Sonntag, 17. Dezember 2017

Immer wieder sonntags...

Nun, heute hatte ich keine Lust. Habe mir vorgenommen nur dann mit den Tieren zu arbeiten, wenn es mir Spaß macht. Schlecht motiviert und unlustig - da kommt nichts Gutes bei raus.

Aber am vergangenen Sonntag wieder die 11 km Runde gemacht und dabei ein denkwürdiges Phänomen beobachtet:

Ich tucker so im Schritt-Tempo vor mich hin, als das Auto plötzlich schneller wird. Ich nehme den Fuss vom Gas, aber die Geschwindigkeit verringert sich nicht! Wie geht das? Wir fahren doch nicht bergab? Dann die Erleuchtung: Jamahl schiebt! Den schweren Landcruiser samt Anhänger!

Eigentlich sollte er schön langsam gehen -  mir geht er immer viel zu flott. Ich möchte, dass er sich meinem Tempo anpasst und ich habe nun mal viel kürzere Beine. Wenn ich Gas gebe, damit er sich nicht mehr an den Hänger lehnen kann, fängt er an zu traben. Das wiederum wäre zwar gut für einen erhöhten Kalorienverbrauch (SIE SIND ZU FETT!) dient aber nicht dem Trainingsziel, nämlich im gemütlich Schritt zu GEHEN. Also schiebt er. Mehr als die Hälfte der Strecke habe ich nicht einmal Gas gegeben. Wie ein Caterpillar in gleichförmiger Geschwindigkeit hat er uns nach Hause geschoben.

Jetzt grübele ich die ganze Zeit, ob ich doch den bequemeren Trekking-Stil, nämlich mit einem Gypsy-Wagen wählen soll? Schaut zwar nicht so cool aus, wie eine Karawane, es sprechen allerdings einige Punkte dafür:

1. Die enorme Plackerei mit den schweren Sätteln und Wasserbehältnissen fällt weg. Es wäre alles im Wagen untergebracht und die Kamele brauchen nur angespannt zu werden.

2. Zeltauf- und abbau fallen weg. Ein gemütliches Bett im Wagen - Vorhang zu und ich habe meine heilige Ruhe. Könnte sogar einen von Solarzellen betriebenen Kühlschrank mitnehmen 😛

3. Die Reise wird sicherer für mich. Meine größte Angst ist nach wie vor, dass die Viecher mich irgendwann in einer Panikattacke von hinten überrennen. Und die Angst ist nicht unbegründet.

4. Es besteht keine wirkliche Erfordernis als Karawane loszuziehen. Ich werde - nach dem jetzigen Stand der Dinge - wahrscheinlich nie querfeldein marschieren. Wüsten- oder Kontinentdurchquerungen sind nicht mein Ziel. Eher abgelegene Straßen, wie Birdsville Trak, Oodnadatta Trek oder Canning Stock Route oder unbefestigte Wege auf irgendeiner der riesigen Stations benutzen und da kommt man mit einem Wagen genauso gut voran.

5. Ich werde mir wahrscheinlich einen LKW kaufen, da könnte ich den Wagen hinten anhängen. Derweil war mein Plan, die Kamele auf ihrem Anhänger zu befördern, da müsste ich den Wagen separiert transportieren (zweimal fahren, eine Firma beauftragen oder den Wagen bei einer Station zurücklassen). Mit LKW könnten die Kamele komfortabler reisen und ich könnte mehr Ausrüstung mitnehmen als mit dem Landcruiser.

Da ich nicht weiß, wie das alles so klappen könnte dachte ich, mir einen Wagen auszuleihen. K. und Partnerin, die vorher in Beltana waren, leben jetzt in Victoria und arbeiten auf einer Kamel-Milchfarm. Also eine Nachricht versandt und nach drei Tagen endlich die Antwort erhalten:

"Hi, yes we still have our wagon. We would consider leasing it or even selling it. I am on my way to the airport as I will be in the UAE for two weeks. We can discuss it more when I am back...."

Das ist das gute Stück. Glaube nicht, dass ich den kaufen will. Aber mal für ein paar Monate ausleihen, üben und dann so was von einem Profi bauen lassen. Geländegängig, leichtführig mit schöner Inneneinrichtung 😇



Sonntag, 3. Dezember 2017

Erfolgreicher Sonntag

Heute zum ersten Mal nach der Unterbrechung durch meine Erkrankung eine Runde mit dem Anhänger unternommen. Jamahl wollte sich nicht das Halfter anlegen lassen, ich konnte ihn dann letztlich doch 'überreden'. Ali wollte beim Halfter anlegen spucken, wurde aber gleich mit Maulkorb versehen, so dass sie sich nur noch selber anspucken konnte. Nachdem ich alle drei an den Hänger festgebunden hatte, befreite ich Ali von dem Maulkorb und legte ihn Laila an. Nur für den Fall, dass ihr einfallen könnte, unterwegs zu raufen. Auf den ersten Metern - noch auf dem Grundstück - sah sich Laila veranlasst, einen Affentanz aufzuführen. Sie hüpfte in die Höhe, zog zurück, schlackerte mit dem Schädel. Plötzlich wurde mir klar was mit ihr los war: sie war verunsichert von der kleinen Scheune, die ich auf der 1.Koppel für die Emus aufgestellt hatte. Von der Koppel, auf der sie sich die letzten vier Wochen aufgehalten hatten, konnten sie die Hütte nicht sehen. Aber jetzt, beim vorbei fahren! Sehr verdächtig! Als wir auf der Straße waren beruhigte sie sich wieder.

Die 11 km Rundfahrt verlief unauffällig, nur einmal wurden wir von einem PKW überholt. Kurz vor der Ankunft fing es an zu regnen -  das Wetter war heute schlechter als vorhergesagt.

Zur Belohnung durften sie anschließend auf eine andere Koppel. Dort ist in den letzten drei Monaten doch etwas Grünzeug gewachsen, auf das sie sich gleich stürzten.

Mittwoch, 22. November 2017

Glücklich!




Diese drei Bilder lassen mein Herz höher schlagen!

Ali ist die erste, die auf mich zukommt, sobald die Kamele mich entdeckt haben. Wie war sie von mir angewidert bevor ich sie auf Erholung nach Orroroo geschickt hatte. Mit dem Arsch hätte sie mich nicht angeschaut, irgendwo möglichst weit weg wäre sie gestanden, während die beiden anderen zu mir gelaufen wären. Ich darf sie jetzt auch wieder anleinen und am Hals streicheln. Kleine Unsicherheiten kommen manchmal hoch, aber sie verzeiht schnell. Auch wenn ich sie sich ablegen lasse und ihr das nicht behagt, dann meckert sie zwar, scheißt sich aber nicht an.

