Donnerstag, 16. Januar 2020

Pareto Prinzip

20 % der Klientel ist für 80 % des Umsatzes verantwortlich!

Bei 'meinem' Sattler gehöre ich definitiv zu den 20 % ☺ Gestern wieder einen Haufen Kohle abgedrückt, als da wären

🔴 maßangefertigte Leder-Beißkörbe für Teddy und Oscar. Wenn ich die Jungs mit ins Outback nehmen will, sind die Dinger überlebenswichtig. Das gesamte Land ist - um der verwilderten Hunde Herr zu werden - mit Giftköder überschwemmt. 1080 heißt das Zeug, versteckt in Fleischbrocken. Es gibt kein Gegenmittel und die Tiere verrecken elendiglich. Verfressene Hunde können sehr wohl diese Köder durch die Zwischenräume der normalen Maulkörbe aus Draht oder Plastik aufnehmen, diese Spezialanfertigung soll das vermeiden.  $ 300



Hannibal Lecter lässt grüßen ☺

🔴 ein weiteres Paar Fußfesseln. Extra weiches Leder mit Innenverstärkung - das letzte Paar vom Sattler ist neulich durchgerissen.  $ 50



🔴 Zügel aus UV-resistentem Material, angefertigt nach Empfehlung des Trainers sowie ein


🔴 Koppel-Stück, dass die Halfter (beim Wagonfahren) miteinander verbindet.  $ 175



🔴 Lederschuh für Kamele. Nachdem das erste Exemplar ($ 60) nicht zu gebrauchen war, fertigte der Sattler ein weiteres an. Zu erst war es zu kurz, jetzt ist der Verschlussmechanismus unzureichend. Also habe ich das Teil zurückgelassen und hole es ein anderes Mal ab. $ 100




Sexy boots

🔴 Natürlich hatte ich mir zwischenzeitlich auch etwas gegönnt: einen Ledergürtel und eine Schutzhülle für mein Taschenmesser. Ach ja, Halsband und Leine für Oscar. Und nicht zu vergessen die Variationen an den Packsätteln, ... $ xxx




Mittwoch, 8. Januar 2020

Grrrr 👿

”I heard a loud bang“ erzählte mir die Nachbarin. Allerdings erst gestern Abend bei einem Schwätzchen am Gartenzaun. Ich inspizierte den Tatort und siehe da, die Mistviecher haben während ihres kurzen Aufenthalts in der Arena das Wasserrohr am Tank abgebrochen.





Der Schaden ist nicht groß, halt nur wieder viel Bitten und Betteln um einen Handwerker an Bord zu kriegen. 


Dienstag, 7. Januar 2020

Gescheppert wie ein Kluppensackerl...

... haben sie!

Das war zuviel des Guten. Die Abkühlung und der leichte Regen haben zwar nur 24 Stunden angedauert, aber nackt im Regen stehen, bei 10ºC, haut das stärkste Kamel aus den Socken. Vor allem der große Bube hat gelitten - seine Beine haben nur so geschlenkert!

Obwohl ich es nicht vorhatte, brachte ich sie Sonntags Abend in die Arena. Es konnte ihnen gar nicht schnell genug gehen.

Am nächsten Morgen wollten sie allerdings genau so schnell wieder raus aus ihrer Enklave 🙂


Sonntag, 5. Januar 2020

Entspannung

Vor drei Tagen noch 41.7°C heute abgekühlt auf 10,2°C sowie Wechsel von Sonnenschein zu Regen. Willkommener Regen.

Gestern, am Samstag waren die Auswirkungen des 300 km entfernten Buschfeuers auf Kangaroo Island life mit zu erleben. Die Luft war zum schneiden , da half auch kein stürmischer Wind. Dicker Smog legte sich über das Grundstück, die Augen brannten und es stank nach verbranntem Holz.

Auf Grund des schlechten Wetters habe ich das Sonntagstraining ausfallen lassen und lieber die Sauna angeschmissen.



Kuscheln mit dem Strohballen

Donnerstag, 2. Januar 2020

Alte Sorgen, neue Pläne

31.12.2019 | Und wieder ist es soweit: Jahresende und Gewichtsermittlung! Ich habe im vergangenen Jahr 2 kg abgenommen (ich wollte eigentlich 7 kg verlieren) ... äh ... es geht aber nicht um mich.

Hier nochmal wie's in Ermangelung einer Waage bei den Kamelen funktioniert und hier, wie's im letzten Jahr aussah.

Jamahl   1,93 x 2,35 x 2,93 x 50 = 664 kg [606 kg → 58 kg Zunahme]

Laila      1,80 x 2,25 x 2,75 x 50 = 556 kg [483 kg → 73 kg Zunahme]

Ali         1,75 x 2,32 x 2,83 x 50 = 574 kg [525 kg → 49 kg Zunahme]

Wo soll das noch hinführen?

01.01.2020 | Alles schläft noch, so kann ich in Ruhe meine 11 km Runde abspulen. In zwei Stunden ist uns ein Auto entgegen gekommen, ... jawohl, ich habe meine Paranoia ins neue Jahr mitgenommen, meinen zivilen Ungehorsam allerdings auch. Die Viecher waren brav, keiner hat sich angesch**ssen.

