Mittwoch, 19. Juli 2017

Gefeuert!

Als ich mich entschlossen hatte, Damon zuzusagen, bot ich im $ 700,- Anzahlung an. Zuerst kam ein ok, später dann die folgende Nachricht:
Thank you for your consideration, yes I am able to travel on that date. I have given it some thought and did the math etc unfortunately i will need a bit more than $700 to be safe leaving here. I dont want you to get the wrong impression of me, because i am a genuine and non-greedy person, for me to feel reassured and safe leaving everything and travelling that far i will need $1400 deposit. It covers petrol, thats all. You are welcome to pay me any remainder at the finish or whenever you feel the job is done and not weekly if it suits you better.. safer for you also if you feel unsure or wary of me. Also I will sign any paperwork you have that makes you feel safer about the deposit money. Im hoping you can understand my situation here. Thankyou

Das hat mir überhaupt nicht gepasst - abgesehen davon, dass er wohl nicht rechnen kann! Dauernd spricht er von $ 1.400,- für Benzin. Bei 2.000 km Entfernung und $ 1,40 pro Liter hieße dass, er verbraucht 1 Liter für 2 km ?? Ich bat um Bedenkzeit, würde mich wieder melden.

Es kamen mir die Erlebnisse mit Marty hoch. Als ich nach Australien kam, mietete ich zunächst eine Hobbyfarm mit einigen Koppeln. Die wollte ich vermieten, um einen Teil der Miete wieder reinzukriegen. Es meldete sich besagter Marty, ein wilder Hund, der im LKW lebte und für einige Pferde eine Unterkunft suchte. Was der Mensch mich in den paar Monaten belogen und betrogen hat! Natürlich ging es ums Geld. Zum Schluss hatte ich acht Pferde zu betreuen, zwei Ziegen und zwei Labradors. Die Hündin war trächtig und brachte 11 Welpen zur Welt. Im Alter von acht Wochen, war dann Schluss. Ich wollte, dass er vom Hof verschwindet, und zwar subito. Was war das für ein Theater bis er endlich fort war. Ich drohte, die Welpen dem Tierschutzverein zu übergeben, wenn er sie nicht sofort abholt. Das hat dann gezogen, schließlich waren die Hunde reinrassig und er wollte sie verkaufen. Über $ 2.000,- ist er mir schuldig geblieben, nicht zu reden von den ganzen Extras, die ich für die Tiere ausgegeben habe, wenn er mal wieder nicht mit Futter oder Medikamenten dahergekommen ist. Im Laufe meines Lebens habe ich eine gesunde Menschenkenntnis entwickelt und es war mir eigentlich bewusst, dass dieser Mensch Schwierigkeiten machen wird. Aber es war mir die Sache Wert. Ich wollte unbedingt mit Pferden arbeiten und irgendeine Beschäftigung haben.

So ein Chaot ist der Damon wohl auch. Ich habe kein gutes Bauchgefühl. Was, wenn ich die $ 1.400,- überweise und er dann nicht kommt? Das Geld sehe ich nie wieder. Da würde auch kein Rechtsanwalt helfen, weil der Typ ja nichts hat! Heute morgen habe ich Don kontaktiert, mich zunächst nach Ali erkundigt (war seither noch gar nicht da, will aber diese Woche Wasser auffüllen und Bericht erstatten) und dann, ob er Damon kennt. Seine Antwort war sehr diplomatisch:

I know of him. I can't comment on his camel ability as I have not seen him work camels. I think I spoke to him on the phone once and he wanted to come here. I made some enquiries about him and as a result of those enquiries I decided against it. 

Das hat mir gereicht. Don war früher Polizist und wenn er Erkundigungen einholt, dann werden die fundiert sein und nicht nur auf Gerüchten beruhen. Habe dann endgültig abgesagt:
Hi Damon, after careful consideration I decided to cancel this project. Several reasons have led me to this decision and I don't want to discuss it any further. Apologies for any inconvenience I may have caused. Take care
Trotz der eindeutigen Ansage, hat er es nochmal über den Preis versucht:
can promise you that $6000 is the cheapest i can charge for a full month ... as petrol there n back will be alot.. thats my main concern.
Wie oft muss man sich eigentlich wiederholen?
As I wrote: "several reasons" and "I don't want to discuss it". Cheers
Dann kam ein 'Daumen hoch', jetzt hat er wohl verstanden.

Das einzige was ich brauche, ist mehr Selbstvertrauen. Ich schaffe das schon alleine!




Dienstag, 18. Juli 2017

Schlechtes Gewissen

Seit zwei Tagen zieht eine stürmische Kaltfront mit Regen über das Land und gestern Abend habe ich die Kamele nicht in den Stall geführt. Habe kaum schlafen können, weil ich ständig an die Ärmsten denken musste.


Sie haben es überlebt, sind aber nicht glücklich. Hoffentlich sind sie heute Abend brav.