Ich glaube noch immer, dass diese Abwehrhaltung begann, als ihr der Höcker weh tat. Laila ist tage-, nein wochenlang auf ihr herum geritten, Ali war in ihrer devoten Art machtlos. Sie ließ es einfach mit sich machen und wurde dabei verletzt. Durch das dicke Fell nicht sichtbar, entdeckte ich die handflächengroßen Krusten erst beim bürsten. Natürlich schmerzte das zusätzlich. Deshalb durfte ich nicht mehr in ihre Nähe und sie isolierte sich von den anderen. Laila konzentrierte sich auf Jamahl, den sie ständig dazu bringen wollte, sich abzulegen, damit sie sich befriedigen kann. Der wollte aber nicht, brüllte nur dumm rum und hatte an den Beinen Bisswunden und Schrunden.

Seit Ali zurück ist und sich offenbar völlig erholt hat, ist sie auch wieder Mitglied im Verband und ... wird wieder heißgeliebt. Diesmal soll es aber nicht wieder zu so einem Debakel kommen. Die einzige Methode dem vorzubeugen: Laila kriegt tagsüber die Fußfesseln angelegt.

Freitag, 3. November 2017

Zwei Schritte vor, einer zurück!

Gestern morgen traute ich meinen Augen nicht: Ali lief zwar mit Halfter, aber ohne Schleppleine umher. Super, wie soll ich sie jetzt einfangen? Ich nahm eine Leine und ging langsam auf sie zu. Sie wich mir zwar aus, aber nicht so energisch wie früher. Gemütlich trieb ich sie in Richtung Futtertrog und als sie dort ankam, war es ein leichtes, die Leine am Halsband festzumachen. Wie habe ich mich gefreut. Den Maulkorb angelegt und sie ohne irgendeine Protestaktion bürsten dürfen. Kein ausweichen, kein brüllen, kein treten. Sie hat es regelrecht genossen. Auch kurz ablegen war kein Problem. Ich nahm ihr dann auch das Halfter ab und ließ sie ohne 'Einfang-Hilfsmittel' laufen. Laila brauchte Fußfesseln da sie nichts besseres zu tun wusste, als Ali wieder niederzukämpfen und anschließend zu besteigen.

Heute Morgen dann der Rückfall. Zwar gelang es mir, sie beim Futtertrog am Halsband zu greifen, aber freudig erregt schaut anders aus. Wieder Maulkorb als Spuck-Prophylaxe und der Versuch, sie zu bürsten. Protest! Austreten! Sich anscheißen! Toll. Ich klemmte sie zwischen Zaun und Tor ein, so dass sie mich nicht verletzen konnte. Von allen Seiten bürstete ich sie, bis sie sich beruhigt hatte. Noch ein paar Minuten einfach neben ihr stehen, dann ließ ich sie gehen. Sie war schon schlimmer drauf, aber ich hätte mir so gewünscht, dass das Eis gebrochen wäre.

Mittwoch, 1. November 2017

Back to normal

Es wird Zeit, dass wieder Normalität einsetzt. Die Op ist vorbei, ich leide noch unter Nachwirkungen, aber die Arbeit mit den Tieren wird mich ablenken.

Zwei Wochen hatte ich Hilfe von einem Deutschen Backpacker, den ich über FB kennengelernt hatte. Am 12. 10. holte ich ihn vom Bahnhof ab und am 26. 10. führte ich ihn zurück. Er half mir mit der Versorgung der anderen Tiere und im Garten, mit den Kamelen hatte er nicht viel zu tun. Nur die Tränke auffüllen war während meiner zweitägigen Abwesenheit erforderlich und ein wenig Körperpflege unter meiner Kontrolle.




Am Tag vor seiner Abreise habe ich die Kamele auf eine andere Koppel geführt. Jamahl lief wie ein Lämmchen, Laila musste unbedingt ein paar Bocksprünge hinlegen.




Gestern - 31. 10. - habe ich Ali aus Orroroo geholt. Sie war schon auf der Farm und mit Halfter und Leine versehen. Leider ist ihr nose peg - wie der von Jamahl - abgebrochen. Don bot an, einen neuen rein zu machen, ich lehnte ab. Dreimal das Theater ist genug. Wenn die Dinger so anfällig sind, das nose line anlegen jedesmal ein Kampf bedeutet und die Kamele mit der zusätzlichen Leine noch schwerer zu führen sind (Feintuning zwischen genug aber nicht zu fest zu ziehen), dann verzichte ich lieber und benutze in Zukunft eine Zugkette um die Nase.

Ali ignorierte mich zwar (ein kurzer Schnuffler an meiner Hand war alles) machte aber keinerlei Schwierigkeiten als ich Don's Halfter gegen meines austauschte. Sie ging brav hinter mir her zum Anhänger, kein spucken, kein Protestgebrüll!

Zu Hause angekommen, wurde sie von der blubbernden Laila innig begrüßt. Ununterbrochen flehmten Laila und Jamahl, nachdem sie eine ausführliche Geruchsprobe von Alis Hinterteil genommen hatten. Als die Anfangseuphorie vorbei war, begann Ali ein klagendes Muhen, so, als ob sie ihre anderen Gefährten suchen würde. Aber auch das legte sich bald und alle drei grasten friedlich vor sich hin.




Heute morgen Testlauf. Ich war schon so gespannt. Wie lange würde es wohl dauern, bis ich Ali eingefangen hätte? Ich rechnete mit 20 Minuten, war allerdings schon nach 6:15 min erfolgreich! Ich band Ali an einen Zaunpfosten, legte ihr ohne Probleme den Maulkorb um (just in case!) und sie erlaubte mir, sie am Halsband festzumachen und zu bürsten! Ach wie schön war das. Welch ein Unterschied zu der Zeit vor ihrem Farmaufenthalt. Hoffentlich war das keine Eintagsfliege.

Montag, 9. Oktober 2017

Unwahrscheinlich...

...die Energie und Ausdauer die Laila beim Raufen an den Tag legt.

Heute morgen wollte Jamahl gar nicht mit dem Brüllen aufhören. Ich ging schließlich zur Koppel und überlegte, wie ich wohl eingreifen soll:



Laila hatte Jamahl's rechte Hinterbein ausgehebelt. Der tänzelte auf drei Beinen, schrie sich die Seele aus dem Leib und versuchte erfolglos, den Haxen freizubekommen. Laila dachte nicht im Traum daran, nachzugeben. Im Gegenteil hob sie ständig den Kopf, um das Bein bloß nicht entgleiten zu lassen. Ich wusste, ich kann nicht ohne Gefährdung eingreifen. So lockte ich sie nur mit einem Akazienast, ihr Lieblingsfutter. Als Laila dem gewahr wurde, lockerte sie ihre Anspannung und Jamahl konnte endlich entkommen. Puh, mal wieder gut gegangen. Kein Schaden entstanden.

Zur Strafe muss sie heute wieder ihre Fussfesseln tragen. Der arme Kerl braucht Erholung.

