Donnerstag, 30. März 2017

Material, Material

Trotz immer wiederkehrender Zweifel an der Sinnhaftigkeit meiner Zukunftspläne, habe ich einige Einkäufe für meine (imaginären) Trecks getätigt.

Da wäre zunächst einmal eine neue Matratze. Eigentlich wollte ich eine normale 10 cm Schaumstoffmatratze haben, konnte ich aber nirgends finden. So sollte es wieder eine sich selbstaufblasende Schlafunterlage werden in der Hoffnung, sie möge dicht bleiben.


Hüftgelenksschmerzen wie beim letzten campen werden mir mit diesem Teil hoffentlich erspart bleiben.

Die nächste Frage, welche Satteltaschen soll ich besorgen? Fast alles Equipment für solche Expeditionen besteht aus Sonderanfertigungen. So wie beim Sattel muss man Hersteller suchen und finden und jedes Teil speziell herstellen. Das bedeutet Kosten. Ich schwanke immer zwischen ordentlich/dauerhaft = teuer und provisorisch/anfällig = leistbar. Bei den Satteltaschen entschied ich mich für letzteres. Auf der Suche nach Alternativen wurde ich beim Autozubehör fündig. Da gibt es große Behältnisse, die man hinten an den Reservereifen eines SUV hängen kann. Für's erste sollten die reichen. Wenn ich wirklich weitermache, kann ich mir noch immer 1A Satteltaschen vom Experten anfertigen lassen.


Die Schlaufen, die um den Reifen zur Befestigung herumführen habe ich abgeschnitten und zwei 5 cm Ringe angenäht. Karabiner dienen zum Anhängen an den Packsattel.

Auf Amazon fand ich einen Händler für ausrangierte Armee-Sachen. Dort bestellte ich mir noch zwei große Seesäcke, auch die kann ich mit Karabiner an den Sattel hängen.


Das sollte reichen, um meine Sachen unterzubringen. Wenn ich überlege, wie ökonomisch die weltumreisenden Fahrradfahrer unterwegs sind, dann kann ich vergleichsweise meinen halben Hausstand in die 2 x 60 l und 2 x 120 l fassenden Behälter packen.

Last but not least, ebenfalls vom Armee-Geschäft: 6 x 20 l Wassersäcke. Bin total glücklich über den Fund. Kanister wären eine Alternative, sind aber so unhandlich. Und die mir bekannten Markenartikel sind sauteuer: bis zu $ 40,- pro 10 l Sack (Ortlieb)! Da bin ich mit meinen € 12,- pro 20 l Sack gut weggekommen. 


Jetzt brauche ich bitte noch brave Tiere, die mir das Zeugs auch schleppen. Gestern hatte ich wieder eine Niederbruchsphase mit Heulattacken. Heute wieder besser drauf, bin ich mit Jamahl eine kleine Runde über's Grundstück gegangen. Der ist zweimal ausgeflippt -  Bocksprünge vor ihm Unbekanntes gemacht und ich habe die Hose wieder gestrichen voll gehabt. Bin zu meiner bewährten Strategie übergegangen: über den Koppelzaun geklettert und von der anderen Seite aus Jamahl geführt. Da fühl ich mich sicher (habe halt ständig Angst, er rennt mich von hinten nieder), vermittel dadurch mehr Selbstsicherheit und Jamahl folgt wie ein Lämmchen. Ich muss halt positiv denken, mich nicht so sehr unter Druck setzen. Es dauert halt alles seine Zeit. 

Was wäre die Alternative? Aufgeben, die Kamele weggeben? Einen Wohnwagen kaufen und wie die anderen grey nomads im Winter nach Queensland? Mich auf Campingplätzen einreihen? Oder in Motelbetten schlafen? Oder den Scheiß Winter hier aussitzen? Oder alles verkaufen und in die Stadt ziehen?

Zweifel, Fragen, Unsicherheiten.

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