Damon hat sich heute morgen doch wieder gemeldet. Nach einigem Hin-und-Her habe ich mich entschlossen, es mit ihm zu versuchen. Er soll mir einen waiver unterzeichnen, dass sollte wohl ausreichen. Ich habe alles schriftlich auf messenger, falls irgendwann einmal Zweifel aufkommen. Mal sehen. Dachte, er soll am 20./21.08. für drei Wochen kommen. Anschließend fahren wir für eine Woche nach Beltana. Ich kann ja länger bleiben, wenn ich will. Oder ihn vorher rausschmeißen. Alles ist möglich.

Montag, 17. Juli 2017

Filou?

Nachdem ich gestern eine halbe Stunde mit Damon telefoniert hatte und eigentlich mit seinen Äußerungen und Kommentaren zufrieden war, bekam ich dann abends einen KV. Zuerst ein wenig aufgeblasen ($ 8.400,-) für einen Monat und die Anreise [sind ja doch 2100 km von Queensland nach SA] bot er einen Sonderpreis für mich in Höhe von $ 6.800,-. Ich wollte mir das durch den Kopf gehen lassen und schrieb ihm heute mittag folgende Nachricht:
Good afternoon, Some additional questions: 1) the amount you mentioned for 4 weeks: will you be here (in SA) for 4 weeks or does it include your travel time? I think you need 3 days to come and 3 days to return, that would be nearly a week 2) does your dog accompany you? And if so, is he desexed? How is he with other (male) dogs, cats and chickens? 3) what about meals? Do you expect me to feed you? 4) what else do you need if you prefer to stay in a tent/caravan? Water-, power connection? Firewood??? 5) what is with day off time? I drive to Gawler once a week and there may be bad weather periods when nothing is possible outside? would you stay longer if we have days where we can't work? Or when you go and get a caravan? 6) do you have liability insurance? What if you get hurt? I don't want to be responsible if something happens? Do you run this camel training as a business (ABN number)? 7) what's about camping in the Flinders (Beltana)? 8) now the weather is dreadful. I thought mid August to mid September would be good to come? Sorry, a lot of questions but it's a lot of money for an old pensioner cheers
Es dauerte nicht lange und die Antwort lautete wie folgt:
Yes, all ok.. when i am at your place working camels i dont expect anything off you, exept perhaps a shower every few days if there is no dam. my price ($6800) is inclusive of my petrol (1400). I will make no money from this. Also I dont plan for your dogs to meet mine. She is an old girl. I work full time, 24/7 if im camping with, or near the camels. My quote for one full month will workout for me less' than a standard wage, with petrol and food etc etc taken out also 4 days travel time there n back 2000 is already gone.
Es hat mich natürlich gefuchst, dass er die Punkte nicht chronologisch abgearbeitet hatte, egal, er bezeichnet sich selber ja als Künstler, soll er seine künstlerische Freiheit haben. ABER! Ok, and the other questions? Was ist jetzt mit der Haftpflichtversicherung? Und gibt er seine Einkünfte beim Finanzamt an? Wohl eher nicht. Bis jetzt keine Antwort erhalten.Wäre er clever, würde er mir vorschlagen, eine Verzichtserklärung auszustellen und zu unterfertigen. Ich glaube, ich lass die Finger davon. Der Tagessatz, den er haben will ist für einen Profi angemessen, aber der Typ ist ja wohl eher ein Filou. Was, wenn er sich das Kreuz bricht und im Rollstuhl landet. Bin ich dann für des Rest meines Lebens für seinen Schaden haftbar? Deshalb sind Profis ja teuer, sie müssen sich absichern und können nicht ihren Schaden auf die Kundschaft abwälzen.


Sonntag, 16. Juli 2017

Ein halbes Jahr um und keinen Schritt weiter!

Der 08. Juli ist schon wieder vorbei und ich war nicht in Marree beim Camel Cup! Ausreden: VIEEEL ZUU KAALT und nicht gut drauf gewesen.

Habe mich entschlossen gehabt, Bao wieder an seine Züchterin zurückzugeben. Mir fehlen z.Zt. die Nerven dauernd auf ihn aufzupassen. Er hatte begonnen sein Bein beim urinieren zu heben, d.h. er ist geschlechtsreif geworden und ab dem Zeitpunkt auch selbstbewusster und entdeckungsfreudiger. Zweimal war er drüben beim Nachbarn und einmal hatte er sogar Autos gejagt. Habe keine Lust ihn als Pfannkuchen irgendwann von der Straße zu schaben oder ständig Anrufe vom Nachbar entgegen zu nehmen, dass der Mops bei ihnen wäre. 400 m Zaun und zwei Tore ausbruchsicher machen und immer wenn ich Richtung Koppeln unterwegs bin ihn vorher einsperren oder anleinen? Jedenfalls war die Züchterin sehr entgegenkommend, nicht zu sagen heilfroh über meine Anfrage, ihn wieder aufzunehmen. Ihr derzeitiger Deckrüde stellte sich als Niete heraus. Wenn Bao in den nächsten zwei Monaten erfolgreich deckt, dann wird sie ihn zurückkaufen. Ich habe die Möglichkeit ihn zurück zu bekommen, wenn er nicht mehr als Deckrüde im Einsatz ist. Er wird dann kastriert und hat seine Sturm- und Drangperiode hoffentlich hinter sich und auch bei den Nachbarn wird es etwas ruhiger, wenn erstmal das Haus gebaut ist. Der Abschied fiel mir verdammt schwer, habe tagelang geheult wie ein Schlosshund. Ständig musste ich mir einreden, dass es die beste Lösung für alle Beteiligten ist, Bao ja nicht tot, sondern nur vorübergehend weg ist und ich ihn wiederbekomme. Am 28.06. fuhr ich ihn zum Flughafen in Adelaide. Mittlerweile hat er bereits seine erste Hündin gedeckt! Mal sehen, ob es erfolgreich war.