Kleine Runde

Nach der erneuten Hiobsbotschaft bezüglich meines DCIS ist mir wieder die Lust am trainieren vergangen. Aber heute (Sonntag) war das Wetter einfach zu schön. Auch hat Laila in den vergangenen Tagen wieder vermehrt gerauft - die Beine vom Jamahl schauen furchtbar aus: voller Schrunden und blutiger Wunden.



Also auf, eine 11 km Runde hinter dem Anhänger, müde machen das Mistvieh 😂

Sie liefen recht brav, Jamahl ohne ein einziges Mal zurückziehen! Bei der Heimkunft vor dem Grundstück stehen geblieben, Laila losgemacht und an den Langen angebunden. Die Absicht war, beide zusammen gemütlich zur Koppel zu führen. Sicherheitshalber habe ich Laila den Beißkorb umgebunden - allerdings ohne viel Eindruck zu schinden. Sie war aufgeregt und schubste den Langen, der wiederum wollte unbedingt in die Büsche zum fressen. Das war eine Drängelei und Unruhe, und ich wieder mittendrin. Plan B: Zuerst Laila auf die Koppel (lief wie im Bilderbuch brav hinter mir her), dann Jamahl. Was war der nervös! Tänzelte am Zaun, ich konnte gar nicht an den Pfosten reichen, an den er zwischenzeitlich gebunden war. Naja, irgendwie klappte es doch und wir erreichten die Koppel.

Montag, 2. Oktober 2017

Nosepeg, die 2te

Brav, wie ich nun mal bin, habe ich heute wieder eine Trainingseinheit eingeschoben.

Beiden das Halfter angelegt - inklusive nose line - und sie einzeln eine Runde um eine Koppel geführt führen wollen. Zuerst Jamahl. Der hat sich angestellt, als wäre er das erste Mal in seinem Leben am Halfter geführt worden. Ich habe es gerade mal so bis zur nächsten Koppel geschafft, als das Theater losging. 180° Wendung und zurück, das war seine Devise. Ohne Laila geht er keinen Schritt. Mit Mühe habe ich die Führleine um einen Pfosten schlingen und ihn somit fixieren können. Ein vorsichtiger Zug an der nose line, ein kraftvoller Zug am Halfterseil, 3 m in die richtige Richtung, schnell wieder das Seil um den nächsten Pfosten geworfen, weil Monsieur schon wieder einen 180° Wendung durchgeführt hat! Zirkusreif, wir zwei. Dann machte es plop. Was war das? Ich hatte die nose line in der Hand, Jamahl schaute mich belämmert an. Hat er die dünne Schnur durchgerissen? Nein, er hatte überhaupt keinen peg mehr im Nasenflügel! Dann bemerkte ich, dass die Spitze des pegs an der Leine hing: abgebrochen, zum zweiten Mal. Wie soll ich mich jetzt durchsetzen? Der geht doch keinen Schritt mehr ohne Zwangsmaßnahme.



Ich band ihn an den Zaunpfosten und holte eine kurze Kette, dich ich an einer Seite des Halfters befestigte, über die Nase und unter das Kinn führte. Am losen Ende fixierte ich das Führseil. Wenn er jetzt zurückdrängt, zieht sich die Kette über seiner Nase zusammen und verursacht ein unangenehmes einquetschendes Gefühl. Zweimal hat er richtig hart gezogen, schnell gemerkt, dass die Kette einschnürt und weh tut, dann ist er die ganze Runde um die Koppel wie ein Hündchen gefolgt. Geht doch!

Als nächstes Laila. Bei ihr musste ich wie immer kämpfen, die nose line anzubringen. Als das geschafft war, ging sie ohne Widerstand mit. Richtig schön. Endlich ein Erfolgserlebnis. Hätte ich gerne öfters.

Ich hätte es lassen können, habe mich aber doch entschlossen den Teil des pegs, der sich noch in der Nase befindet zu entfernen. Habe eine chirurgische gebogene Klemme geholt und - nachdem ich Jamahls Kopf mit zwei Seilen ganz kurz am Zaunpfahl angebunden hatte - versucht die Scheibe zu erwischen. Rutschte dauernd ab, so bin ich mit dem Zeigefinger (unter wütendem Protest des Patienten) in das Nasenloch und konnte das Teil erwischen und entfernen.

Jamahl ohne nose peg

Back to work

In der vergangenen Woche hatte ich ernsthafte Anstrengungen unternommen, die Reise nach Texas zu organisieren. Ich war in zwei Reisebüros, hier der KV des günstigeren:

Hin- und Rückflug nach Dallas   $ 1.539,-
****Sterne Hotel 2 Nächte         $    664,-
Shuttlebus Flughafen - Hotel      $      27,-
Reiseversicherung                       $    442,-

Hatte mir dann überlegt, den Flug selber zu buchen und ein AirBnB anstelle Hotel auszusuchen. Die Bedingungen für die Reiseversicherung habe ich mir durchgelesen und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich das nicht brauche. Was ich gerne gehabt hätte, wäre ein Angebot für ein Wohnmobil! Das spielt's aber nicht! Die vermieten nur ab Houston. Es gibt allerdings diverse lokale Vermieter, da würde mir der Kurs-Veranstalter helfen was gescheites zu finden.

Aber! Ich finde keinen mir passenden Haussitter. Die, die ich kontaktiert hatte, wollen nicht. Und ich wiederum will kein Pärchen im Haus. Am liebsten hätte ich niemanden im Haus. Langer Rede kurzer Sinn: ich werde heuer nicht fahren. Nach der ganzen Aufregung im vergangenen Monat gehe ich es gemütlich an. Irgendwann werde ich schon jemanden finden. Man kann halt nichts erzwingen und der Kurs findet zweimal jährlich statt - cu next year!

Ab heute werde ich mich wieder mehr mit den Kamelen beschäftigen. Der Anfang ist gemacht: Beide haben ihr Geschirr umgelegt bekommen und die Tragtaschen angehängt. Jamahl hat sich angeschissen und protestierend auf die Seite geschmissen, aber letztlich ist alles ruhig verlaufen.




Abends wollte ich ebenso locker die Geschirre wieder abnehmen. Da Jamahl mittlerweile so groß geworden ist, bin ich nicht in der Lage die seitlichen Verschlüsse zu öffnen und dann die Riemen mit Schwung über seien Rücken zu werfen. Also muss er sich ablegen. Mindestens 10 Minuten hat's gebraucht, der hatte einfach keine Lust niederzuhooshen! Wie immer siegte letztlich meine Hartnäckigkeit!

Montag, 18. September 2017

Oops!

Hatte mich schon gewundert, warum Laila alleine am Zaun vor dem Trog mit chaff steht und Jamahl in der Mitte auf der Koppel liegt und wiederkäut: die Ärmste war noch angebunden! Gestern Abend entfernte ich ihre Fußfesseln und band sie vorher sicherheitshalber an den Zaun. Wäre nicht lustig geworden, wenn ich eine Fessel gelöst hätte und sie dann davon galoppiert wäre. Es war schon dunkel und als ich einen letzten Blick auf sie warf, konnte ich zwei Kamele sehen, die ihre Köpfe in den Trog beugten. Das Laila noch am Strick hing entging mir völlig. Nunja, sie hat es überstanden. Und bis jetzt ist sie auch sehr ruhig. Jamahl lahmt nach wie vor nicht mehr, heute versuche ich es wieder ohne hobbels. Vielleicht kapiert sie, dass der Rauferei Disziplinierungsmaßnahmen folgen.

Samstag, 16. September 2017

Das Schweigen der Kamele

Nicht ein einziges Mal hat der Jamahl gebrüllt heute. Habe öfters schauen müssen, ob alles in Ordnung ist. Beide haben ruhig gegrast, geruht und wiedergekaut. So friedlich. Abends habe ich Laila von den Fußfesseln befreit, morgen früh werde ich sie ihr wieder anlegen.

UND ... Jamahl hat keinerlei Lahmheitssymptomatik mehr. Belastet sein rechtes Vorderbein als sei nie etwas gewesen. Habe kein Metacam mehr verabreicht -  das Mittel ist für Pferde zugelassen, nicht für Wiederkäuer. Will seinen Darmtrakt nicht beleidigen. Wenn er unter Medikation nicht lahmt, dann kann er sich ja eigentlich nichts eingetreten haben, also doch von der Rauferei? Werde weiter ein wachsames Auge auf ihn werfen. Morgen, Sonntag, will ich lieber keine Runde mit ihnen laufen, obwohl das Wetter seit langem wieder schön werden soll.

Freitag, 15. September 2017

Armer Bube!

Er steht auf der Koppel und hebt das rechte Bein. Schaut so bedauernswert aus. Laila, das Rabenaas, kennt kein Pardon. So, wie sie letztes Jahr Ali malträtiert hat, ärgert sie nun den Großen. Und der wehrt sich nicht. Hebt nur demutsvoll des Schwanz (wie ein Hund - nur, dass der halt den Schwanz zwischen die Beine klemmt) und brüllt wie am Spieß.

Heut morgen hat er sich sogar nach dem Frühstück niedergelegt! Das ist noch nie vorgekommen. Die Schmerzen müssen extrem sein, da er eigentlich nicht empfindlich ist. Beim impfen und chippen hat er keine Miene verzogen, während die Weiber fast ausgeflippt sind.


So verabreichte ich ihm eine ordentliche Menge an Metacam (für geschätzte 500 kg). Um nicht mit ihm raufen zu müssen, mischte ich die Sauce in Haferflocken und in sein Frühstück. Es dauerte eine Weile, bis auch das letzte Krümelchen vertilgt war.

Als Jamahl nachmittags wieder heftig sekkiert wurde, legte ich Laila Fußfesseln an. Sie schaute mir empört nach, aber so geht es ja wirklich nicht. Der Bube braucht ein wenig Ruhe zum ausheilen.


Mittwoch, 13. September 2017

Alles lahm

Mit Don wird das auch nix. Auf meine Anfrage erklärte er sich zwar bereit, die beiden bei sich aufzunehmen - er würde sie aber auf einer Extra-Koppel unterbringen und ist insgesamt nicht sehr glücklich mit meinem Anliegen. Auch er jammert wegen Futter-Mangel, muss Heu dazu kaufen und wenn im Sommer kein Regen kommt ... blablabla. Ich wollte doch so gerne, dass Laila mit anderen Kamelen zusammen kommt. Das ihr endlich mal Raison beigebracht wird. Sie separiert auf eine Koppel bringen? Da können sie auch gleich hier bleiben. Ich werde sie auf die Weidefläche bringen, die dem Haus am nächsten liegt und wo die Tränke mit dem Gartenschlauch erreicht werden kann. Außerdem den großen Trog auffüllen und einen Heuballen bringen lassen: keine Notwendigkeit überhaupt was zu tun. Nur kontrollieren, ob sie sich nicht selber in Schwierigkeiten gebracht haben.

So wie jetzt zum Beispiel: Seit gestern lahmt Jamahl vorne rechts! Kann von der Rauferei herrühren, wahrscheinlicher aber ist, dass es vom Sohlenballen kommt. Ich war in der Lage kurz das Bein anzuheben und bei einem Druck auf die Sohle stöhnte er auf. Letzte Woche verbrachte ich sie auf Koppel Nr. 1 mit viel frischem und v.a. nassen Grünzeug. Im vergangenen Jahr litt Ali unter den ständig nassen Füssen und dem aufgeweichten Horn, jetzt also Jamahl. Im schlimmsten Fall hat er sich sogar was eingetreten.

Mittwoch, 6. September 2017

Shit!

Das Kameltheater wird jetzt erst einmal stillgelegt. Die Biopsie ergab ein Karzinom. Mal sehen, ob ich die Tiere beim Don unterbringen kann.

Dienstag, 5. September 2017

Lessons from camels

A ten-day camel trek through the South Australian outback. With your parents.

