Samstag, 19. Januar 2019

Mit wachsender Verzweiflung...

schauen sie auf ihre Futterlieferung. So haben sie sich das nicht vorgestellt: Stroh, nichts als geschmackloses, energieloses, langweiliges Stroh.

Am Mittwoch vom benachbarten Landwirt einen großen Ballen geliefert bekommen ($ 100,-),


heute nochmal 50 kleine Ballen à $ 6,-


Aber mein übergroßes Mutterherz schafft es natürlich nicht, sie 'hungern' zu lassen, zum Nachtmahl gab es noch einen klitzekleinen Ballen Luzerne 😛. Ich legte ihn auf den Strohballen und sorgte für Konfusion. Laila traute sich anfangs nicht in die Nähe, musste irgendwie sehr verdächtig ausgesehen haben und Jamahl wartete noch eine zeitlang am Zaun und checkte nicht, dass sich die Köstlichkeit längst innerhalb der Koppel befand. Erst nach mehrmaligem rufen ging ihm ein Licht auf und er trabte an.




Montag, 14. Januar 2019

Measure twice, cut once

Oder so ähnlich. Und wie ist das, wenn man dreimal misst? Ich habe es jedenfalls geschafft, trotz mehreren Anläufen, die Höhe der Sättel falsch zu vermessen!

Als ich letzte Woche die Kamelsättel aus der neuen Scheune holte musste ich mit Schrecken feststellen, dass sich bereits Mäusekot auf den Decken befand. Also machte ich mich auf der Suche nach Kisten, in die ich die Sättel vor Ungeziefer sicher unterbringen kann. Schließlich sind die Polster mit Stroh gestopft - ideales Klima für alles mögliche Getier.

Erleichtert, auf Anhieb große Boxen (Voraussetzung: mindestens 130 x 60 x 60 cm) im Baumarkt gefunden zu haben, verstaute ich Jamahl's Packsattel in die erste. Perfekt!


Welche Enttäuschung feststellen zu müssen, dass der Reitsattel nicht hineinpasst. Die Handgriffe ragen zu weit raus! Was, bitte schön, habe ich denn da vermessen?


Watt nu? Die Box zurückbringen und eine größere kaufen? Schlitze in den Deckel fräsen, damit die Griffe durchpassen? Ich habe mich für eine andere Variante entschieden. Mit der Flex die Stäbe durchtrennt und meinen netten Nachbarn gebeten, sein Schweißgerät anzuwerfen. Jetzt passt's.


Der Eingriff fand Sonntag morgen um 08.00 Uhr statt. 45 Minuten später war er fertig und da die Hitzewelle eine kurze Pause einlegte (es hatte 12,5°C in der Früh), entschloss ich mich für eine Trainingsrunde. Drei Kilometer fahren, 8 Kilometer marschieren. Kein Auto hat uns überholt oder kam uns in den zwei Stunden Marsch entgegen. Auch kein Ausflippen vom Jamahl - sicherheitshalber bin ich die letzten 50 m auf der Straße geblieben und nicht, wie beim letzten Mal am Zaun meines Grundstücks entlang gegangen. Auch taten mir die Füsse nicht so weh, habe diesmal meine ausgelatschten Wanderschuhe angehabt.

Donnerstag, 10. Januar 2019

Vorgezogenes Training

Eine neue Hitzewelle steht an. Morgen, Freitag, sind 37°C vorhergesagt, 41°C am Dienstag nächster Woche. Also habe ich den heutigen frischen Morgen benutzt, das Sonntagstraining vorzuziehen. Diesmal unter verschärften Bedingungen - mit Sattel.


Das Equipment (zwei Sättel und vier Säcke mit je 20 l Wasserbehälter) im Trailer zur Koppel gebracht, die Kamele einzeln herausgeführt und fertig gemacht. Ali hat nur eine Decke und ein Brustgeschirr erhalten. War kompliziert genug, da ihre Deckenphobie noch immer aktuell ist. Allerdings nicht mehr sehr ausgeprägt. Sie hüpft halt hoch, aber beim vierten Anlauf blieb sie liegen. Kein spucken und keine Durchfallorgie.

Dafür benahm sich Laila wie eine Mimose. Sobald ich mich ihr mit dem Sattel näherte, versuchte sie aufzustehen. Ging ja nicht, da ihre Vorderbeine gefesselt waren, trotzdem robbte sie mir ständig davon. Dann fing sie an zu zittern! Sie hatte tatsächlich Angst vor dem Ding. Irgendwie brachte ich den Sattel auf ihren Höcker, ließ sie ein paar Minuten kontemplieren, entfernte den Sattel und widmete mich Jamahl. Der ließ alles mit sich geschehen, begann sogar zu wiederkäuen. Nachdem der Bursche fertig war, wandte ich mich wieder der Primadonna zu. Diesmal klappte es auf Anhieb und ohne zu zittern. Ein-einhalb-Stunden habe ich für die Vorbereitung gebraucht, das brüsten und halftern vorher nicht eingerechnet!

Abfahrt

11 km am Stück gefahren, nach zwei Stunden wieder daheim. 

