Freitag, 16. Juni 2017

Mission accomplished

Um 08.30 Uhr (14.06.) machte ich das Tor hinter mir zu und mich auf den Weg. 180 km bei schönstem Sonnenschein, 17°C Außentemperatur und kaum Verkehr. Gegen 11.00 Uhr erreichte ich mein Ziel. Ali hatte sich nicht einmal hingelegt. Sie stand wie ein Stiefel und ließ sich den kalten Fahrtwind um die Ohren blasen. Ich hatte keine Lust gehabt, mit ihr zu raufen und sie zum Niederlegen zu zwingen.

Don arbeitete gerade mit einigen bullocks. Sie waren in einem Yard an einem Pfosten gebunden und erhielten abwechselnd das Kommando sich niederzuhooshen. Das klappte schon ganz gut, allerdings standen sie wieder auf, sobald er ihnen den Rücken kehrte. Kenn ich irgendwo her 😀. Er beendete sein Übungsprogramm und wir fuhren zu seinem Wohnhaus ins Örtchen, wo er sein Auto abstellte. Ich ließ ihn meinen Wagen fahren, so ersparten wir etwas Zeit, Erklärungen über den Streckenverlauf entfielen und er wusste, mit welcher Geschwindigkeit er über die unbefestigten Wege donnern konnte. Die Strecke führte mitten durch die Pampas, ein paar Mal musste ich aussteigen um ein Tor zu öffnen und zu schließen. Unwahrscheinlich viele kangaroos waren unterwegs, eines hüpfte direkt auf uns zu und kriegte erst im allerletzten Moment die Kurve. Auch einige Emus wollten mit uns um die Wette laufen.

Als wir sein Grundstück erreichten und Ali entladen hatten, versuchte Don als erstes ihr grünes Halsband abzunehmen. Der Protest erfolgt prompt und wir hatten die erste Ladung ihres Panseninhaltes im Gesicht. Ich schlug vor, den Maulkorb zu holen, dann ersparen wir uns eine weitere Dusche, wenn wir das Halfter und das Seil entfernen. Aber Don scherte sich nicht um ihren Protest. Er packte sie bei der Nase, Ali brüllte, versuchte zu beißen, spuckte, Don gab ihr eine kräftige Ohrfeige. Nutzte allerdings nichts. Irgendwie schaffte er es den Verschluss zu öffnen, zum Abschied versprühte sie nochmal ein Ladung Panseninhalt (ich hatte mich sicherheitshalber umgedreht, jetzt war ich von vorne und hinten eingesaut!) und dann war sie frei.



Saber war nicht weit weg und nahm sofort Kontakt mit Ali auf. Sie beroch sie von vorne und hinten und flehmte nach der Geruchsaufnahme.


Saber beriecht Ali von vorne ...



... und von hinten.

Ali hat nur eines im Sinn: fressen, alles andere schien sie nicht zu interessieren. Überraschend gleichmütig ging sie mit ihrer neuen Situation um.

Don wollte, dass der Bulle ebenfalls mit Ali Kontakt aufnimmt, konnte ihn aber nirgends entdecken. So ging er seine Geländemaschine holen, die irgendwo in der Nähe untergebracht war. Langsam tuckerte los und als er ca. 100 m entfernt war, sah ich den Bullen, der uns wohl die ganze Zeit beobachtet hatte. Rückspiegel hatte das Motorrad nicht, so konnte Don natürlich nicht sehen, das ich verzweifelt winkte, damit er anhält - und rufen war bei dem Geknatter und der Distanz sowieso zwecklos. Don brauchte eine ganze Weile, bis er wieder zurückkehrte, der Bulle war mittlerweile schon ziemlich nahe.


Der Bulle Harry beobachtet das Geschehen interessiert.

Langsam fuhr Don von hinten an Harry heran, der sich schließlich Richtung Kühe bewegte. Als wären sie schon immer zusammengewesen, gingen alle drei ruhig ihres Weges. Wirklich bemerkenswert. Würde man drei Hunde oder Pferde zusammenbringen, würde der Erstkontakt nicht so entspannt verlaufen. Da müsste erstmal eine Rangordnung ausgefochten werden. 


Erster Kontakt - keine Probleme!


Ich war ebenso zufrieden mit der Situation wie Don und so machten wir uns wieder auf den Rückweg. Zuerst lieferte ich Don bei seinem Haus ab, dann fuhr ich nach Laura in das kleine Schuhgeschäft und anschließend Heim, wo ich gegen 17.30 Uhr eintraf. Ich hatte den ganzen Tag nichts gegessen und war hungrig wie ein Löwe. Langsam tuckerte ich die Einfahrt hoch, dabei versuchte ich zwischen die Bäume auf den Stall zu gucken um mich zu vergewissern, dass die Zurückgebliebenen in Ordnung sind. SCHEISSE! SCHEISSE! SCHEISSE! Der zweite Schock des Tages: da stand ein Kamel! Neben der Scheune! Wie eine Statue stand Jamahl mitten im Garten und beobachtete mich, wie ich die Einfahrt hinauffuhr. Sofort hielt ich an und checkte die Situation. Laila war im Stall und muhte unglücklich vor sich hin, Jamahl kam langsam näher und war offensichtlich froh, dass ich wieder da war. Bitte, wie hat er das gemacht? Ich hatte eine Vorahnung und sicherheitshalber noch ein Seil vor das Tor gespannt. Es war noch dort, aber das Tor war aus der Angel gehoben. Am nächsten Morgen konnte ich das Dilemma fotografieren.



Die obere Befestigung war verbogen, aber es gelang mir sie wieder einigermaßen gerade zu biegen und nachdem die untere Seite wieder eingehängt war, funktioniert das Tor wieder wie es sein soll. Jamahl hat keinen Schaden davongetragen, er hätte sich ohne weiteres die Haxen brechen können. Glück im Unglück - mal wieder. Widerstandslos ließen sich beide das Halfter anlegen und zurück auf die Koppel führen. Mission Ali insgesamt erfolgreich erledigt.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen