Dienstag, 27. September 2016

Schmähstad...

... sind sie jetzt, die Mädels. Da stehen sie und sagen nix mehr. Müssen viel nachdenken.

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Am 29.01.2016, also vor acht Monaten, habe ich im fodder store Tetanus Impfstoff gekauft.

Vor einiger Zeit wurde mir ein Lämmchen mit den Symptomen einer Tetanus-Infektion vorgestellt. Trotz intensiver Behandlung -  bin extra in die 75 km entfernte Stadt gefahren, um Antiserum zu besorgen -  verstarb es am nächsten Tag - steif wie ein Sägebock. Auch hatte mir eine Bekannte aus dem Dorf erzählt, dass ihre Hündin ebenfalls Zeichen einer Tetanuserkrankung aufwies. Glücklicherweise überlebte das Tier dank kostspieligem Klinikaufenthalt in Adelaide.

Tetanus ist also endemisch hier und nachdem die Girls immer wieder mit Wunden zu kämpfen haben, wollte ich sie impfen. Wie gesagt, seit acht Monaten. Als der cameleer bei mir war um die nose pegs zu setzen, habe ich mir einen GROSSEN Zettel vorbereitet auf dem stand: TETANUS IMPFEN. Es wäre ideal gewesen ihnen gleichzeitig mit der unangenehmen Prozedur auch die Injektion zu verpassen. WÄRE. Ja, das Alter, mal wieder. Nachdem wir fertig waren und der cameleer auf eine Tasse Tee Platz nahm, fiel mir der Zettel wieder in die Hände. Grmpf.

Heute bin ich es angegangen. Meinen ursprünglichen Plan die Impfung in Shepparton mit Hilfe der dortigen Crew durchzuführen hatte ich verworfen. Impfung bedeutet Stress für das Immunsystem und der gleichzeitige Stress der fremden Umgebung hätte zu viel werden können. Dann wären sie vielleicht geimpft, aber anschließend krank.

Also heute. Es fing eigentlich recht harmlos an. Natürlich wollte Laila nicht niederhooshen, aber Sturheit (meine!) siegt, irgendwann gab sie nach und der kleine Stich erfolgte beinahe unbemerkt.

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Aber, Ali! Die roch den Braten von weitem. Niederhooshen war problemlos, aber der Versuch die Beine zu fesseln bedeutete die erste Auseinandersetzung. Brüllen, spucken, sich anscheißen. Das volle Programm. Beinahe hätte ich es geschafft, die Nadel war schon drin - aber eine Abwehrbewegung ließ mich zur Seite hüpfen und raus war sie wieder, die Spritze.

Unter gutem Zureden löste ich die Fesseln wieder und ging über zu Plan B. Einkeilen zwischen Tor und Zaun, den rechten Moment abwarten und... geschafft. Geimpft. Endlich.



Ali war so fertig mit den Nerven, dass sie ihr Frühstück gar nicht anschaute. Und das heißt was. Ali und nicht fressen. Ein Möhrchen nach dem anderen bot ich ihr an und dann ging der Rest doch noch runter.

Und nun stehen sie da. Schmähstad.

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