Sonntag, 29. Januar 2017

Faul und gefräßig

Es ist Monatsende und es wäre an der Zeit die girls auf die nächste Koppel zu geben, aber mein innerer Schweinehund hält mich davon ab. Dort, wo sie sich derzeit befinden kann ich ihren Trog mit einem Wasserschlauch auffüllen, auch abbrausen kann ich sie, je nach Bedarf. Die andere Koppel hat einen höheren Zaun und ist weiter weg, da muss ich Wasserkanister ins Gehege bringen und beim Auffüllen mit den Mädels raufen. Ali will unbedingt aus den sich Kanistern saufen und stößt mir die schweren Behältnisse regelmäßig aus der Hand. Sollen sie halt noch 14 Tage auf der abgefressenen Koppel stehen.

Zum Ausgleich habe ich ihnen einen neuen Heuballen bringen lassen - und sie lieben es.




Heu ist hier was anderes als wie ich es von früher kenne: in Deutschland/Österreich ist Heu = getrocknetes Gras + Kräuter. Hier wird Getreide (meist Hafer oder Weizen) bzw. Luzerne gemäht, solange es noch grün ist, aber bereits erste Fruchtstände aufweist. Nach ein paar Tagen der Trocknung auf dem Feld wird es maschinell gesammelt und in kleineren oder, wie hier, großen Ballen geformt und mit einem Netz zur Formerhaltung umgeben. Während ein Pferd in Deutschland/Österreich Heu + Hafer zu fressen bekommt, werden den Tieren hier "a biscuit of oaten hay" vor die Füsse geworfen und haben so gleichzeitig Raufaser + Kraftfutter in einem Aufwasch. Ein großer Ballen oaten-hay kostet zwischen $ 65.- und $ 85.-, der Preis variiert je nach Lokalisation und Ertrag. Heuer war eine gute Ernte, es hatte viel geregnet und wir leben ja mitten im landwirtschaftlichen Nutzgebiet. Weiter nördlich, wo das Futter mit LKWs hingebracht werden muss, wird die Preisgestaltung eine andere sein. Luzerne ist noch teurer und für die Kamele nicht so geeignet. Sie brauchen mehr Raufaser und um ehrlich zu sein, bräuchten sie auch kein Heu. Aber was soll's, ich esse ja auch Schokolade und sollte es nicht!

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