For reasons that are still unclear to me, I agreed to go on a ten-day camel trek with my parents. When they invited me my initial reaction was I’ve got a whole LIFE going on here, I can’t just take off. I had a pile of junk mail to read and some pretty firm dinner plans. A few weeks later I was at a party where I didn’t think much of the people. Or, more accurately, I didn’t think the people thought much of me. So I wandered outside, thought, Phooey to you, city living, and texted my parents. “I’m in.”
A week before departure they called me from Adelaide, huddled together and shouting into the speakerphone.
“When you get here, we need you to pick up 30 kilograms of potatoes. We’re in charge of the potatoes.”
“Don’t stress him out,” said my mum. “You just bring yourself.”
“Yeah, yeah, but just – and the potatoes.”
My dad explained where we’d be going: from Orroroo in the Flinders Ranges, east towards Yunta, north to Koonamore, and then south-west along Pipeline Road.
“It’s a triangle, Bob. We’re doing a triangle.”
I asked how far we’d be riding, all up. There was a moment’s silence.
“We’re not riding, mate. They’re wagon camels.”
We would be walking, said my dad. Next to the camels, and for 25 kilometres a day. He paused.
“You have been training, haven’t you?”
I said yes, in the sense that I’d managed to keep my legs in pretty much mint/unused condition. I started to panic.
“I thought I was supposed to be practising sitting down.”
My dad’s cousin Robyn had married a bushman called Don, and together they raced camels and went on wagon expeditions. This was the first time they were bringing other people along. There would be between 9 and 14 people on the trek. Being in such close quarters with strangers for ten days was not my dad’s idea of a good time. He would have preferred to be at home with a book or tinkering in his shed. But his own dad had a reputation for disappearing out the back door every time someone showed up at the front door, and my dad was forever trying not to be that guy.
The night before we left Adelaide he did that thing nervous parents do, where they start fussing over their kids instead. He looked at me gruffly and said, “Now listen, Bob. What are you going to do out there for entertainment?”
“I dunno. I brought a few books.”
“You understand that these are country folk we’ll be travelling with. They like different things to us.”
“Well, what about you? What are you going to do?”
“I’m going to look at the fire,” he said. “Don’t worry about me.”
My parents and I drove north from our house in Adelaide to meet up with the crew in Orroroo. On the way we picked up a 31-year-old cameleer called Brian. He had a huge camel-coloured beard, and a smile that took over his whole face. “G’day folks,” he said as he climbed in.
We drove for four hours through small towns and low ranges, alongside dry creek beds and stubbly wheatfields. We peppered Brian with questions about camels. (“Is it true that they spit?” “Can Jewish people eat them?” “Why don’t you ride horses instead?”) He had two camels of his own, Firestorm and Vicky, and every time he talked about them he got a faraway look in his eyes.
In the late afternoon we drove down a dirt driveway and pulled up outside a big shearing shed. The head of our expedition, old bushman Don, came up to the car. From where I was sitting I could only make out his waistline. His jeans were covered in dirt, and were about six sizes too big. They were held up by a rope, a belt and a pair of braces.
He leaned in through the window and said, “Now, the important thing about this trip is not to panic.”
The first thing we were supposed to not panic about was the state of one of the wagons. It had been refurbished by Greg, a local naturalist and council worker who would be joining us on the trek. “You can tell he worked on the highways,” said Don, pointing at the wagon. “It’s all held together by street signs.” That wasn’t the problem so much as its rickety, lopsided canopy. The wagon looked as though it wanted to veer off into the bushes and lie down.
I walked over to the holding pen to see if maybe I had a magic touch with camels. This is the persistent dream of dilettantes: that we will, at some point, uncover a superpower that will make sense of lives filled with false starts, failures and endless dabbling.
I stood up on the railing and said “Hello, ladies!” to what I would later learn was mostly a bunch of bullocks. The camels looked at me with long-lashed eyes. The biggest camel, Weet-Bix, came over and nuzzled my hand. I stroked his fleshy lips and hummed a Middle Eastern tune I knew; he bit me affectionately on the arm. Things were looking good!
On the morning of departure I asked Brian if he wanted some help wrangling the camels. “I’ve got kind of a special rapport with them,” I said, and explained about the deep looks, the nibbling and so forth.
“They’ve been biting you? Mate, you can’t let them do that!”
So I went and helped my dad instead. He had designed and built a solar-powered electrical system and was ready to install it. I wanted to be useful, so I kept suggesting we bolt things to hard-to-reach poles that only I could climb up to.
Our procession was two wagons long. The main one had a canvas roof and was fitted out with bench seats from an old Kingswood. The smaller wagon was still looking pretty rickety, but they’d braced it as best they could.
We spent the rest of the morning loading the main wagon with our worldly possessions, and then (it sounds crazy when you see it written down) attached the wagon to four camels. Those outback camel trains look so stately and peaceful in the photographs! But when our camels felt the weight of the wagon they bolted, and took the wagon bouncing through bushes and rabbit holes. One of the camels started bucking wildly, throwing his head around and generally not taking very good care of our things. Brian was pumping the handbrake and hanging on.
“Pull ’em up, Brian!”
“I’m fucking trying!”
In the ruckus, another four camels broke loose and charged off in the direction of Brian and the wagon. They were tied together but going at high speed. Brian had, by now, managed to stop the wagon/get tangled in a fence line, but the four-pack of rogue camels headed straight for him.
Don yelled out to me, “Get between them and the wagon, Bob! Head ’em off!”
Leadership is a hard-to-pin-down quality. But if, after two days of knowing someone, they tell you to jump in front of a pack of charging camels and you find yourself willingly obliging, then they’ve probably got it.
The camels were looking like a pretty dumb idea, but we were on to a good thing with Don.
We managed to round up the camels and get the wagons back on track. Don took his hat off and wiped the sweat from his face. “That’s normal,” he said. “They always start off like that. Let’s push on.”
One of the reasons we go bush is to trade our old, boring problems (scrounging for rent money, beating the traffic) for new and refreshing ones. On our daily treks we had to pull down stock fences, navigate creek crossings and get cooking fires started in the rain. This is living! I thought to myself. My dad didn’t quite share my enthusiasm. He was up to his neck in living already. What he really wanted was a nice sit-down.
Getting the camels mustered every morning was a real snafu. There was one problem-camel called Blister who’d been raised as a pet and suffered all the same problems as a trust-fund kid. Don was trying to break him in as a wagon camel and get some herd mentality back into him. One morning Blister was really making him sweat. Don was yelling “Fucking hoosh down, you bird-brained bastard!” and the camel – stubborn, outraged – was bellowing back. Meanwhile, Brian and his friend Chantelle (a dreadlocked camel racer) were trying to corral the two lead camels, who’d gotten tangled up somehow.
My dad saw me writing in my diary and came over. He stood next to me for a while. Just the two of us.
“If I was writing a book,” he said, “I’d call it Why We Invented the Internal Combustion Engine.”
Brian or Nat usually drove the main wagon. Nat was a bosomy powerhouse who raised a family, kept a menagerie of pets and broke in camels for a living. She wore the same singlet, shorts and thongs the whole trip. Even on frosty nights. One evening she reached into her bra looking for a cigarette, and I saw her pull out a lighter, a tobacco pouch, a packet of tissues, a hunting knife, $20 (in change) and a bundle of keys before she looked up and said, “Oh, here it is. It’s in my fucking mouth.” On the fourth day she got kicked full in the face by a camel and just started kicking it back.
The smaller wagon was driven by the camp cook, who drank white wine and soda with one hand and swished the reins around with the other. She shouted so relentlessly at her camels (Chrystal and Sapphire) that they could no longer tell what was a command and what was general chitchat. So they ignored her completely and just ambled along cheerfully at their own pace. If you really wanted the camels to do something you had to put on a high-pitched voice or a foreign accent to get their attention.
Don was in charge of getting us out of trouble (“If Plan A doesn’t work there’s always Plan B, and if that doesn’t work, well, there’s plenty of letters in the alphabet”) and Robyn made us welcome wherever we landed. She was tireless and enthusiastic, looked out for everyone, and had none of the high-school bluster and faux toughness of other people we met along the way.
The walkers usually went up ahead, or drifted along between the two wagons. We passed through mallee country, sheep stations, along ancient valleys and across plateaus covered in saltbush. If you got far enough ahead there was a strange buzzing stillness. When it was overcast you didn’t even hear bird calls. Just the gentle clanking of the approaching wagons, and the muffled shouts, like a distant football game, of people urging the camels up a hill or over boggy ground.
We’d stop once for morning tea, once for lunch, and whenever something went wrong. It never felt we were covering any great distances, but the nubs of old mountains would appear in the morning and disappear behind us by the end of the day. Greg, a birdwatcher, would come up to us in camp and say, “Twenty-seven kilometres today, as the crow flies.”
When I got fed up with walking, or with being awake, I would climb into the back of the main wagon, curl up between rifles and saddlebags, and go to sleep. The wagon rocked back and forth and I dreamed endlessly about women. Of soft voices and deep looks. I dreamed of the brownest eyes I’ve ever seen, of blonde-haired guitar players kissing me behind stage curtains, of great poets reading in small, smoke-filled rooms, and looking up coyly between stanzas. I dreamed of warm bodies tangling up in soft sheets, of curved shoulders and plunging necklines. The relentless masculinity of the bush was starting to wear me down.
In the afternoons we’d pull up an hour or two before sunset and let the camels out to feed. They’d trundle off and start pulling apart the native vegetation, and we would start a fire and get cooking. The camels didn’t need to drink once for the entire trip, though I can’t say the same for their handlers. They started drinking port from a goon sack at lunch, and were pretty much trolleyed by the time dinner was served. Sometimes around the campfire we heard bush stories: about desert crossings, about a guy who had to shoot the bull camel he was riding in the head because he couldn’t get it to slow down. But mostly we got the Nat and Chantelle show. They had shouting matches about semen swallowing. (I remember this particularly well because it was the same high-volume argument, almost verbatim, three nights in a row: Chantelle was for, Nat was against. It was Chantelle who kept bringing it up.)
My mum loved it. She thought they were hilarious. But it was all too much for my dad. (I think it was being twerked on that finally broke him.) It will come as a surprise to anyone who’s been to a dinner party with my dad that he actually has quite delicate sensibilities. One morning he said to me, “That Chantelle’s got a mouth like a sewer.” Which was a bit rich coming from a guy who got up at my brother’s 21st birthday dinner and – reminiscing on the night of conception – said, “Yep, we should have settled for hand jobs that night.” But I got his point, which was that he really wanted to be alone for a while and there was nowhere to sit.
It was a gruelling regime for my parents. They were hardly sleeping at night and were walking all day. When the wagons stopped for lunch, the cameleers would climb down to stretch their legs, and my parents would look around desperately for somewhere to rest. My dad didn’t want to sit on the ground because he honestly thought he wouldn’t be able to get back up. I started climbing onto the wagon at lunchtime and pulling down camp stools.
On the fifth day I was walking with my dad and he said that he wanted to go home early. I was shocked. I don’t think I’ve ever seen my dad give up.
“What does Mum think?”
He grunted. “She won’t even talk about it.”
He was looking pretty beaten. He’d walked 30 kilometres that day, and was chilled to the bone. (For days after the trip he would walk around our house shivering and trying to get warm. “It’s cold,” he kept saying, when it wasn’t.) He’d developed cracked lips, a patchy white beard and various other ailments that had afflicted the early white explorers. My mum wasn’t looking crash hot either. Her face was red and puffy because, for complicated reasons, she didn’t believe in sunscreen.
There’s a peculiar anguish to seeing your own parents suffer. If it’s your children suffering, you know or hope that it’s because they’re still building their characters, that the world will accommodate them somehow. But if it’s your parents, you know that things are probably only going to get harder for them. The world for them is a cruise liner steaming towards the horizon, leaving them bobbing alone in the vast, lonely ocean with only each other.
My dad said, “Jesus Christ, Bob, do you have to say this shit out loud? It’s pretty bleak.”
We trudged through flat, heavily grazed country that had the feeling of a ghost town. Rain had washed out some tracks ahead, so when we reached the ruins of the Waukaringa pub we turned around and started back the way we came.
The camels never trudged. They held their heads up high like queens at a ball, for days. A horse pulls in a straight line. But the camels were always looking around as they walked, with a prospective optimism that eluded us now that we were heading back the way we came.
I tried to entertain my dad with half-baked theories about possessions. I had visited a camping store on the day before the trip and everything in there had felt so essential. I got so excited by the gadgetry that I would have blown all my money in one go, if I’d had any. And what you realise, once you actually leave the city, is that it’s all crap. That’s why they never have those stores out in the country. I can’t think of one thing in those shops that we could have used out there. What we needed was a pair of pliers and some wire. Throughout the journey we fixed everything with that combination. The broken steering column, the billy can, the bracket on the solar-powered system. I remember being impressed by the quality of Don’s camp oven. It was a thing that would last a lifetime. I’m through with flim-flam, I said. What is it about city living? All I want to do when I’m there is buy stuff. What I want is just a few beautiful, useful things.
My dad asked, “Is that why you bought that camel skin?”
Well, OK. So you can get fooled in reverse, too. At the campfire one night I was talking to the manager of the local meatworks, and got a great price on a camel skin. Twenty-five bucks! Say what you want about my decision-making, but don’t tell me that’s not a bargain. When I arranged to buy it I honestly thought, This will become one of my most useful possessions.
I’ve been back home for two months now and I’m lumbered with this camel skin. I also find myself in the ridiculous situation of trying to find an apartment big enough to keep it in. Too many people have gone to too much trouble for me to throw it away. Robyn drove it from the Flinders Ranges to Adelaide. My parents – who did finish the trek, and walked the whole way – salted it themselves and sent it to a tannery. But I have it rolled up in the corner of my room. Just as I have the vision of my dad and mum on the last day of the trip, utterly miserable, but walking side by side and leaning into each other on the road to Orroroo.