02.01.2020 | Neues Trainingsprogramm begonnen. Zum einen sollen sie lernen, auf Kommando nach rechts und links zu gehen, anzuhalten und sich rückwärts zu bewegen (wichtig zum Einsatz als Zug- und Reittier), zum anderen bin ich total von diesem Video angefixt:


Ich will das auch, mal sehen, wie weit ich komme. Im Moment bewegen sie sich keinen Millimeter vorwärts, wenn sie nicht geführt werden. VIEL Arbeit wartet auf uns. Aber ich denke, es wird ihnen gut tun, nicht nur dumm in der Gegend herum zu stehen liegen.


Bei der morgendlichen Körperpflege eingeschlafen! 

Montag, 30. Dezember 2019

Verspätetes Christkind 🌲

Schöne Kinder brauchen fesche Kleider 😎

Auf FB verkündete ein cameleer:



Das muss man mir nicht zweimal sagen und ohne zu zögern meldete ich mein Interesse an. Wir einigten uns schnell über den Preis und am Samstag war es so weit: Der nette Herr brachte die Fracht auf seinem Weg weiter Richtung Norden persönlich vorbei. Sicherlich über 20 kg in zwei große Kisten verpackt.

Sonntag morgens erfolgt die Anprobe. Prinzessin Laila trug es gelassen!


Erste Schicht


Fertig "full Monty"


Inspektion vom restlichen Zeug

Jamahl war gelangweilt und leicht angefressen. Einige Male vollführte er Bocksprünge - vielleicht erhoffte er, sich durch die Aktionen von dem unnötigen Ballast befreien zu können.


Jamahl ("Was soll der Weiberkram?")

Wie nicht anders zu erwarten fing Ali an zu spinnen, als ich ihr die Decke auflegen wollte. Ich ließ es zweimal durchgehen, dann fixierte ich ihre Vorderbeine, um sie am aufspringen zu hindern. Ganz schlimm wurde es, als die Dekoration des Halfters angesagt war. Beißen und spucken wollte sie - naja, ein wenig Geduld und gut zureden, dann war auch sie geschmückt.


Der nette Herr tat mir Leid. Erst verlor er seine geliebte Gattin vor zwei Jahren an Krebs, dann erwischte es ihn selber. Tumoren in der Rückenmuskulatur und jetzt in der Lunge! Seine acht Kamele verkaufte er bereits, jetzt möchte er noch ein wenig reisen. Wünsche ihm alles Gute.


Mittwoch, 25. Dezember 2019

Heiligabend - der Tag der Wahrheit ☺

Jamahl hatte wohl Lunte gerochen - er hatte überhaupt keine Lust mehr. Normalerweise steht er wie ein Stiefel an der Stelle, an die er morgens angebunden wird um sein Frühstück zu empfangen. Jetzt stand er demonstrativ am entferntesten Punkt der Koppel. Die Mädels wollten nicht auf ihre Mahlzeit verzichten, kamen angeschlurft und ließen sich festmachen.
Irgendwann kam auch er, fraß seine Möhren und legte sich sofort ab. Als ich ihm sein Halfter anlegen wollte, machte er den Hals lang und platzierte seinen Dummschädel auf den Boden. "Ich habe keinen Nerv mehr" wollte er damit ausdrücken. "Macht euren Sch**ss ohne mich".

So geht das natürlich nicht. Er wurde genauso vor den Wagen gespannt wie Laila (Ali wie immer das Schlusslicht) und ab ging die Post. Von der Koppel bis zur Landstraße waren sie noch mit dem Auto verbunden, da das Grundstück eine leichte Neigung aufweist und sie zuviel Fahrt aufgenommen hätten. Nach 20 m hielt ich an und wir entfernten die Verbindung zwischen Zigeunerwagen und Auto. Der Trainer befand sich auf dem Kutschbock, ich fuhr vorneweg, meinen Blick fest auf die Rückspiegel gerichtet. Ging es bergab und die Kamele fielen in Trab gab ich Gas, um nicht gerammt zu werden, mussten sie bergauf und sie wurden langsamer, bremste ich ab. Die Überquerung der Hauptstraße war mangels Verkehr kein Problem und wie mir der Trainer im nachhinein mitteilte, waren die Tiere immer unter seiner Kontrolle. Er hatte nicht eine einzige kitzlige Situation zu bewältigen und war voll des Lobes meiner Tiere.



Die meiste Zeit ließ der Trainer die Zügel schleifen und die Kamele konnten sich ihre eigene Geschwindigkeit wählen. Und die war ganz schön flott. Ich schätze, 2/3 der elf Kilometer langen Rundstrecke legten sie im Trab zurück. Als wir sie von ihrem Geschirr befreiten, waren sie im Bereich der Gurte pitschnass. Ali und Jamahl hatten beide Durchfall, Laila kann sich das als Chefin nicht erlauben 😁.

Kann gar nicht genug betonen wie glücklich ich bin. Fünf Jahre Arbeit, Selbstzweifel und Unsicherheit haben sich letztlich bezahlt gemacht. Meine Kamele sind brav, ruhig, fügsam und vertrauen mir.

Nachmittags packte der Trainer zusammen und ich begleitete ihn noch ein Stück. Wir besuchten den 92jährigen Vorbesitzer von Ali, der jetzt im Altersheim lebt.


"Sheik" Gordon