Der Winter war bis jetzt sehr schön: blauer Himmel, Sonne, frische klare Luft (keine Fliegen 😀) aber leider sehr trocken. In den letzten zwei Wochen hat es dann doch ein wenig geregnet und ich führte die Kamele abends in den Stall. Besser gesagt, ich kämpfte mich mit ihnen Richtung Stall! Es will einfach nicht aufhören mit dem Theater. Zehn Schritte normal gehen, dann fängt Laila an zu raufen, wirft sich auf Jamahl, der brüllt, versucht auszuweichen und ich mitten drin. Schreien, mit dem Stock stupsen ... nichts hilft. Ein paar Minuten warten, Madam beruhigt sich, wir gehen ein paar Schritte, und Laila fängt wieder an. Mindestens vier Anfälle bis wir in der Nähe des Stalles sind. Dort befinden sich einige leckere Büsche, die unbedingt angefressen werden müssen. Da Laila ihren Beißkorb trägt, sie also nicht fressen kann, schmeißt sie sich voller Frust in das Geäst. Als Draufgabe verheddern sich die beiden noch mit den Seilen im Gebüsch ... und ich tanze ständig herum, um nicht versehentlich umgestoßen oder getreten zu werden. Mittlerweile ist es mir wurscht, wie wir zum Stall kommen. Für Außenstehende muss es katastrophal wirken (was es ja ist ... eine alte Frau unfähig zwei Kamele von A nach B zu führen), aber ich denke mir - egal wie, Hauptsache das Endziel ist erreicht: zwei Kamele stehen irgendwann im Stall und ich habe die Aktion unverletzt überstanden.


Jamahl ist nicht gerne im Stall. Sobald ich außer Sichtweite bin, fängt er an zu muhen und unruhig hin- und herzugehen. Etwas später wird es ruhig und ich denke, er hat sich seinem Schicksal gefügt. Pustekuchen! Es ist deshalb wieder ruhig, weil er gar nicht mehr im Stall ist! Erneut ist das Tor aus seinen Angeln gehoben und wieder steht er irgendwo blöd herum. Zurück in die Einfriedung, Tor richten, schlafen gehen. .... Dann, endlich, habe ich ihn in flagranti ertappt. Er ist gar nicht über das Tor gestiegen, sondern hat sich vor das Tor gelegt, seinen Schädel untendurch gezwängt, es hochgedrückt und ist vorwärts gerobbt. Das kann man unterbinden! Am 06.07. war der fencer da und hat das Tor mit einem stärkeren Scharnier versehen und tiefer gehängt. Jetzt kriegt Jamahl seinen Kopf nicht mehr unter das Tor ... aber ..., man sehe selbst:


man kann es ja mal unter dem Bretterverschlag versuchen! Laila fand es ganz kommod, wie er so da lag. Unfähig sich zu rühren und Widerstand zu leisten, kann sie ihn von hinten bespringen. Wie hat er gebrüllt. Ich dachte er kann sich nicht mehr selber befreien und wollte schon die Kettensäge holen. Aber nachdem ich Laila angebunden hatte, rutschte Jamahl rückwärts und befreite sich selbst. Also noch einmal den fencer geholt, der ein zusätzliches Brett montierte. Hoffentlich ist jetzt Ruhe im Karton.

Wie soll es nur weiter gehen? Wenn ich mit den unerzogenen Viechern nach Beltana fahre, mache ich mich total lächerlich. Ok, kann mir eigentlich egal sein. Aber es macht ja wirklich keinen Spaß unter solchen Bedingungen zu agieren. Eigentlich wollte ich Peter bitten, gegen Bezahlung herzukommen und mir zu helfen. Aber nach der letzten frustrierenden - nicht zu sagen abstoßenden - Nachricht von ihm halte ich mich besser fern. Aber auch andere Mütter haben kompetente Söhne. Ich brauche jemanden der a) Ahnung von Kamelen hat, b) Zeit (es gibt kein quick-fix mit der pubertierenden Laila) und c) nicht zu teuer ist. Über FB habe ich Kontakt zu Damon aufgenommen. Der wohnt zwar in Queensland, war aber sehr interessiert und wir kommen vielleicht ins Geschäft. Ich stelle mir vor, dass wir ca. zwei Wochen täglich üben und anschließend für zwei Wochen in die Flinders fahren. Mal sehen, wie seine Preisvorstellungen sind. Er will sich wieder melden. Ich habe mir $ 10.000,- als oberste Grenze (für 6 Wochen) gesetzt. TBC