Neue Ideen

Am Sonntag war schlechtes Wetter, so habe ich eine Trainingseinheit auf den nächsten Tag (28.08.) verlegt. Beide sollten Bekanntschaft mit den Satteltaschen machen. Halfter, Brustgeschirr, niederhooshen und Beine fixieren - bis dahin ging noch alles locker. Doch dann! Die bösen, bösen Packtaschen. Sie kommen wohl aus Teufels Küche, so hat sich jedenfalls Jamahl angestellt. Laila war unglücklich, aber gefasst, saß ruhig da und ergab sich in ihr Schicksal. Jamahl benahm sich wie Ali in ihren 'besten' Zeiten. Wackelte herum, versuchte aufzustehen, sich auf die Seite zu schmeißen und... schiss sich an. Der Kot wurde immer weicher, bis er nur noch dünnflüssig herausspritzte.


Ich ließ sie ein halbes Stündchen so hocken, bis ich sie wieder befreite. Die Taschen hängte ich ein paar Tage an den Zaun, damit die Kamele ihre Frucht verlieren. Mal sehen, wie es das nächste Mal wird.

Natürlich war ich wieder frustriert und wünschte mir einen Trainer herbei. Also nahm ich erneut Kontakt auf, diesmal mit den Betreibern einer Trekking Firma in den Flinders.