Rückkehr

Die Sättel blieben bis zum Schluss auf ihrem Höcker - kein verrutschen, kein heruntergleiten. Wieder verging eine gute Stunde, bis ich sie von allem befreit hatte und alles ordentlich verstaut war. Zur Belohnung sägte ich noch ein paar kräftige Äste von den Akazien, die dankbar angenommen wurden. Ebenso ein kühler Trunk und ein Staubbad schafften Erleichterung von der körperlichen Anspannung. 

Mein Mittagessen nahm ich um 15.00 Uhr ein 😀.

Mittwoch, 9. Januar 2019

Heute war der Tag!

Seit zwei Monaten besitze ich nun das Motorrad, habe mich aber noch immer nicht getraut, diese verflixte Rampe rauf zu fahren. Gefühlte 100 Mal bin ich vor ihr gestanden, habe Anlauf genommen und habe wieder abgebrochen. Im dry creek ist eine Stelle, die ähnlich steil ist - die bewältige ich mittlerweile von allen Winkeln. Was ich meinen Kamelen zumute, sollte ich doch auch können!

Ich wollte, dass mir jemand vormacht, wie man das Problem am besten löst. Mit Anlauf? Langsam rauf tuckern? Stehend? Sitzend? X YouTube videos habe ich mir angesehen. Gestern bat ich einen Bekannten, der schon Schafe auf einer Farm mit dem Motorrad zusammen getrieben hat. Für den müsste es ein leichtes sein. Nun, war es nicht. Zweimal hat er es probiert und zweimal ist er gescheitert. Ich merkte ihm seine Unsicherheit an und erlöste ihn - besser er lässt es, wenn er sich nicht wohl fühlt.

Trotzdem, es muss sein. Dafür habe ich ja das Gerät gekauft: um es im LKW mitzunehmen. Hinauf zu schieben (mit laufendem Motor), habe ich auch versucht - jedesmal ist mir der Motor abgestorben.

Nach dem Mittagessen, frisch gestärkt, allen Mut zusammen nehmend: drei Anläufe, drei Mal ohne umzukippen hochgefahren! Herz, was willst Du mehr.


Dienstag, 8. Januar 2019

31 Minuten ...

... und alle drei waren im LKW! Yeah! Jamahl und Ali waren im ersten Anlauf oben, Laila hat herumgezickt. Zwei lange Seile anstatt einem verwendet - müsste ich glatt patentieren lassen. Anschließend mit der Meute in die nächste Siedlung gefahren. Habe eine halbe Stunde für 12 km gebraucht: sehr sehr langsam und mit ständigem Blick auf den Monitor, die die Kamele zeigten, die von einer kleinen drahtlosen Überwachungskamera aufgenommen wurden. Sie waren angespannt, schauten jedoch interessiert nach draußen.

Beim Aussteigen dachte ich zunächst, dass Jamahls angeschlagene Zehe blutet. War aber nur rote Farbe. Der Nagel wackelt mit jedem Schritt, scheint aber nicht mehr schmerzhaft zu sein.


Ali mit den anderen zusammen auf die Koppel geführt. Sonst bringe ich sie tagsüber auf einer anderen unter, erst abends darf sie zurück, nachdem Laila ihre Fußfessel angelegt bekommen hat. Kaum drehte ich den Kamelen den Rücken, hörte ich es schon brüllen. Doch diesmal 'begattete' Ali Laila, die das nicht wirklich goutierte. Na ja, besser als umgekehrt.




Montag, 7. Januar 2019

Sonntagsbesuch

Obwohl ich mich über mich ärgere, wenn ich zuviel Zeit auf fakebook verschwende, lernt man hin und wieder nette Leute kennen. Eine deutsche Auswanderin und Tierfreundin wohnt "nur" 70 km entfernt und sie stattete uns einen kurzen Besuch ab.


Dienstag, 1. Januar 2019

Neujahrstag

Früh draußen gewesen, die Kamele gestriegelt, gehalftert, mit Brustgeschirr versehen und an den Anhänger gebunden. Diesmal den Berg hinauf, sehr zum Unwillen Jamahl's. Der hat zwischendurch erfolglos versucht, den Rückwärtsgang einzulegen.

Oben angekommen, die drei hinter einander zusammen gebunden, ca. zwei Kilometer marschiert und zwischendurch viel fressen lassen. Ein Bocksprung vom Jamahl und ein kurzes kerfuffle, das zu einer Verwicklung der Leinen führte und ich kurzfristig bedauerte, mein Messer nicht mitgenommen zu haben, waren letztlich unbedeutende Zwischenfälle.

Nach Beendigung des kurzen Marsches die Mischpoke wieder an den Hänger angebunden und heimwärts geführt. Dann überlegt, sie noch etwas zu fordern: das erste Mal in die Arena geleitet. Sie ist groß genug, um mit dem Auto hinzufahren und auch mit Anhänger bequem zu wenden. Sie waren ziemlich aufgeregt, haben es aber besser akzeptiert als erwartet. Zur Belohnung einen Ballen Luzerne gespendet, der auch angenommen wurde.