Sonntag, 7. August 2016

Wie alles begann (2)

Ich wollte also Kamele. Am besten natürlich dort, wo sie zu Hause waren: in Australien. Es dauerte 22 Jahre bis dieser Wunsch in Erfüllung ging.
2010 wanderte ich nach Süd Australien aus und kaufte etwas Land, 20 Acres um genau zu sein. Nachdem ich ein kleines transportables Häuschen erworben hatte, ließ ich bald einen Teil der Grundfäche als Koppel einzäunen. Jetzt fehlte nur noch das Kamel.
Es sollte ein armes Tier sein, eines das ich retten könnte. Vor dem Schlachthof zum Beispiel. Leider ging das nicht, denn sobald die Tiere in die Verarbeitungskette eintreten, sind sie dem freien Markt nicht mehr zugänglich.
Im April 2014 - mein 60. Geburtstag stand an -  gönnte ich mir einen Kurzurlaub in den Flinders. Ich liebe die Flinders, sie sind mit ein Grund, warum es ausgerechnet Süd Australien als Auswanderungsstaat sein musste. Ein Weg führte mich zur Wonoka Station, ein Platz, wo eine Familie Kamele hält, sie ausbildet und als Trekking Tiere nutzt.
Dort waren sie, die Kamele. Etwas separiert von den zahmen Tieren war ein Haufen wilder. Ich solle besser nicht so nahe ran gehen hieß es. Hmm, nicht sehr einladend.
Die Dromedare waren groß und selbstbewusst, irgendwie fehlte mir der Zugang. Sollte ich mir wirklich sowas anschaffen? Habe doch Null Ahnung wie man damit umgehen soll. War ein wenig ernüchtert.
Wieder daheim stach mir dann eine Annonce ins Auge: ein Kamel-Baby stand zum Verkauf an.
Immer wieder rief ich die Seite auf der Verkaufsbörse auf. Aber ich wollte doch ein armes Tier aus der Wildnis vor der Tötung retten und nicht ein gesundes Kälbchen kaufen. Kälbchen kann jeder. Naja, irgendwann rief ich die angegebene Nummer an und erkundigte mich etwas näher. V.a. der Preis war ziemlich hoch, normalerweise sollte ein Jungtier für unter $ 500,- zu kriegen sein. Die Verkäuferin wollte $ 950,-, ein stolzer Preis. Ich fragte, ob sie es auch billiger hergibt. $ 850,- ihr letztes Angebot, und auch nur, weil es nicht ganz gesund ist (von Räudemilben befallen) und noch ziemlich wild. Das war’s dann, das muss ich haben! Ein krankes Kalb aus der Wildnis, die Mutter wohl dem Schlachthof zugeführt. So machte ich mich auf dem Weg nach Viktoria, um meine Laila abzuholen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen