Dienstag, 22. August 2017

Das tat weh

Gestern habe ich einen Aufruf auf FB entdeckt, an einer Sahara-Expedition teilzunehmen.




Soll € 2.165,- kosten, 200 km zu Fuß durch Marokko, begleitet von Dromedaren, die das schwere Gepäck tragen. Das wäre doch mal was anderes! Ein Einheimischer mit Wüstenkenntnis führt die Karawane an - sicher viel zu lernen. Ich kontaktierte den Leiter und bekam heute die Absage:

Hallo, vielen Dank für deine Nachricht. Es besteht kein Zwang zu klettern und wir machen auch keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Dennoch muss ich dir leider aufgrund deines Alters absagen. Unsere Touren sind körperlich zum Teil sehr zermürbend und wenn es hart auf hart kommt müssen wir uns darauf verlassen können, dass jeder einzelne auch mal 40km am Stück mit 20kg oder mehr auf dem Rücken zurücklegen kann. Aufgrund der schwierigen Situation mit medizinischer Versorgung und Bergungsmöglichkeiten würde ich das Risiko nicht eingehen wollen. Dennoch finde ich es toll, dass du noch so aktiv bist und interessante Ziele hast. Ich wünsche dir dabei alles gute! Liebe Grüße

Ich weiß, ich bin alt. Sage ich ja selber, wenn mich jemand fragt. Es aber so schwarz auf weiß zu lesen, dass schmerzt. Normalerweise bin ich es, die Entscheidungen trifft. Wenn ich was will und das Geld dafür habe, dann kriege ich das auch.

Das muss ich erst einmal verdauen.





Sonntag, 20. August 2017

Sie können, wenn sie wollen!

Das ist doch glatt einen Eintrag ins Logbuch wert: heute Abend das erste Mal ohne Komplikationen von der Koppel in den Stall! Um 16.00 Uhr hat es zu regnen angefangen und bis 17.30 Uhr waren sie schon pitschnass und standen am Tor. "Get me out of here". Kein Problem. Im Null-Komma-Nix die Halfter angelegt und zügigen Schrittes in den Stall. Kein drängeln, hüpfen, Pirouetten drehen. Schön.

Heute Morgen war es weniger schön. Zunächst ereignislos die 11 km Runde hinten am Hänger angebunden gelaufen.



Dann zu Fuß über Nachbars Grundstück zurück. Die ersten 500 m war okay, obschon etwas zu flott. Mir ging schon die Puste aus, als Laila dann ein bisschen raufen wollte. Sie drängelte nach vorne, Jamahl wollte ausweichen indem er ebenfalls nach vorne rannte und ich hatte keine Chance die beiden zu stoppen. Das Führseil entglitt meiner Hand und die beiden preschten davon. Nach 50 m wurden sie langsamer, schauten zurück. Ich ging in die entgegengesetzte Richtung - so wie ich es mit dem Hund mache, wenn er nicht gehorcht. Nun, der Hund lässt sich eventuell von der Taktik beeindrucken, die Kamele nicht. Gemütlich zogen sie weiter, machten noch einen Stop am Zaun und fraßen von Nachbars Büschen. Erst kurz bevor wir an unserem Tor ankamen, hatte ich die Chance die Leinen zu greifen und Kontrolle zu gewinnen. Währte nicht lang. Laila wollte unbedingt weiter raufen. Kurz vor erreichen des Ziels verhedderten sich die beiden noch in den Seilen, Jamahl wurde die Luft abgeschnitten. Er brüllte wie am Spieß, Laila legte noch etwas nach. Irgendwann konnte ich sie befreien, band Laila an einen Pfosten, führte Jamahl auf die Koppel und holte Laila nach.

Gestern habe ich meinen aller-aller-allerletzen Setzling eingepflanzt. Das Regal ist jetzt zum ersten Mal seit über vier Jahren leer. Über 2.000 Pflanzen aus Samen gezogen und am Grundstück eingegraben. Eine große Erleichterung. Es hat mich keiner dazu gezwungen, den Druck habe ich mir ganz alleine aufgehalst. Aber nun habe ich fertig und kann mich voll und ganz den Höckertieren zuwenden.

Fast hätte ich vergessen: Jamahl hat seit 09.08. einen neuen nose-peg.



Don hat sein Versprechen gehalten und kam vorbei, diesmal mit seiner Gattin, die ich nur aus Erzählungen kannte. Sie hatte im April einen Sturz und sich das Handgelenk gebrochen. Schaut nicht gut aus. Sie kann die Finger nicht mehr abbeugen, auch der Arm ist mehr oder weniger immobil. Frozen shoulder.

Freitag, 18. August 2017

Es soll wohl nicht sein?

Ich hatte mir fest vorgenommen, es nächste Woche anzugehen: Georg einzuschulen wie meine Tiere zu versorgen sind und dann auf nach Beltana!

Da lese ich auf der Verkaufsseite von FB eine Anzeige von Aileen:

Thoroughbred x standy filly. 4 years old ..URGENT REHOMING Needed. She is too hot for me. Only experienced horse persons will get her. She needs a lot of handling and training. If you are not experienced .. dont waste your time or mine... again URGENT photo later 0409200727

Weiter unten in den Kommentaren noch:

4 weeks ago.. she kicked me in the leg... i believe that to be my fault.. i reached in to loosen a too tight rug strap..i thought it was a reflex kick. Yesterday she kicked coming through the gate with the other horses.. the man that's been letting them in every evening was hurt... she has to go.

Das ließ mir keine Ruhe und so kontaktierte ich Aileen noch persönlich und was sie schrieb, klang gar nicht gut:

Yes he's in RAH lacerated bottom lip needs cranio facial team to repair today... plus fractures in his cheek bone

Tja, wenn Georg ins Royal Hospital nach Adelaide geführt wurde, dann ist es ernst. Offensichtlich hat er einen Tritt ins Gesicht abgekriegt. Also fällt er die nächste Zeit aus.

Dann heute Abend die nächste schlechte Meldung: Beltana Station wird verkauft. Zwar erst im Oktober, aber für die Zukunft werde ich mir eventuell einen neuen Stützpunkt suchen müssen.
Hier die Anzeige für die Auktion:

A historic South Australian outback station,where pastoralist Sir Thomas Elder bred camels more than 160 years ago, has been listed for sale with price expectations in excess of $7 million.
Nestled in the picturesque Flinders Rangers, about 500 kilometres north of Adelaide, Beltana Station was first taken up by businessman Robert Barr Smith in 1857. A few years later he sold it to his brother-in-law Sir Thomas Elder whose family established the famous Elders rural business.
Stretching across 154,100 hectares, Beltana station has a notable place in the exploration history of central Australia. It supplied camels for the 1875 expedition of famed explorer Ernest Giles and served as the starting point for numerous expeditions.
Owned by the Ragless family since 2007, Beltana station operates as fully working sheep and cattle station as well as a tourism destination with a variety of accommodation, as well as a café and restaurant.
Last year, owners Laura and Graham Ragless told the ABC News they were struggling to manage both businesses and were looking to hire a tourism manager.
"We're doing 16- to 17-hour days, seven days a week, just to keep up with everything at the moment," Ms Ragless said.
They've now decided to sell Beltana at auction on October 18, appointing Elders' rural real estate manager, Philip Keen to market the property. He said it represented an "exceptional opportunity for buyers who have serious interest in investing in a diverse, well improved pastoral enterprise".
Its attributes include well-developed water points, extensive plant and equipment, a quality Angus cattle herd of 750 and a Dorper sheep flock of 6000, along with a significant homestead and accommodation, dating back to the 1860s.
"Beltana Station is a rare offering to the public market, we are very proud of our links to the property through Sir Thomas Elder. It contains a good mixture of land types, from range country to undulating bush country, through to soft sand-hill cattle country," Mr Keen said.

Donnerstag, 3. August 2017

Makellos...

... bin ich zur Zeit. Keine blauen Flecken, keine abgeschrammten Fingerknöchel, keine sich ablösenden Zehennägel. Nichts. Kann nur heißen, dass ich seit einiger Zeit nichts mit den Kamelen unternommen habe. Nur ein paar mal abends in den Stall geführt, was wiederum abenteuerlich genug war. Aber ich kämpfe nicht mit ihnen, schaue nur, dass ich es schnell hinter mich bringe. Gestern Abend ist Laila ausgerutscht beim herum hüpfen, schadet ihr nicht. Die Beine hat's weggerissen und sie ist voll auf die rechte Körperseite gefallen. Vielleicht ist ihr das eine Lehre? Heute morgen war sie jedenfalls so brav wie lange nicht, keine einzige Rempelei. Im Nu waren wir wieder auf der Koppel.

Don hatte sein Versprechen gehalten und mir ein Foto von Ali geschickt.


Scheint ihr recht gut zugehen, abgenommen hat sie jedenfalls noch nicht! Der Bulle ist nach Don's Aussagen noch nicht in der Brunft - der Winter dauert noch ein Weilchen, vielleicht wird es noch. 

Don wird demnächst hier aufschlagen. Ich weiß nicht wie, aber Jahmal hat es geschafft, die Spitze seines nose pegs abzubrechen! Neulich blutete Laila von der Nase, jetzt das. Wie machen die das nur? Gerauft wird ununterbrochen, d.h. Laila versucht Jahmal niederzuringen. Aber den nose peg abbrechen? Wenn er irgendwo hängen bleibt, könnte er im schlimmsten Fall aus der Nase herausgerissen werden. Mal sehen, was Don dazu sagt. Vielleicht ist es ein Materialfehler und sowas kommt öfters vor?