Hi, I'm aware that you're very busy but want to ask whether it's possible to come to your place for a week or two with my 2 camels? To do some training? I would sleep in my little tent and be self sufficient. Certainly would pay (depending on a quote). Warm regards

I hope this email finds you well and thank you for contacting us.
We are fully booked until the end of November after which point I am then committed with several overseas projects and then our season starts again in April 2018. This month I only have a few days not sleeping in a swag and it's all large school groups now until the end of November.
P. is also no longer working with the Camels on treks out and I am utterly exhausted managing the business largely on my own with S.. When November rolls to completion I collapse and regain just enough strength to head overseas. 
I had thought you were doing well with P.H. as I liked your Camel Channel page and read your posts? Might he be able to assist you further? 
The only thing I can think of offering is slotting you in as a volunteer helper / learner at some stage. I am pretty tough though with people who have difficulty following instructions and not keeping up! If you're friends with G.H. on FB you could ask her ... she's joined me on several occasions learning and could offer you a heads up. I can't however add in camels I don't know or haven't work with. Our risk assessment practices are professional and avoid accidents for guests and camel crew.
Let me know your thoughts.

Thank you very much for your detailed answer! 
The reason I contacted you was your new business name  "... and Commercial Camel Training" so I thought you would provide camel training for third party as well. Sorry for misunderstanding.
I removed my page 'Camel Channel' because P.H. was very annoyed about me posting videos about his camel training course. 
Some time ago you wrote I could bring my camels to your place for a period of time. Is this 'boarding' service still available? Could I bring them to you until midst of December? Perhaps my naughty girl will get some discipline - nothing helped till now (getting a nose peg, having a new lovely 6 year old bullock, having 2 old [15 + 30 years] experienced camels for some time on the same paddock, working km behind ute,...). I would try everything to calm her and stop her from fighting and pushing.
Thank you again, regards

Yes we do training but on a commercial scale for overseas export and thankfully we haven't had any recent training work because trek work has been insane!
I am sorry things didn't work out with P. ...
I can hear that you are desperate for support and I know you have remained committed to working with your camels for a long time now.
I think you best give me a call.
I will see what I can offer you in November and December but I would charge for my time.
Sincerely 

Things can change in a heartbeat!
Yesterday - when I contacted you -  I was desperate about the camels. The first time I attached a self-made saddle bag to the harness and they were freaking out. Jamahl (the bullock) rolled and shit himself and I felt so bad. So I wrote the email to you.
Today I received a phone call I should come to an assessment clinic in Adelaide tomorrow because they found some abnormalities in the breast screening I did the week before. If I need surgery or chemotherapy I don't know what to do with the camels. Therefor my request whether I could bring them to you? 
.. I will no longer annoy you with emails! I will wait and see what they will find. It'll take 8 days for the results of biopsy.
All the best


I am honestly hoping that further investigation will see that you are clear from any concern that would require surgery or treatment. Fingers and everything else possible crossed for you here.
In regards to the camels I cannot suggest that they can join our mob on the Station because we are experiencing a drought up here and have pressure on us to move our camels off here if rain is not forthcoming soon. We are currently attempting to purchase a small acreage nearby as we only have a 9 acre block behind our house. I could offer you this as a temporary solution, however you would need to assist with the purchase of hay and this could be done directly with the suppliers / hay carters so that you were aware of what your money was spending. I am hoping and thinking you only have 2 camels, please advise me otherwise.
I may very well be out of range with the camels by the time your biopsy results arrive and will not return to the office until the 17th and only just sporadically before heading out again to attend to another school group on the 18th. This whole month is fully booked with three school groups. 
Warm regards

Das war nicht das, was ich hören wollte. Im November oder Dezember ist es schon knallheiß da oben und wenn es nur um eine vorübergehende Unterkunft geht, bin ich auch nicht glücklich. Ich dachte, die zwei könnten mit den anderen zusammen sein, um ein wenig von der Herde erzogen zu werden. Schade.

Aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht schon wieder neue Ideen hätte 😇



Habe mir vorgenommen, dahin zu fliegen, wenn a) der Biopsie-Befund negativ ist und b) Don die beiden Kamele bis Anfang/Mitte Dezember in Pension nimmt. Sollte der Befund eine weiterführende Therapie erforderlich machen, ja dann muss ich halt auf nächstes Jahr verschieben. Morgen um diese Zeit weiß ich mehr.

Dienstag, 22. August 2017

Das tat weh

Gestern habe ich einen Aufruf auf FB entdeckt, an einer Sahara-Expedition teilzunehmen.




Soll € 2.165,- kosten, 200 km zu Fuß durch Marokko, begleitet von Dromedaren, die das schwere Gepäck tragen. Das wäre doch mal was anderes! Ein Einheimischer mit Wüstenkenntnis führt die Karawane an - sicher viel zu lernen. Ich kontaktierte den Leiter und bekam heute die Absage:

Hallo, vielen Dank für deine Nachricht. Es besteht kein Zwang zu klettern und wir machen auch keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Dennoch muss ich dir leider aufgrund deines Alters absagen. Unsere Touren sind körperlich zum Teil sehr zermürbend und wenn es hart auf hart kommt müssen wir uns darauf verlassen können, dass jeder einzelne auch mal 40km am Stück mit 20kg oder mehr auf dem Rücken zurücklegen kann. Aufgrund der schwierigen Situation mit medizinischer Versorgung und Bergungsmöglichkeiten würde ich das Risiko nicht eingehen wollen. Dennoch finde ich es toll, dass du noch so aktiv bist und interessante Ziele hast. Ich wünsche dir dabei alles gute! Liebe Grüße

Ich weiß, ich bin alt. Sage ich ja selber, wenn mich jemand fragt. Es aber so schwarz auf weiß zu lesen, dass schmerzt. Normalerweise bin ich es, die Entscheidungen trifft. Wenn ich was will und das Geld dafür habe, dann kriege ich das auch.

Das muss ich erst einmal verdauen.





Sonntag, 20. August 2017

Sie können, wenn sie wollen!

Das ist doch glatt einen Eintrag ins Logbuch wert: heute Abend das erste Mal ohne Komplikationen von der Koppel in den Stall! Um 16.00 Uhr hat es zu regnen angefangen und bis 17.30 Uhr waren sie schon pitschnass und standen am Tor. "Get me out of here". Kein Problem. Im Null-Komma-Nix die Halfter angelegt und zügigen Schrittes in den Stall. Kein drängeln, hüpfen, Pirouetten drehen. Schön.

Heute Morgen war es weniger schön. Zunächst ereignislos die 11 km Runde hinten am Hänger angebunden gelaufen.



