Samstag, 5. November 2016

Vorbereitungen Kurs Shepparton

Am Sonntag, den 23.10. konnte ich endlich das lange geplante Trailertraining durchführen. Der gravel ist verteilt worden, das Rangieren des Anhängers war ungehindert möglich. Es war sonnig und windstill. Sonntags bietet sich an, weil die Farmer weniger aktiv sind.

Der Beginn war schon mal katastrophal. Nachdem ich Ali im Hänger angebunden hatte und Laila endlich auch Richtung Rampe unterwegs war, entstand plötzlich ein Gerangel. Ali hatte sich etwas schräg gestellt und Laila wusste nicht ob sie links oder rechts hinsollte und rempelte Ali an. Ali wiederum wollte ausweichen und zog mit aller Kraft zurück. So stark, dass das Halfter riss. An zwei Stellen, eine wahre Meisterleistung. Alle wieder von Bord, ein anderes Halfter auftreiben, zusätzlich Fixierung mit einem Seil. War ganz gut, dass mir das in der Trainingsphase passiert war. Habe die Lektion gelernt: immer Sicherungsseil beim Transport, sich nicht auf Halfter und Leine verlassen.

Nach einer kurzen Fahrt Richtung Hügel, habe ich sie auf einer Seitenstraße ausgeladen und wir sind ein Stück gelaufen. Ging ganz gut, bis nach einer halben Stunde Ali wieder leichte Panikattacken hatte. Ihre übliche Methode: schneller laufen und sich quer vor mich und Laila stellen. Bedeutet stehen bleiben, Pirouette drehen und wieder geradeaus richten. Bin wieder zurück und ohne Komplikationen zu Hause angekommen. Vorher noch ein kleiner Umweg durchs Nachbardörfchen, um sie dem Verkehr auszusetzen.



Montags brachte ich den Hund in eine Tierpension. Unterwegs erhielt ich eine Nachricht, dass der earthmover sein Honorar (in cash) wollte. Großspurig habe ich gesagt, no problem - werde die Kohle besorgen. Nachdem ich von der Hundepension in den nächstgelegenen Ort gefahren bin musste ich feststellen, dass die Bankfiliale dicht gemacht hatte. Nur noch ATM, aber eine größere Summe spuckt der Automat nicht aus. Shit. Natürlich hätte ich sagen können, er kriegt das Geld wenn ich zurück bin, aber die Blöße wollte ich mir nicht geben. Auf dem Heimweg kam mir die Idee, nach Clare zu fahren. Mittlerweile war ich orientierungslos irgendwo auf einer Nebenstraße und der Weg nicht ausgeschildert. Nach Gefühl und Schnauze bin ich weiter und habe alles in allem zwei Stunden Umweg verfahren. Aber das Geld letztendlich in der Tasche gehabt. Das Auto vollgetankt und nach der Heimkehr angefangen das Haus zu putzen.

Ein unmögliches Unterfangen. Wenn man hausfrauliche Tätigkeiten hasst so wie ich, ist es schlicht ausgeschlossen das Haus in einem Tag sauber zu kriegen. Abgesehen davon, dass es jeder Logik entbehrt zu putzen, an Stelle zu packen. Aber es war mir ein dringendes Bedürfnis. So habe ich wie eine Irre am Dienstag geputzt und Decken gewaschen, gekehrt, gesaugt, gewischt. Abends dann die Girls in den Stall gebracht bringen wollen, um sie am nächsten Morgen nicht auf der Koppel einfangen zu müssen. Laila war furchtbar. Mittendrin auf dem kurzen Rundgang fiel es ihr ein, mit Ali raufen zu müssen. Sie kriegt ganz große Augen, beugt sich zur Ali und beißt ihr in den Hals. Ali will ausweichen, dreht sich im Kreis, ich hänge an beiden Halftern und versuche Laila zu disziplinieren. Ok, in meiner Verzweiflung haue ich mit meinem Stock auf sie ein - absolut und völlig wirkungslos. Das Gerangel endet mit viel Gebrüll, wenn Ali sich niederfallen lässt und Laila triumphierend auf ihr sitzt. Nach wie vor schreie ich mir die Seele aus dem Leib um Laila wieder auf Kurs zu bringen. Irgendwann steht sie auf, wir gehen ein paar Schritte und das Theater geht von vorne los. Ich bin mittlerweile schweißgebadet. Laila hat diabolischen Spass, Ali scheißt sich an. Nach mehreren 'Anfällen' konnte ich die Girls Richtung Zaun manipulieren. Dort band ich Laila an und marschierte friedlich mit Ali in den Stall. Nun flippte Laila völlig aus. Sie bockte und brüllte und sprang hin und her, weil sie ihre Kumpanin nicht mehr sehen konnte. Ich zwang sie, sich nieder zu hooshen. Dauerte eine gute halbe Stunde, weil sie einfach nicht aufhörte herum zu hampeln. Als sie sich dann doch beruhigt hatte, erlaubte ich ihr, wieder aufzustehen und ich konnte sie wie einen gut trainierten Hund in den Stall führen. Anschließend koppelte ich den Hänger an das Auto und belud es mit Futter, Trog und ihrem ganzen Leinengedöns.

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