüsse zu öffnen und dann die Riemen mit Schwung über seien Rücken zu werfen. Also muss er sich ablegen. Mindestens 10 Minuten hat's gebraucht, der hatte einfach keine Lust niederzuhooshen! Wie immer siegte letztlich meine Hartnäckigkeit!