Dann zu Fuß über Nachbars Grundstück zurück. Die ersten 500 m war okay, obschon etwas zu flott. Mir ging schon die Puste aus, als Laila dann ein bisschen raufen wollte. Sie drängelte nach vorne, Jamahl wollte ausweichen indem er ebenfalls nach vorne rannte und ich hatte keine Chance die beiden zu stoppen. Das Führseil entglitt meiner Hand und die beiden preschten davon. Nach 50 m wurden sie langsamer, schauten zurück. Ich ging in die entgegengesetzte Richtung - so wie ich es mit dem Hund mache, wenn er nicht gehorcht. Nun, der Hund lässt sich eventuell von der Taktik beeindrucken, die Kamele nicht. Gemütlich zogen sie weiter, machten noch einen Stop am Zaun und fraßen von Nachbars Büschen. Erst kurz bevor wir an unserem Tor ankamen, hatte ich die Chance die Leinen zu greifen und Kontrolle zu gewinnen. Währte nicht lang. Laila wollte unbedingt weiter raufen. Kurz vor erreichen des Ziels verhedderten sich die beiden noch in den Seilen, Jamahl wurde die Luft abgeschnitten. Er brüllte wie am Spieß, Laila legte noch etwas nach. Irgendwann konnte ich sie befreien, band Laila an einen Pfosten, führte Jamahl auf die Koppel und holte Laila nach.

Gestern habe ich meinen aller-aller-allerletzen Setzling eingepflanzt. Das Regal ist jetzt zum ersten Mal seit über vier Jahren leer. Über 2.000 Pflanzen aus Samen gezogen und am Grundstück eingegraben. Eine große Erleichterung. Es hat mich keiner dazu gezwungen, den Druck habe ich mir ganz alleine aufgehalst. Aber nun habe ich fertig und kann mich voll und ganz den Höckertieren zuwenden.

Fast hätte ich vergessen: Jamahl hat seit 09.08. einen neuen nose-peg.



Don hat sein Versprechen gehalten und kam vorbei, diesmal mit seiner Gattin, die ich nur aus Erzählungen kannte. Sie hatte im April einen Sturz und sich das Handgelenk gebrochen. Schaut nicht gut aus. Sie kann die Finger nicht mehr abbeugen, auch der Arm ist mehr oder weniger immobil. Frozen shoulder.

Freitag, 18. August 2017

Es soll wohl nicht sein?

Ich hatte mir fest vorgenommen, es nächste Woche anzugehen: Georg einzuschulen wie meine Tiere zu versorgen sind und dann auf nach Beltana!

Da lese ich auf der Verkaufsseite von FB eine Anzeige von Aileen:

Thoroughbred x standy filly. 4 years old ..URGENT REHOMING Needed. She is too hot for me. Only experienced horse persons will get her. She needs a lot of handling and training. If you are not experienced .. dont waste your time or mine... again URGENT photo later 0409200727

Weiter unten in den Kommentaren noch:

4 weeks ago.. she kicked me in the leg... i believe that to be my fault.. i reached in to loosen a too tight rug strap..i thought it was a reflex kick. Yesterday she kicked coming through the gate with the other horses.. the man that's been letting them in every evening was hurt... she has to go.

Das ließ mir keine Ruhe und so kontaktierte ich Aileen noch persönlich und was sie schrieb, klang gar nicht gut:

Yes he's in RAH lacerated bottom lip needs cranio facial team to repair today... plus fractures in his cheek bone

Tja, wenn Georg ins Royal Hospital nach Adelaide geführt wurde, dann ist es ernst. Offensichtlich hat er einen Tritt ins Gesicht abgekriegt. Also fällt er die nächste Zeit aus.

Dann heute Abend die nächste schlechte Meldung: Beltana Station wird verkauft. Zwar erst im Oktober, aber für die Zukunft werde ich mir eventuell einen neuen Stützpunkt suchen müssen.
Hier die Anzeige für die Auktion:

A historic South Australian outback station,where pastoralist Sir Thomas Elder bred camels more than 160 years ago, has been listed for sale with price expectations in excess of $7 million.
Nestled in the picturesque Flinders Rangers, about 500 kilometres north of Adelaide, Beltana Station was first taken up by businessman Robert Barr Smith in 1857. A few years later he sold it to his brother-in-law Sir Thomas Elder whose family established the famous Elders rural business.
Stretching across 154,100 hectares, Beltana station has a notable place in the exploration history of central Australia. It supplied camels for the 1875 expedition of famed explorer Ernest Giles and served as the starting point for numerous expeditions.
Owned by the Ragless family since 2007, Beltana station operates as fully working sheep and cattle station as well as a tourism destination with a variety of accommodation, as well as a café and restaurant.
Last year, owners Laura and Graham Ragless told the ABC News they were struggling to manage both businesses and were looking to hire a tourism manager.
"We're doing 16- to 17-hour days, seven days a week, just to keep up with everything at the moment," Ms Ragless said.
They've now decided to sell Beltana at auction on October 18, appointing Elders' rural real estate manager, Philip Keen to market the property. He said it represented an "exceptional opportunity for buyers who have serious interest in investing in a diverse, well improved pastoral enterprise".
Its attributes include well-developed water points, extensive plant and equipment, a quality Angus cattle herd of 750 and a Dorper sheep flock of 6000, along with a significant homestead and accommodation, dating back to the 1860s.
"Beltana Station is a rare offering to the public market, we are very proud of our links to the property through Sir Thomas Elder. It contains a good mixture of land types, from range country to undulating bush country, through to soft sand-hill cattle country," Mr Keen said.

Donnerstag, 3. August 2017

Makellos...

... bin ich zur Zeit. Keine blauen Flecken, keine abgeschrammten Fingerknöchel, keine sich ablösenden Zehennägel. Nichts. Kann nur heißen, dass ich seit einiger Zeit nichts mit den Kamelen unternommen habe. Nur ein paar mal abends in den Stall geführt, was wiederum abenteuerlich genug war. Aber ich kämpfe nicht mit ihnen, schaue nur, dass ich es schnell hinter mich bringe. Gestern Abend ist Laila ausgerutscht beim herum hüpfen, schadet ihr nicht. Die Beine hat's weggerissen und sie ist voll auf die rechte Körperseite gefallen. Vielleicht ist ihr das eine Lehre? Heute morgen war sie jedenfalls so brav wie lange nicht, keine einzige Rempelei. Im Nu waren wir wieder auf der Koppel.

Don hatte sein Versprechen gehalten und mir ein Foto von Ali geschickt.


Scheint ihr recht gut zugehen, abgenommen hat sie jedenfalls noch nicht! Der Bulle ist nach Don's Aussagen noch nicht in der Brunft - der Winter dauert noch ein Weilchen, vielleicht wird es noch. 

Don wird demnächst hier aufschlagen. Ich weiß nicht wie, aber Jahmal hat es geschafft, die Spitze seines nose pegs abzubrechen! Neulich blutete Laila von der Nase, jetzt das. Wie machen die das nur? Gerauft wird ununterbrochen, d.h. Laila versucht Jahmal niederzuringen. Aber den nose peg abbrechen? Wenn er irgendwo hängen bleibt, könnte er im schlimmsten Fall aus der Nase herausgerissen werden. Mal sehen, was Don dazu sagt. Vielleicht ist es ein Materialfehler und sowas kommt öfters vor?