Donnerstag, 26. Januar 2017

Nasenbluten

Neuer Ansatz mit den girls zu marschieren. Bis jetzt habe ich sie mit einem Seil am Hals zusammengebunden und beide am Halfter befestigten Führleinen dirigierend in der Hand gehalten. Das war nicht so wie es sein sollte, aber ich hatte die Kontrolle, die eine oder andere von meinen jungen Pflanzen wegziehen zu können.

Heute das erste Mal versucht es lege artis anzugehen. Zunächst das Brustgeschirr angelegt, Halfter mit Leine umgebunden, ein 6m Seil um Ali's Hals gebunden und das lange Ende durch die Ringe ihres Geschirrs nach hinten geführt und der Laila um den Hals gebunden. So sind sie gezwungen hintereinander - und nicht wie sonst nebeneinander - zu laufen. Damit Laila nicht wie eine Blöde zieht, habe ich die nose line ebenfalls an Ali's Brustgeschirr befestigt. Shit, erste Katastrophe: Laila wehrte sich, kommt mit ihrem Schädel irgendwie unter die nose line, gerät in Panik und zerrt und schreit wie eine Irre. Glücklicherweise macht sie einen Kopfschlenker und befreit sich schnell wieder aus der misslichen Situation. Trotzdem, ihr war das nicht geheuer und sie zog kraftvoll zurück, was entsprechend schmerzhaft war. Je mehr sie zog, desto weher tat es, schließlich tat sie das, was im Zweifel sonst immer funktioniert: sie setzte sich nieder. Jetzt war der Ofen aus, anstelle Erleichterung wurde der Schmerz unerträglich, sie zog noch mehr und … zack, war die nose line abgerissen. Ihre Nase blutete, aber der peg war noch drin.

Die nose line besteht aus zwei Teilen, einem Seil und einer Schnur (die, die Maurer benutzen, um Ziegel schön gerade zu verlegen),





die im Notfall reißt. Hat sich ganz gut bewährt. Wäre die Schnur nicht kaputt gegangen, hätte Laila sich den peg aus dem Nasenflügel ausgerissen. Sicher nichts lebensbedrohliches, aber auch nicht Sinn der Übung.

Also habe ich bei ihr die nose line weggelassen und nur Ali mit einer geführt. Die kleine Karawane bewegte sich anstandslos über das Grundstück, ab und zu versuchte Ali an mir vorbeizugehen, aber ich konterte mit meiner bewährten im Kreis-gehen-Methode. Sogar durch den dry creek sind wir einigermaßen professionell gekommen, nicht wie sonst, wo ich einfach losgelassen habe und sie ohne Führung selber das Bachbett runter und rauf sind.

Nach einer kleinen Rundwanderung die nächste Übung: hobbeln. Das Anlegen der Fußfesseln geht ja schon, ohne dass ich mich dabei anschei**e, aber diesmal habe ich sie außerhalb der Koppel laufen lassen (wollen). Ali ist überhaupt nicht hochgekommen und ist auf ihren „Knien“ (= Karpalgelenken) dahingerobbt. Nach mehrmaligen erfolglosen Aufstehversuchen habe ich ihr eine Fessel abgenommen, sie aufstehen lassen und im Stehen wieder angelegt. Die Übung wiederholen müssen, nachdem sie sich verhaspelt hatte, hingefallen war und wieder nicht hochkam. Laila meisterte das mit den Ketten laufen recht gut.


So, jetzt können sie einen guten Bissen von den Salzbüschen und Disteln nehmen, ich setze mich etwas entfernt auf ein Bänkchen und beobachte, ob alles gut läuft. „Hallo mum! Wo bist Du?“ scheinen sie zu rufen und folgen mir ins (normalerweise unbeliebte) Wäldchen, anstatt weiter an den Kräutern zu naschen. Sie stehen wie bestellt und nicht abgeholt, Laila muss sich nach dem vielen Stress erstmal hinlegen.



Ich führte sie nochmal zu den Salzbüschen 



und dann zurück auf die Koppel. Es war mittlerweile weit nach Mittag, trotzdem schmeckten die Frühstücksmöhren. Als sie endlich von allen Fesseln/Seilen/Halftern befreit waren, trotteten sie sichtbar erleichtert von dannen und nahmen ein Staubbad.

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