Donnerstag, 15. Juni 2017

Alea iacta est!

Nun, er meldete sich nicht. Es blieb mir nichts anderes übrig, als ihn zu kontaktieren um Gewissheit zu erlangen. Sieben Stunden nach meiner Anfrage trudelte die Antwort ein: Hi, my wife said I have 27 camels to many, she said happy wife means happy life, another camel might make her unhappy so I have to say no 😢 sorry, it is very disappointing that Don will put her in the freezer. Für diese Nachricht hat er so lange gebraucht.

Viele Überlegungen später und ein Gedankenaustausch mit Freunden brachten mich zu dem endgültigen Entschluss, Ali derweil noch zu behalten. Erneut kontaktierte ich Don, ob ich Ali bis Oktober zu ihm bringen könnte. Er hat ein 400 acre Grundstück mit saltbushes und viel Gebüsch, auf dem sich ein Bulle (Harry) und eine Kuh (Saber) befinden. Saber ist offensichtlich auch ein Problemkind, handaufgezogen von einem Mädchen aus Cairns (?). Die Kuh ist unberechenbar, zeitweise leichtführig, dann plötzlich aggressiv - gegen Mensch und Artgenossen.

Bereits am Dienstag nachmittag stellte ich den Trailer neben die Koppel, damit sich die Kamele an den Anblick gewöhnen. Zuerst hatte ich vor, alle drei mitzunehmen. Ich befürchtete einen Aufstand, wenn ich Ali vor den Augen von Laila und Jamahl entführen würde. Ich verwarf den Gedanken weil mir einfiel, dass wir ja nicht nur nach Orroroo fahren werden, sondern nochmal 30 km durch die Walachei. Eine Tortour hinten auf dem Hänger. Auch wollte ich auf der Rückfahrt noch einen Umweg über Laura nehmen, um mir in einem kleinen Handwerkerladen Gamaschen zu bestellen.

Was tun mit den Zurückbleibenden? Ich wollte vermeiden, dass sie vor lauter Frust den Zaun niederreißen, deshalb brachte ich sie in den Stall. Eine Aktion, die den ersten Schweißausbruch des Tages verursachte. Jamahl wollte wieder nicht durch das Tor neben dem Wassertank, blieb stehen und zog (mich) zurück. Mehrere Anläufe schlugen fehl, also holte ich Laila, band beide an einem langen Seil zusammen und versuchte erneut mein Glück. Nun hatte ich zwei Kamele die nicht wollten! Super. Dritter Anlauf: Jamahl direkt neben dem Tor angebunden, Laila alleine durch das Tor zum Stall geführt. Dort wollte sie nicht bleiben, rief ständig nach ihrem Kumpel und tanzte wie eine Primaballerina. Irgendwann stand sie so, wie ich es wollte, dann holte ich Jamahl, der nun widerstandslos mitkam. Die Aktion dauerte eine ganze Weile, und als ich mich schließlich Ali widmen konnte, traf mich der Schlag: ich hatte absichtlich das Seil, mit dem sie am Pfosten fixiert war lang gelassen. Normalerweise ist es nicht länger als ein Meter, damit sich das Tier nicht verheddert. Ich wollte ihr aber die Möglichkeit bieten nach rückwärts auszuweichen, wenn ich Jamahl - den sie nicht leiden kann - an ihr vorbeiführe. Man kann es sich denken. Ali verhedderte sich. Und zwar ordentlich! Sie lag auf der Seite, den Zaun eindrückend, das Seil mindestens in drei Schlingen um die Beine gewickelt, straff gespannt, unfähig sich nur einen Millimeter zu bewegen. Super. UNMÖGLICH irgendeinen Knoten, weder den an ihrem Hals, noch den um den Pfosten herum aufzubekommen. Als hätte ich eine Vorahnung gehabt, führte ich diesmal mein Taschenmesser mit mir, ich konnte das Seil durchschneiden und sie von ihren Fesseln befreien. Der Gang zum und auf den Trailer verlief problemlos.

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