Montag, 26. Dezember 2016

"I have a dream..."

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, Zeit für ein Resümee. Was habe ich heuer erreicht?

Kurzfassung: Nichts, nothing, nada!

Bin genau da, wo ich im Dezember 2015 war. Keinerlei Fortschritt. Im Gegenteil. Dreimal habe ich im heurigen Jahr wieder von vorne anfangen können. Einmal, als Ali eines Montags morgens (06.06.) nach der Fütterung zu einem wilden Kamel mutierte. Gebrüllt, gespuckt und ausgewichen. Ich durfte sie nicht mehr berühren, alles Vertraute war futsch und ich war verzweifelt. Wusste nicht was ich tun sollte. Keinerlei Ahnung, was diese Phase - sie dauerte 5 Tage - ausgelöst hatte. Welcher Trigger zu diesem Verhalten geführt hat. Wie soll ich sowas in Zukunft vermeiden, wenn ich nicht weiß, warum? Und was, wenn sie auf einem Treck zu spinnen anfängt. Sich möglicherweise mitsamt der Ausrüstung aus dem Staub macht?

Der nächste Vertrauensbruch war nach dem nose peg setzen, aber das war verständlich. Mit viel Leckerli hat Ali die Aktion schnell überwunden, Laila hat drei Monate gebraucht. Drei Monate täglichen Kampfes das verdammte Halfter anzulegen. Laila ist nicht bestechlich, da braucht es andere Methoden. Immer wieder die ihr unangenehme Prozedur wiederholen, bis sie irgendwann merkt, dass es nicht weh tut. Halfter anlegen tut nicht weh, kann man durchgehen lassen. 3 Monate!...

Dann folgte der Ausflug nach Shepparton und die "Quälerei" mit der nose line. Ali hatte sich ergeben, hat alles über sich ergehen lassen (bis auf den Ausrutscher, als sie sich auf die Seite schmiss und mich unter sich begrub). Aber Laila leistete Widerstand, spuckte das erste Mal in ihrem Leben, hatte genug und bewegte sich zum Schluss überhaupt nicht mehr. Halfter anlegen ... man kann es sich denken. Zurück zum Start.

Und die hormonellen Eskapaden im Winter: Laila war UNMÖGLICH. Wie ein pubertierender  Teenager hat sie ständig versucht ihre Grenzen auszuloten. Beim Gang zwischen Koppel und Stall zum raufen anfangen, sich hinschmeißen, mich zu Futterpflanzen zerren. Und den ganzen Tag auf der Koppel nur gegenseitiges Bespringen. Der Höcker von Ali ist schon ganz schief und stellenweise in seiner Konsistenz verändert. Wie soll ich mit zwei geilen Kamelen auf Safari gehen? Ziemlich frustrierend diese Erkenntnis. Kann nur hoffen, dass das eine Entwicklungsphase ist, die sich wieder gibt.

So bleibt mein Ziel für 2017: GEDULD HABEN und weitermachen. Andere "Trainer" lasse ich nicht mehr an meine Tiere. Ich werde meinem Gefühl/Instinkt folgen und es langsam angehen lassen. Es wäre schön, wenn ich in einem Jahr mit den Mädels in einer Reihe marschieren könnte. Ich - die Richtung vorgebend - vorne weg (und nicht wie eine Blöde bremsend hinterher rennend), Ali und Laila aufgefädelt hintereinander. So in etwa:

 
Man wird ja noch träumen dürfen!




1 Kommentar:

  1. 2017 klappt's bestimmt viel besser, ich glaube an Dich.
    Und Ali.
    Und Laila.
    Und an alle Kamele der Welt.
    (Den Glauben an die Menschen verliere ich leider so langsam...)

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