Sonntag, 7. August 2016

Wie alles begann (3)

Da hatte ich nun also mein Kamel.

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                                       Ankunft zu Hause nach 14 Stunden im Trailer


Ich war zufrieden….Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute… Nun, da machte mir mein Neuzugang einen Strich durch die Rechnung. Zuerst mussten wir uns zusammenraufen und es war nicht ganz eindeutig, wer mehr Angst vor wem hatte. Bis ich mich traute das Baby, was aber sicher schon um die 100kg wog - deutlich schwerer als ich mit meinen 60kg - raus auf die Koppel zu führen vergingen ein paar Tage. Und ein paar weitere Tage, bis (bei uns beiden!) der Knopf aufging, sprich ein erstes gegenseitiges Vertrauensverhältnis entstand.
Das war dann auch der Beginn der eigentlichen Probleme. Das Baby wollte nicht mehr alleine bleiben. Solange ich in seiner Nähe war, war alles in Ordnung. Wehe, ich bewegte mich außer Sichtweite: ein klägliches Muhen und Hin- und Hergelaufe am Tor. Keine ruhige Minute um zu grasen. Es tat mir furchtbar leid. Sie hatte mich als ihre Mutti adoptiert und ich hatte gefälligst bei ihr zu bleiben.
Genau das wurde mir von erfahrener Seite vorhergesagt: Kamele sind Herdentiere, es grenzt an Tierquälerei nur eines zu halten. Andere sagten zwar, die Tiere gewöhnen sich an alles und wenn ich mich ausreichend mit ihr beschäftige, brauche ich kein weiteres.
Vier Wochen später und es hatte sich nichts geändert - ich bewege mich von der Koppel weg und Laila läuft zum Tor und beginnt mit ihren stereotypen Bewegungsabläufen. Auf und ab, auf und ab, auf und ab …stundenlang. Jemand schlug vor, ein anderes Tier als Kumpel auf die Koppel zu geben. Eine Bekannte lieh mir ein handaufgezogenes zahmes Schaf, welches Zwillinge mit sich führte.
Ein Griff ins Braune! In Lailas Meinung handelte es sich keinesfalls um ein Schaf, es war ein Löwe oder Tiger oder Dinosaurier. Etwas, vor dem man sich total fürchten muss. Sie rannte wie angeschossen über die Koppel und ließ sich nicht und nicht beruhigen. Das arme Mutterschaf suchte die am weitest entfernte Ecke der immerhin 1 ha großen Koppel auf, aber das war bei weitem nicht ausreichend - zumindest nicht für Laila. Ich gab auf. Einige Stunden schaute ich mir das Trauerspiel an, dann fing ich Schaf und Lämmer wieder ein und führte sie zurück zu ihrer Besitzerin.
Also doch ein zweites Kamel? Ich war ja so gar nicht begeistert von der Idee. Bin kaum in der Lage ein Kamel zu bändigen, und jetzt zwei?

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