Sonntag, 18. Juni 2017

Hoffnungsvoll

Sonntag morgen, Zeit für einen neuen Anlauf. Nachdem Jamahl das letzte Mal Seil und nose-line zerrissen hatte, wollte ich es heute wieder versuchen. Halfter angelegen, niederhooshen, spider befestigen, an den Anhänger binden: alles verlief reibungslos. Als wir das Grundstück verlassen hatten und die öffentlichen Straße erreichten, protestierte er kurzfristig. Er zog mit aller Macht zurück, aber das neue daumendicke Seil hielt seinen Kräften stand. Dann ging es bergauf, an der Stelle vorbei, wo er sich vor ein paar Wochen erfolgreich befreit hatte. Problemlos. Oben angekommen wendete ich und tuckerte langsam zurück, um beim Tor vom Nachbarn zu halten. Jamahl war jetzt das dritte Mal an der Stelle, aber er wusste bereits genau wo der Eingang ist und wo ich ihn anbinde, um Laila zu holen und anschließend das Tor zu schließen.
Auch der Marsch nach Hause war beinahe filmreif. Nur zweimal hielt er kurz inne, jedesmal auf der Kuppe des hügeligen Geländes. Bergabgehen mag er auch nicht gern. Laila - sicherheitshalber wieder mit Beißkorb - versuchte nur ein Mal einen Streit zu starten. Da sie nicht beißen kann und Jamahl sich kaum provozieren lässt, verebbte die Aktion schnell im Sande. Unterwegs erlebte ich einen regelrechten flow: alle drei im Gleichschritt, ich vorne weg, Jamahl hörte ich gleichmäßig hinter mir ein- und ausatmen, das Schritttempo zügig, aber nicht so hektisch wie beim ersten Mal. Richtig schön war das, so sollte es immer sein.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen