Sonntag, 16. Juli 2017

Ein halbes Jahr um und keinen Schritt weiter!

Der 08. Juli ist schon wieder vorbei und ich war nicht in Marree beim Camel Cup! Ausreden: VIEEEL ZUU KAALT und nicht gut drauf gewesen.

Habe mich entschlossen gehabt, Bao wieder an seine Züchterin zurückzugeben. Mir fehlen z.Zt. die Nerven dauernd auf ihn aufzupassen. Er hatte begonnen sein Bein beim urinieren zu heben, d.h. er ist geschlechtsreif geworden und ab dem Zeitpunkt auch selbstbewusster und entdeckungsfreudiger. Zweimal war er drüben beim Nachbarn und einmal hatte er sogar Autos gejagt. Habe keine Lust ihn als Pfannkuchen irgendwann von der Straße zu schaben oder ständig Anrufe vom Nachbar entgegen zu nehmen, dass der Mops bei ihnen wäre. 400 m Zaun und zwei Tore ausbruchsicher machen und immer wenn ich Richtung Koppeln unterwegs bin ihn vorher einsperren oder anleinen? Jedenfalls war die Züchterin sehr entgegenkommend, nicht zu sagen heilfroh über meine Anfrage, ihn wieder aufzunehmen. Ihr derzeitiger Deckrüde stellte sich als Niete heraus. Wenn Bao in den nächsten zwei Monaten erfolgreich deckt, dann wird sie ihn zurückkaufen. Ich habe die Möglichkeit ihn zurück zu bekommen, wenn er nicht mehr als Deckrüde im Einsatz ist. Er wird dann kastriert und hat seine Sturm- und Drangperiode hoffentlich hinter sich und auch bei den Nachbarn wird es etwas ruhiger, wenn erstmal das Haus gebaut ist. Der Abschied fiel mir verdammt schwer, habe tagelang geheult wie ein Schlosshund. Ständig musste ich mir einreden, dass es die beste Lösung für alle Beteiligten ist, Bao ja nicht tot, sondern nur vorübergehend weg ist und ich ihn wiederbekomme. Am 28.06. fuhr ich ihn zum Flughafen in Adelaide. Mittlerweile hat er bereits seine erste Hündin gedeckt! Mal sehen, ob es erfolgreich war.

Der Winter war bis jetzt sehr schön: blauer Himmel, Sonne, frische klare Luft (keine Fliegen 😀) aber leider sehr trocken. In den letzten zwei Wochen hat es dann doch ein wenig geregnet und ich führte die Kamele abends in den Stall. Besser gesagt, ich kämpfte mich mit ihnen Richtung Stall! Es will einfach nicht aufhören mit dem Theater. Zehn Schritte normal gehen, dann fängt Laila an zu raufen, wirft sich auf Jamahl, der brüllt, versucht auszuweichen und ich mitten drin. Schreien, mit dem Stock stupsen ... nichts hilft. Ein paar Minuten warten, Madam beruhigt sich, wir gehen ein paar Schritte, und Laila fängt wieder an. Mindestens vier Anfälle bis wir in der Nähe des Stalles sind. Dort befinden sich einige leckere Büsche, die unbedingt angefressen werden müssen. Da Laila ihren Beißkorb trägt, sie also nicht fressen kann, schmeißt sie sich voller Frust in das Geäst. Als Draufgabe verheddern sich die beiden noch mit den Seilen im Gebüsch ... und ich tanze ständig herum, um nicht versehentlich umgestoßen oder getreten zu werden. Mittlerweile ist es mir wurscht, wie wir zum Stall kommen. Für Außenstehende muss es katastrophal wirken (was es ja ist ... eine alte Frau unfähig zwei Kamele von A nach B zu führen), aber ich denke mir - egal wie, Hauptsache das Endziel ist erreicht: zwei Kamele stehen irgendwann im Stall und ich habe die Aktion unverletzt überstanden.


Jamahl ist nicht gerne im Stall. Sobald ich außer Sichtweite bin, fängt er an zu muhen und unruhig hin- und herzugehen. Etwas später wird es ruhig und ich denke, er hat sich seinem Schicksal gefügt. Pustekuchen! Es ist deshalb wieder ruhig, weil er gar nicht mehr im Stall ist! Erneut ist das Tor aus seinen Angeln gehoben und wieder steht er irgendwo blöd herum. Zurück in die Einfriedung, Tor richten, schlafen gehen. .... Dann, endlich, habe ich ihn in flagranti ertappt. Er ist gar nicht über das Tor gestiegen, sondern hat sich vor das Tor gelegt, seinen Schädel untendurch gezwängt, es hochgedrückt und ist vorwärts gerobbt. Das kann man unterbinden! Am 06.07. war der fencer da und hat das Tor mit einem stärkeren Scharnier versehen und tiefer gehängt. Jetzt kriegt Jamahl seinen Kopf nicht mehr unter das Tor ... aber ..., man sehe selbst:


man kann es ja mal unter dem Bretterverschlag versuchen! Laila fand es ganz kommod, wie er so da lag. Unfähig sich zu rühren und Widerstand zu leisten, kann sie ihn von hinten bespringen. Wie hat er gebrüllt. Ich dachte er kann sich nicht mehr selber befreien und wollte schon die Kettensäge holen. Aber nachdem ich Laila angebunden hatte, rutschte Jamahl rückwärts und befreite sich selbst. Also noch einmal den fencer geholt, der ein zusätzliches Brett montierte. Hoffentlich ist jetzt Ruhe im Karton.

Wie soll es nur weiter gehen? Wenn ich mit den unerzogenen Viechern nach Beltana fahre, mache ich mich total lächerlich. Ok, kann mir eigentlich egal sein. Aber es macht ja wirklich keinen Spaß unter solchen Bedingungen zu agieren. Eigentlich wollte ich Peter bitten, gegen Bezahlung herzukommen und mir zu helfen. Aber nach der letzten frustrierenden - nicht zu sagen abstoßenden - Nachricht von ihm halte ich mich besser fern. Aber auch andere Mütter haben kompetente Söhne. Ich brauche jemanden der a) Ahnung von Kamelen hat, b) Zeit (es gibt kein quick-fix mit der pubertierenden Laila) und c) nicht zu teuer ist. Über FB habe ich Kontakt zu Damon aufgenommen. Der wohnt zwar in Queensland, war aber sehr interessiert und wir kommen vielleicht ins Geschäft. Ich stelle mir vor, dass wir ca. zwei Wochen täglich üben und anschließend für zwei Wochen in die Flinders fahren. Mal sehen, wie seine Preisvorstellungen sind. Er will sich wieder melden. Ich habe mir $ 10.000,- als oberste Grenze (für 6 Wochen) gesetzt. TBC

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