Sonntag, 19. Februar 2017

Manchmal verliert man,

manchmal gewinnen die anderen.

Ich mag nicht verlieren, aber Ali hat es heute geschafft! Als ich mit den Futtertrögen ankam und die Kamele damit zum Zaun lockte, hatte sie wohl Lunte gerochen. Sie ließ sich nicht anbinden, rannte immer wieder davon. Alle möglichen Tricks habe ich versucht. Mit Leckerli gerufen. Einen ganz langen Hals hat sie gemacht, mir die Möhre aus der Hand genommen und ist wieder abgetaucht. Unmöglich für mich ihr Halsband zu erreichen. Hinterher gelaufen, versucht sie in eine Ecke zu treiben. Lächerlich. Den beiden anderen das Halfter angelegt und sie hinaus geführt, in der Hoffnung Ali würde Richtung Tor gehen und klein beigeben. Chancenlos. Ein langes Seil geholt und versucht ihr von Weitem um den Hals zu schmeißen. Hahaha. Nach zwei Stunden habe ich das Handtuch geworfen. Habe Laila und Jamahl an den Hänger gebunden und unsere 11km-Sonntags-Morgens-Runde abgefahren. Laila bewegte sich wie ein Vollprofi, geschmeidig und elegant - soweit man das von Kamelen sagen kann. Jamahl war nicht wirklich begeistert. Anfangs brachte er öfters seine schlaksigen Gliedmaßen durcheinander, hatte was spastisches an sich. Gegen Ende wollte er nicht mehr. Alle zehn Schritte zog er zurück, hatte aber gegen die Zugkraft des Autos keine Wahl, er musste wieder Gas geben. Trabte ein paar Schritte, um sich dann wieder dagegen zu stemmen. War vielleicht gar nicht so schlecht, dass ich nicht gleich mit drei Kamelen los bin. So hat Jamahl die Prozedur und seine neue Umgebung kennengelernt, ohne von Ali nervös gemacht worden zu sein.

Als wir zurückkehrten sah ich Ali wie irr am Zaun auf- und abrennen, als sie uns entdeckte beruhigte sie sich und fing an zu grasen, als sei nichts passiert. Einfangen ließ sie sich noch immer nicht.

Dann die Sache mit dem Sattel. Er ist da!




Nachdem ich vorgestern nach Adelaide fahren musste, um ihn beim Transportunternehmen abzuholen. Riecht sehr gut nach Leder, das reicht aber nicht, um ihn sachgerecht zu nutzen. Will sagen, ich habe das Trum auf Laila gehievt, mit Mühe die steifen Riemen zugekriegt. Wie eine Krone thronte der Sattel auf ihrem Höcker und als sie aufstand, rutschte das Teil über ihren Nacken nach vorne. Dabei verhedderte sie sich noch in den nun lose baumelnden Riemen. Blut und Wasser habe ich geschwitzt, hoffend, dass ihr das Monstrum nicht auf den Schädel knallt. Irgendwie konnte ich sie befreien, leicht verzweifelnd und nicht wissend, wie's weiter gehen soll.


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